Weil er im Mai und Juni 2013 an dem See in Oberauhof bei Kulmbach einen Kioskwagen beschädigt und beschmiert hatte, stand ein 21-Jähriger aus dem Oberland am Mittwoch vor Jugendrichter Christoph Berner.

Der junge Mann war rundum geständig: Er habe mit Freunden die Grillstelle an der "Kieswäsch" genutzt und anschließend Alkohol getrunken. Danach beschädigte er den Verkaufsstand. "Mir war nicht bewusst, dass der Kiosk noch benutzt wird", sagte der 21-Jährige auf der Anklagebank des Amtsgerichts in Kulmbach aus. Allerdings schob er die Schuld nicht auf den Alkoholkonsum.

Sich vor der Gruppe beweisen

Zum ersten Mal beschädigte er den Stand Ende Mai 2013, als er die Frontplatte des Kiosks angehoben hatte. Dabei sei ein Schließriegel kaputt gegangen. Als er einige Tage später ein weiteres Mal dort war, habe er den anderen Anwesenden erzählt, dass er den Kiosk schon einmal geöffnet habe. Daraufhin wollte er sich vor der Gruppe beweisen, habe den Kiosk erneut geöffnet und mit einem schwarzen Edding-Stift "Ich mache euren Scheiß kaputt" auf den Kiosk geschrieben. Diese Aufschrift sei trotz intensiver Bemühungen des Geschädigten nie vollständig vom Kiosk weg zu bekommen gewesen.

Gegenüber Stefan Fürst von der Jugendgerichtshilfe sagte der Angeklagte, dass er zum damaligen Zeitpunkt arbeitslos gewesen sei und vermehrt getrunken habe. Mittlerweile hat der 21-Jährige jedoch eine Ausbildung begonnen und trinkt nach eigenen Angaben nicht mehr viel und auch nur noch unregelmäßig Alkohol.

Auf Anraten von Stefan Fürst war der 21-Jährige zu dem geschädigten Kioskbesitzer gegangen, hatte ihm 150 Euro als Entschädigung für den verursachten Schaden gegeben und ihm angeboten, bei ihm zu arbeiten. Der Geschädigte nahm das Geld an. Der junge Mann zeigte sich offensichtlich bereit den Kiosk zu streichen, um den verursachten Schaden zu beseitigen. "Ich würde aber auch seinen Rasen mähen", sagte der 21-Jährige.

Verfahren eingestellt

Da der Angeklagte geständig und einsichtig war, seinen Freundeskreis gewechselt und sich persönlich bei dem Geschädigten entschuldigt hatte, einigten sich Staatsanwalt Matthias Burkhardt und Jugendrichter Christoph Berner darauf das Verfahren einzustellen."Ich weiß, dass es schwierig ist, für Unfug gerade zu stehen", sagte Richter Berner und entließ den Auszubildenden in die Freiheit.