Dass die Gründertage der CIK Campus Innovations Kultur GmbH gut angenommen werden, wurde am Freitagnachmittag bei der dritten Veranstaltung deutlich. Diese fand im Tropenhaus "Klein Eden" statt. Es ging dabei um "regenerative Lösungen", um die Begleitung des CIK bei Existenzgründungen und darum, wie man mit erneuerbare Energien Existenzen gründen kann.

Christian Olgemöller ist ein Beweis dafür. Er hat die "Sunny- Buoy" entwickelt. Mit seinem Leucht-Bojen will er das Meer sicherer, Partystrände attraktiver machen.

Er sei ein Hobbysegler, erklärte er. Die Idee mit dem Leucht-Bojen sei bei einem Segeltörn gekommen, als er ein Bojenfeld zum Anleinen von Yachten erblickte. Er habe gedacht, es könne doch nicht sein, dass Plastikkanister im Meer rumschwimmen, die nichts können. Das sei die Geburtsstunde von "Sunny- Buoy" gewesen, erzählte er.

Seit rund sechs Monaten befasst sich Christian Olgemöller mit dem Prototyp. Die Elektronik war viel komplizierter als er gedacht habe. Er räumte auch ein, dass er mitten in seinen Überlegungen zur "Sunny- Buoy" nicht mehr weiter wusste. Über einen Bekannten sei er zu CIK gekommen. Der Geschäftsführer von CIK, Thomas Kneitz, habe ihm viele hilfreiche Tipps gegeben und auch den Kontakt zum Fraunhofer-Institut hergestellt. Mittlerweile ist die Boje soweit, dass sie nachts leuchten kann und das ohne Stromzufuhr.

Noch steht Christian Olgemöller am Anfang mit seiner Firma. Es soll nicht bei der leuchtenden Boje bleiben. Angedacht ist eine Vernetzung mittels GPS-Sendern. So könnte man, bevor man eine Küste ansteuert, auf Google Maps sehen, welche Ankerplätze noch frei sind.

Strombedarf wie ganz Bamberg

Um Entwicklung ging es auch beim Vortrag von Thomas Schmidt, der bei Heinz-Glas für das Thema Energie zuständig ist. Der Strombedarf des Unternehmens am Kleintettauer Standort betrage 100 000 000 Kilowattstunden pro Jahr. Das entspreche in etwa 25 000 Drei-Personenhaushalten oder einer Stadt wie Bamberg.

In seiner Ausführungen stellte er klar, dass die Glasindustrie immer energieintensiv bleiben wird. Der größte Energiebedarf werde für die Glasschmelze benötigt. Die Abwärme, die dabei entstehe, werde in Kleintettau für das Tropenhaus benutzt.

Den Einsatz von zwei Elektroschmelzwannen am Kleintettauer Standort begründet er damit, dass diese effizienter als Gas seien.

Seit Jahren investiere die Heinz-Gruppe in erneuerbare Energieerzeugung, in Kleinwindkraft und Photovoltaik. Der Ertrag mit dem Kleinwindkraft sei gering. Den kompletten Energiebedarf mit Photovoltaik zu decken, sei äußerst schwierig.

Schmidt erklärte, dass bei der Heinz-Gruppe bezüglich Energie ein Forschungsprojekt läuft. Es sollen Rahmenbedingungen für die zukünftige Gestaltung des Strommarktes erarbeitet werden, um neue Glasschmelz- und Speichertechnologien nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich umsetzen zu können. Mit DisConMelter sei auch eine Fakultät für Ingenieurwissenschaften mit im Boot.

Schmidt stellte aber klar, dass die Glashütte bei all ihren Bemühungen auf eine öffentliche Energieversorgung angewiesen sei. "Die Energieversorgung wird zwar dezentraler, aber nicht autark!". Und er ist überzeugt: "Der Strom wird in Zukunft der wichtigste Energieträger sein!".

Anwesend waren auch Jugendliche aus dem ersten Schülerseminar. Diese stellte ihr Start-up "power solution" vor. Hier geht es um ein nachhaltiges und innovatives Heizungs- und Energiekonzept für Unternehmen. Johannes Kran, Raphael Thoma und Simon Porzelt sind hier die Pioniere. Wie sie erklärten, geht es überwiegend um größtmögliche Kosteneinsparungen für Unternehmen, Regionalität, Nachhaltigkeit und um eine umweltschonende Energiegewinnung. Die drei Abiturienten wollen bis zu ihren Prüfungen ihr Konzept vollständig ausgearbeitet haben.

Am Anfang stellte Thomas Kneitz CIK vor. Demnach wird diese Einrichtung von der Bayerischen Staatsregierung und von Unternehmen aus der Region gefördert. Seit der Gründung des CIK vor 21 Monaten könne er 28 Gründerbegleitungen vorweisen. Für 2019 seien sieben Gründertage geplant.

Das nächste Gründertag soll am 3. März zusammen mit dem Frankenwald-Tourismus in Mitwitz stattfinden. Weiter stehen Gründertage zu den Themen Künstliche Intelligenz (Valeo), Industrie 4.0/5G (Wiegand-Glas), Handwerk, Automobile Innenräume an.

Anwesend beim Gründertag waren zudem Rechtsanwalt Jürgen Wittmann, der auch seine Unterstützung bei Gründungen, Umstrukturierung, Sanierungen etc. anbot. Rüdiger Laß von der LfA wies darauf hin, dass es bei Gründungen bezüglich Umwelt- und Energieeffizienz Fördermöglichkeiten seitens seiner Einrichtung, in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Hausbank, möglich seien.

Der dritte Gründertag wurde mit einem Rundgang durch das Tropenhaus "Klein Eden" mit Ralf Schmitt abgerundet.