"Wahrscheinlich bin ich die letzte noch Lebende von damals", sagt die 93-Jährige und schaut etwas wehmütig in die Runde. Aber sie fühlt sich noch wohl, hat Freude am Dasein. Geht ein bisschen in sich und denkt zurück an 1934, ein Jahr nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, an eine bewegte Ära voller Unsicherheit.
Genau weiß sie noch, dass "zur Beicht'" die Sonne geschienen hat und sie ganz stolz auf ihr schönes schwarzes Konfirmationskleidchen war. Zu essen habe es auch etwas Gutes gegeben: Schweinsbraten mit Klößen. "Das konnten wir uns schon leisten, denn der Vater war Schreinermeister", erzählt die geborene Pfaffenberger. Und erinnert sich ebenso an den Konfirmandenunterricht, "da mussten wir fleißig lernen, den Katechismus, ganze Lieder auswendig und Psalmen". Überlegt ein bisschen und rezidiert gleich einen. Damals sei sie zum Unterricht mit den Anderen zu Fuß oder mit dem Fahrrad von Unterwaiz nach Neudrossenfeld gekommen:"Es wor schee."
Bis in die hohen achtziger Jahre habe sie nur wenige Gottesdienste versäumt, "da benutzte ich aber dann mein Auto". Im Kirchenvorstand sei sie gleichfalls tätig gewesen, die Verbindung zur Kirche sei nie abgerissen. Schaut auf die Uhr, erhebt sich und reiht sich in die Reihe der Jubelkonfirmanden zum Einzug ein. Horst Wunner