"Nicht vorhandener Wohnraum kann die Entwicklung einer Kommune hemmen", argumentierte Bernd Liebhardt. Der CSU-Fraktionsvorsitzende erläuterte im Kreisausschuss den von seiner Fraktion im Mai gestellten Antrag für eine Wohnungsbauinitiative im Kreis.

Auch im Kreisausschuss: Ein Neubau für das Landratsamt?

Wohnraum, so die CSU in ihrem Antrag, sei ein Grundbedürfnis für alle Alters- und Einkommensgruppen. Und ein Landkreis, der wachsen wolle, benötige vor allem bezahlbaren Wohnraum. Deshalb schlägt die CSU als ersten Schritt eine umfassende Analyse des Ist-Standes vor. Dies müsse in einem zweiten Schritt Maßnahmen begründen, wobei eigene Wohnungsbauprojekte des Kreises als wichtiges, mögliches Instrument genannt werden.

Gabriele Riedel, Zukunftscoach am Landratsamt, erklärte, wie die Analyse ablaufen könnte. Zunächst sollten Bevölkerungsentwicklung, Zu- und Wegzüge, vermietete und vermietbare Häuser und Wohnungen, der Gebäudeleerstand, der Stand des sozialen Wohnungsbaus sowie das aktuelle Bauland-Angebot erfasst werden. Außerdem sollten mögliche Förderprogramme aufgelistet werden. Hinzu komme die Kontaktaufnahme mit heimischen Kreditinstituten, um mögliche Wohnungsbauinitiativen anzustoßen.

Zur Durchführung der Analyse schlug Riedel vor, einen Werkstudenten anzustellen und/oder zwei Plätze zum Schreiben von Masterarbeiten am Landratsamt zu schaffen. Sie stellte ferner zwei Varianten zur Abstimmung vor - eine mit einer Dauer von sechs Monaten und eine mit einem Zeitfenster von mindestens einem Jahr.


Verknüpfung mit Studiengang geplant

"Ich begrüße den Antrag, der ein Kernthema der Sozialpolitik unseres Kreises anspricht", sagte Bernd Rebhan (CSU). Er schlug vor, die Analyse mit dem auf Regionalentwicklung angelegten Studiengang Zukunftsdesign am Loewe Campus zu verknüpfen. Landrat Löffler sagte, dass es solche Pläne gebe. "Gut, dass man jetzt im Kreis nicht mehr nur den freien Markt die Wohnsituation regeln lässt", kommentierte Edith Memmel (Grüne).

Kronacher CSU stellt Antrag zum Thema Wohnraum

Gerhard Wunder (CSU) regte an, auf bereits vorhandene Leerstandskataster der Kommunen zurückzugreifen. "Wenn wir die Daten zweimal erheben, kennt sich der Bürger irgendwann nicht mehr aus." Bernd Liebhardt entgegnete, dass die Analyse aber in vielen Fällen genauer benötigt werde als es in vielen Kommunen der Fall sei.

Der Beschluss, mit der auf ein Jahr angelegten Analyse-Variante zu starten, fiel einstimmig.

Was noch los war: Splitter aus dem Kreisausschuss

Seniorenpolitik Der Landkreis Kronach will sich ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept geben. Dies benötigt er nach Artikel 69 des Gesetzes zur Ausführung der Sozialgesetze. Landrat Klaus Löffler (CSU) will mehr als das rechtlich Notwendige. "Es soll einen Kronacher Weg geben, der mehr in die Tiefe geht." Das Entscheidende: Es soll eine enge Verzahnung mit bereits bestehenden Initiativen und den Kommunen geben. Die Auftragsausschreibung an ein externes Büro wurde einstimmig beschlossen.

Festung Rosenberg Der Landkreis gewährt der Stadt Kronach zur Sanierung des Bauwerks einen Kreiszuschuss von jeweils 60 000 Euro für die Jahre 2016, 2017 und 2018.
"Nordost-Oberfranken-Erklärung" Im Zuge der interkommunalen Zusammenarbeit bewirbt sich der Kreis Kronach zusammen mit Kulmbach, Hof und Wunsiedel für ein Pilotprojekt, das die Anbindung an die Metropolregion Nürnberg verbessern soll.

Rechnungsprüfung Michael Wunder (CSU) gab als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses seinen Bericht für 2016 ab. Er wurde einstimmig abgesegnet.

Mobilfunk Bernd Liebhardt (CSU) warb für ein Programm der bayerischen Regierung zur Stärkung des Mobilfunknetzes. Stefan Wicklein (FW) kritisierte, zu viele Aufgaben würden an die Kommunen delegiert.