Gegen Mitternacht waren die Arbeiten beendet, und am Sonntagmorgen rollten die Fahrzeuge auf der A70 bereits unter die neue Brücke hindurch. Allein das aufwendige Bauwerk mit seiner modernen Stahlkonstruktion kostet rund 700.000 Euro.

Ab 18 Uhr wurde die A70 am Samstag zwischen dem Dreieck Bayreuth/Kulmbach und der Anschlussstelle Brücklein für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Mitarbeiter der Firma STS-Stahltechnik aus Regensburg nahmen konnten ungestört ans Werk gehen.

Vorfertigung dauerte gut drei Monate

Der Brückenkoloss war im Werk hergestellt und in zwei Teilen bereits vor 14 Tagen an die Baustelle transportiert worden. Hektik kam in der Nacht nicht auf, vielmehr wurden die Arbeiten in aller Sorgfalt abgespult.
"Alle im Brückenbau gebräuchlichen Stähle werden in unseren Produktionsstätten verarbeitet, wir besitzen die wichtigsten Schweiß-Zulassungen für den Brückenbau", erläuterte STS-Projektleiter Ruppert Brügel. Gut drei Monate habe die Vorfertigung in der Werkstatt in Regensburg in Anspruch genommen. Das Einheben des Brückenbauwerkes sei mit den heutigen technischen Möglichkeiten "keine große Herausforderung mehr".
Projektleiter Ruppert Brügel: "Das ist nicht mehr so schlimm, denn mit zwei Kränen, die jeweils über 90 Tonnen heben, ist das kein Problem." Während sich der eine Kran schon einen Tag vorher auf der Neubaustrecke postieren konnte, dauerte die Aufstellung des zweiten Kranes auf der gesperrten Fahrbahn gut fünf Stunden.

Gigantisches Spektakel um Mitternacht

Gegen 23 Uhr waren dann die beiden Kräne hubbereit, und kurz nach Mitternacht war das gigantische Spektakel auch schon beendet. Danach machten sich die Arbeiter daran, das Baufeld zu räumen, da die Firma Rädlinger aus Cham/Selbitz bereits heute die Fahrbahn asphaltieren wird.

Mit Rebekka Adam von der Transportfirma Wiessbauer aus Bietigheim-Bissingen war auch eine Frau auf der Baustelle, um die beiden Autokräne zu koordinieren: "Ich habe die Planung für die Kranstandplätze gemacht und berechnet, welche Größenordnung und welche Auslastungen die Kräne haben müssen. Mit meinen Mitarbeitern habe ich den Drehkranzmittelpunkt auf die Autobahn gezeichnet. Der Kran muss punktgenau da stehen."
Die Firma Backer-Bau aus Freiberg/Nürnberg war schon seit Juni damit beschäftigt, die beiden Widerlager für die Stahlbrücke vorzubereiten. Polier Siegfried Hesel: "Die Brücke wird als festes Bauteil eingespannt, erst danach werden die Widerlager ausbetoniert und die Brücke in einem Teil ausgegossen."

Feuerwehr hielt Schaulustige fern

Für rund acht Wochen herrschte auf der Baustelle allerdings Stillstand, denn die Stahlbrücke sollte schon zu einem früheren Zeitpunkt eingehoben werden. Dass die Widerlager auf den Zentimeter passen, dafür wird heute ein modernes Messgerät verwendet, ein Geolith.

Vor Ort war in der Nacht auch die Feuerwehr Harsdorf. Kommandant Michael Hahn war mit seinen Leuten für die Sicherung der Baustelle zuständig: "Unsere Aufgabe bestand darin, die interessierten Leute davon abzuhalten, in den Gefahrenbereich hinein zu laufen."

Die nächtlichen Arbeiten an dem Brückenbauwerk wurden von rund 100 Personen aufmerksam verfolgt und die bereiteten der Feuerwehr überhaupt keine Probleme. Es lief alles sehr geordnet ab.