Vor dem Amtsgericht Lichtenfels musste er sich gestern deswegen verantworten. Das Urteil des Gerichts: 120 Arbeitsstunden und eine zwölfmonatige Teilnahme an einer sozialen Trainingsmaßnahme.
Er selbst habe nicht bemerkt, dass die drei Kinder mitgetrunken hatten, behauptete der Angeklagte. Im Verlauf der Verhandlung stellte sich hingegen heraus, dass es sich um ein abgesprochenes und bewusstes Trinkgelage gehandelt hatte.

Über Facebook verabredet

Über Facebook waren Verabredungen getroffen worden, dann begegnete man sich an einem Markt in Burgkunstadt, und schließlich fuhr man in eine Wohnung, wo die Spirituosen, die der 19-Jährige gekauft hatte, ausgepackt wurden.
Erschütternd an dem Fall war die Selbstverständlichkeit, mit der die Halbwüchsigen über Alkohol sprachen. Ein heute 13-Jähriger aus Pressig gestand auch, dass er seit einem Jahr rauche. "Die (...) hat gesagt, komm wir gehen nach Burgkunstadt saufen", sagte der Schüler.

Endstation Klinikum

Das Ergebnis war, dass die drei Schüler nach dem Wodka-Gelage torkelten, sich übergaben und ins Klinikum Coburg gebracht wurden. Dort waren verschiedene Behandlungen notwendig: Blutdruckmessungen, Infusionen und eine Nacht zur Ausnüchterung. Ein teurer Spaß für die Kassen.
Der Angeklagte, der nicht so wirkte, als ob er an den Konsequenzen seines Handelns wirklich interessiert wäre, versuchte, sich stoisch zu geben. Tatsächlich durfte er sich von Staatsanwältin Bianca Franke anhören, nur in den Tag hinein zu leben und "erhebliche Entwicklungs- und Reiferückstände" zu haben.
Die Staatsanwältin plädierte für einen vierwöchigen Dauerarrest, auch in Anbetracht dessen, dass der 19-Jährige schon wegen Sachbeschädigung und gefährlicher Körperverletzung auffiel. Auf die Frage, was er den ganzen Tag tue, erhielt das Gericht die Antwort: "Na ja, net viel."