Ein Fahrzeug von der Stange sei es geworden, das neue und glänzende Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20) der Kronacher Feuerwehr. "Wir haben auf den ganzen Schnickschnack verzichtet", umschreibt es Kommandant Christian Büttner am Festabend der Einweihung. Und dennoch ist es ein Fahrzeug, das man auf Anhieb wiedererkennt, denn auf beiden Seiten ziert es die Silhouette der Kronacher Altstadt. Die Anschaffungskosten bezifferte Büttner auf 330 000 Euro.

Ein paar individuelle Ausstattungsmerkmale gäbe es zwar schon, räumte er ein, "aber es wurde kostenneutral und fachgerecht umgebaut und erweitert." Hierfür danke man vor allem den Kameraden und den Spendern, die sich dafür eingesetzt hätten. "Einige der vorhandenen Fächer waren leer, die haben wir mit Ausrüstungsgegenständen bestückt wie einer Absturzsicherung, einer zusätzlichen Tauchpumpe und einem Sanitätsrucksack."

Ganz bewusst habe man sich für ein Fahrzeug mit "Normalausstattung" der Firma Magirus Deutz entschieden, "denn es ist sowieso höherwertig als die Norm". Seine Feuertaufe am 26. Juli habe der Neuzugang auch schon hinter sich. "Er hat sich toll bewährt", lobte der Kommandant. Von einem "verantwortungsvollen Umgang mit städtischen Finanzen" sprach Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein. Die Anschaffung sei bitter nötig gewesen, meinte er, "denn nach 34 Jahren musste man das alte Fahrzeug aussondern". Es habe seinen Dienst getan und seine Pflicht erfüllt.

Emotionaler Appell

Er verwies auf das im Jahr 2018 erstellte Fahrzeugentwicklungskonzept. "Das ist eine Richtschnur und wurde einstimmig abgesegnet." Er sprach auch von einem starken Rückhalt im Feuerwehrgremium, das seine Entscheidungen stets "mit Augenmaß" treffe. Die Wehr lobte er für ihr selbstloses Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz. Am Ende richtete er noch einen sehr emotionalen Appell an die Anwesenden: "Wir müssen zusammenhalten, denn nicht Facebook regelt die Welt. Bitte bedient dieses Medium nicht mehr zum Wohle der Stadt." Er bekam am Ende seiner Ansprache eine Figur des Schutzheiligen St. Florian überreicht als Dank für seinen jahrelangen Einsatz für die Kronacher Feuerwehr.

Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger sprach ebenfalls von einer nötigen Anschaffung und davon, "dass wir mit diesem Fahrzeug ein Stück Lebensqualität für die Bevölkerung schaffen." Und dann meinte er noch: "Keiner ist allein, es ist immer Hilfe da." Auf eine gute Zusammenarbeit freute sich der frisch gebackene Chef der Kronacher Polizei, Markus Welisch aus Wunsiedel. "Und ich verspreche, dass ich nie mehr Kraniche sage, sondern ab jetzt immer Kroniche."

Grußworte kamen auch von den Spendern und den umliegenden Wehren. Und die waren alle nicht mit leeren Händen gekommen. So brachte zum Beispiel die "Neusiche Weh" ein Kuvert mit einem Gutschein für ein "uneigennütziges Säula", das man bei einem gemeinsamen Fest auf den Grill schmeißen könne. Dazu meinte Vorsitzender Stefan Wicklein gespielt verzweifelt: "Des kenn ich. Die bringa a Säula ve 20 Leut und kumma mit 30."

Hauptakt war natürlich der kirchliche Segen, den sowohl Domkapitular und Feuerwehrpfarrer Thomas Teuchgräber als auch Pfarrer Achim Gerber spendeten.

Teuchgräber verwies dabei auf den 2. Oktober als ganz besonderen Tag: "Es ist ein Nationalfeiertag seit 1670, nämlich das Schutzengelfest." Dies sei ein sehr gutes Zeichen für den Tag der Segensweihe eines neues Feuerwehrfahrzeugs. "Feuerwehrleute sind Schutzengel. Sie helfen anderen, begleiten und schützen sie. Und das geht natürlich nur mit der richtigen Ausrüstung auf einem modernen und zeitgemäßen Niveau." Musikalische Akzente setzte das Duo "Sunset".