Bis zum 7. Dezember können sich Besucher in der Galerie des Landratsamts einen Überblick über die bisherigen Regierungspräsidenten von Oberfranken verschaffen. Gezeigt wird an Tafeln die 200-jährige Geschichte des Regierungsbezirks Oberfranken im Spiegel der Biografien seiner 24 Spitzenbeamten.

An Schautafeln ist jeweils der berufliche Werdegang der Regierungspräsidenten erläutert. Auch werden ihre besonderen Leistungen für Oberfranken hervorgehoben. Zum besseren Verständnis werden Erläuterungen zur territorialen und behördlichen Entwicklung des Regierungsbezirks gegeben.

Wie es zu der Ausstellung und dem Buch kam, erläuterte Klaus Rupprecht vom Staatsarchiv Bamberg.
Ziel sei es, der Bevölkerung die Geschichte von Oberfranken und die damit verbundenen Regierungspräsidenten ins Bewusstsein zu rücken. Denn wer in Oberfranken kennt heute noch die Namen von Melchior von Stenglein, Otto von Stößenreuther oder Ludwig Gebhard, obwohl sie als Regierungspräsidenten die Geschicke Oberfrankens in schwierigen Zeiten mit Geschick und Tatkraft prägten, beispielsweise der Letztgenannte, der beim Wiederaufbau in Oberfrankens zerstörten Infrastrukturen, insbesondere bei der Integration von 265 000 Heimatvertriebenen in knapp 1000 oberfränkischen Kommunen, mit eine zentrale Rolle inne hatte.


Sammelsurium an Gebilden

Auch wüssten nicht viele, aus welchem Sammelsurium an früheren staatlichen Gebilden sich der heutige Regierungsbezirk Oberfranken zusammensetze und wie es komme, dass bis heute deutlich unterschiedliche Konfessions- und Wirtschaftsräume in Oberfranken hervortreten? Und letztendlich: Wer könne sich etwas vorstellen, wenn von der langen Tradition und der hohen Bedeutung der Regierungsbezirke und ihrer Leiter die Rede sei? Mit der Ausstellung und mit dem Buch, so Rupprecht, wolle das Staatsarchiv Bamberg Antworten auf diese Fragen geben.

Das Jahr 2010 habe den Startschuss für die Wanderausstellung den idealen Anlass gegeben, denn im Juni 2010 habe es sich zum 200. Mal gejährt, dass das preußische - kurzzeitig französische - Fürstentum Bayreuth durch Ankauf zum Königreich Bayern kam. Daraufhin wurde 1810 eine Verwaltungseinheit, die Grundlage des heutigen Oberfrankens, gebildet. Damals hieß dieser allerdings noch Mainkreis und der Leiter wurde Generalkreiskommissär genannt.

Wie Rupprecht betonte, wurden die Ausstellung und das Buch unter Mithilfe zahlreicher Historiker und Archivare federführend im Staatsarchiv Bamberger erarbeitet. Landrat Oswald Marr (SPD) wies darauf hin, dass sowohl die Kommunen als auch der Landkreis in vielen Bereichen mit der Regierung von Oberfranken in Verbindung stünden.

Das von Stefan Nöth und Klaus Rupprecht herausgegebene Buch kann im Landratsamt, Kulturreferat (Gisela Lang, Telefon 09261/678327) oder per E-Mail unter verlag@willverlag.de bestellt werden.