Stolz breitet sich aus auf den Gesichtern der Mädchen und Jungen der 6. Jahrgangsstufe: Sie stehen auf der Studiobühne des Kronacher Kaspar-Zeuß-Gymnasiums (KZG) und strahlen ins völlig faszinierte und vor allem beeindruckte Publikum. Sie hatten es geschafft, und ihr Theaterstück "Der Zauberer von Oz", gespielt in einer ganz eigenen Variante, vermittelte Hingabe, Überzeugungskraft, aber vor allem ganz viel Spaß.

Und dass es diesen Spaß gab, stand außer Zweifel, denn die jungen Darsteller konnten eines: Auch mal über sich selbst oder über minimale Pannen oder "Hänger" lachen. Damit landeten sie geradewegs in den Herzen des Publikums. Der Applaus am Ende bewies, wie hingerissen jeder Zuschauer von dieser Leistung war. Und die war deshalb so beachtlich, weil die jungen Darsteller die Rollen lebten und nicht nur spielten.

Erstaunliche Darsteller

Idealbesetzung Amelie Baumann als Dorothy zog das Ensemble mit. Überzeugt hat aber nicht nur sie, sondern auch Hanna Gryglewicz als Scheuch, Angelina Plitzner als Blechmann und Sarah Ellner als Leo erfüllten die Rollen mit viel Leben. Beeindruckend war auch Macy Emonfomwan als Sumpfhexe. Styling und Schminke erzeugten bei ihr eine fast schon beängstigende Illusion der Bösartigkeit.

In Doppelrollen schlüpften Manami Hagen und Nina Baierlipp, die als Wächter und als "Gedanken" zu sehen waren. Ergänzt wurde das Gedankentrio durch Annina Herzog, die auch als "Mut" am Ende noch einmal ihren Auftritt hatte. Das Ensemble komplettierten Helene Herzog als "Herz", Emma Dunst als "Verstand", Lara Vetter als Tante Em und Zisis Potsis als Onkel Henry und Zauberer von Oz.

"Kennst du Angst, weißt du auch, was Mut ist." Ein Rat für das ganze Leben - und vor allem immer noch aktuell. Dies trifft allerdings auf den gesamten "Zauberer von Oz" auch heute noch zu.

Erstaunlich und beachtenswert war aber nicht nur das Spiel der jungen Akteure, es war auch der Umstand, dass man mit wenigen und einfachen Mitteln, mit Herzblut und ohne pompöse Ausstattung eine überzeugende und bezaubernde Vorstellung abliefern kann.

Überzeugende Regisseurin

Die Handschrift, die das Stück trug, war beinahe unverkennbar: Julia Knauer hat als Regisseurin einmal mehr überzeugen können. Ihr Talent, junge Menschen spielerisch ans Schauspiel heranzuführen, war ein Mosaikstein für den großen Erfolg des gesamten Stückes.

"Sie ist an den Schauplatz des Verbrechens zurückgekehrt." So formulierte Schulleiterin Renate Leive das Engagement von Julia Knauer, die selbst einst am KZG ihr Abitur machte. "Außerdem bin ich stolz darauf, dass die Theatertradition an unserem Gymnasium nie abgebrochen ist. Freude, Begeisterung und auch ein bisschen Nervosität gehören dazu. Unsere Schüler blühen auf, wenn sie spielen, und vielleicht sehen Sie ja heute schon die oder den einen oder anderen Oskar-Gewinner?"