Schön ist er geworden: Der "neue" Kirchenvorplatz der Pfarrkirche St. Leonhard Zeyern. Das neu verlegte Pflaster in einem warmen Naturton harmoniert prächtig mit der Außenansicht des Gotteshauses und auch die neu geschaffene Rampe mit den Sandstein-Einfassungen fügt sich optisch hervorragend in das Gesamtbild ein. Mit dem barrierefreien Zugang wurde ein lang gehegter Wunsch der Kirchengemeinde realisiert.

"Was lange währt,...", erklärte Kirchenpfleger Peter Scherner bei der Vorabendmesse am Samstag, dass sich die Kirchenverwaltung schon etliche Jahre mit der Umsetzung eines barrierefreien Zugangs beschäftigt habe. Für die Umsetzung habe es zwei Alternativ-Vorschläge gegeben - nämlich Zugänge über den hinterenTeil des Friedhofs oder über ein Nachbargrundstück. Da jedoch beides nicht umsetzbar gewesen wäre, sei nur die Barrierefreiheit einer der bestehenden Aufgänge geblieben - und dies bei möglichst wenig Eingriff in den Bestand. Damit wurden die Pläne für einen Abbruch der rechten Außentreppe an der Pfarrheimseite konkreter.

Da es sich um einen gemeinsamen Zugang von Gottesdienst- und Friedhofsbesuchern handle, sei man mit dem Ansinnen bei der Gemeinde vorstellig geworden. "Wir haben sofort Gehör gefunden", zeigte sich der Kirchenpfleger Bürgermeister Norbert Gräbner sowie Bauamtsleiterin Katja Wich gegenüber dankbar.

Lediglich hinsichtlich des Baumaterials gab es einen Änderungswunsch. "Wir haben dann überlegt, ob wir das alte Pflaster liegen lassen oder gleich den kompletten Platz schöner gestalten sollten", so der Kirchenpfleger. Im Nachhinein sei man froh und stolz auf die "große" Lösung, entstanden im guten Miteinander der kirchlichen und politischen Gremien, des Erzbischöflichen Bauamts sowie des Denkmalamts.

Sein besonderer Dank galt Regionaldekan Thomas Teuchgräber, der das Vorhaben unterstützt, gleichzeitig aber der Kirchenstiftung freie Hand gelassen habe, sowie der Firma Gareis-Bau für die sehr gelungene Umsetzung. "Sehr schön ist es auch zu beobachten, dass der neue Zugang gleich intensiv angenommen wurde", freute sich Scherner.

Billig sei die Maßnahme jedoch nicht. Nach Abzug des Anteils der Gemeinde und des Zuschusses der Erzdiözese Bamberg verbleibt ein Eigenanteil von 24 000 Euro, weswegen er um Spenden bat.

"In guter Zusammenarbeit wurde hier etwas Tolles geleistet", würdigte Bürgermeister Gräbner. "Das Ergebnis ist noch schöner als ich es mir vorgestellt hatte", so der Rathauschef.

Zum Ende des Gottesdienstes versammelte sich die Pfarrgemeinde auf dem Vorplatz, dessen Segnung und offizielle Inbetriebnahme Regionaldekan Thomas Teuchgräber vornahm.

Neuen Kaplan eingeführt

Im Gottesdienst wurde auch der neue Kaplan der Pfarreiengemeinschaft Kronach, Andreas Stahl, in Zeyern in sein Amt eingeführt. Für den Bindlacher ist es die zweite Kaplanstelle in seinem Berufsleben. Der Kirchenpfleger und der Bürgermeister sagten ihm vollste Unterstützung zu, wobei Gräbner die harmonische Zusammenarbeit von Politik und Kirche herausstellte: "Das Rathaus steht Ihnen immer offen". Als Begrüßungsgeschenk überreichte er ihm eine Wanderkarte des Landkreises und eine CD des Musikvereins Zeyern.

Jede Pfarrgemeinde habe wohl, so Regionaldekan Thomas Teuchgräber, verschiedene Erwartungen und Wünsche an einen Kaplan. Eine Hoffnung aber hätten wohl alle, nämlich er möge ein leutseliger Seelsorger sein - einer, der nicht nur im Pfarrhaus bleibe, sondern den Menschen in einfacher und ungekünstelter Art begegne, auf einer Ebene mit ihnen spreche, mit offenen Augen und Ohren durch die Straßen gehe, auch den "einfachen Mann" wahrnehme und viel von den Begegnungen für sich aufnehme.

Die Festpredigt hielt der neue Kaplan selbst. Wenn Jesus im Markus-Evangeliums (Mk 7,6) das Verhalten der Pharisäer mit den Worten "Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir" anprangere, drücke er damit aus, dass es nicht auf Äußerlichkeiten ankomme, sondern auf die innere Haltung, so der Kaplan, den die Jüngsten mit einem "Hallo"-Begrüßungslied bedacht hatten.