"Wenn ich auf der Bühna steh, muss ich was sach - aber ich bin so aufgerecht. Donn hab ichs mir aufschriebn, aber ich kann mei eigena Schrift nimme les." Der Vorsitzende der Langstädter Fousanacht, Robert (Rob) Vogel, machte tatsächlich eine verzweifelt Miene zum Gotterbarmen, als er am Samstag auf der Bühne der Turn- und Festhalle in Küps stand. Aber eines wusste er noch ganz genau, nämlich warum er hier war: Um der Narretei Tür und Tor zu öffnen am Büttenabend der Langstädter Fousanachter.

Nadine und Christina erlösten den Vorsitzenden

Sprechen musste er anschließend aber nicht mehr viel, denn das übernahmen die beiden Moderatorinnen Nadine und Christina. Und die setzen ein Statement: Langweilige Ansagen waren gestern, heute hauen wir drauf. Geschickt platzierten sie ihre eingestreuten Gags, fragten sich den ganzen Abend aber dennoch, warum sie eigentlich wieder mal hier seien. "Vielleicht, weil der Büttenabend so schnell ausverkauft war und wir keine Karten mehr bekamen?"

13 Tanznummern hatten's in sich

Und nachdem das Prinzenpaar Nadja die I. und Florian der I. offiziell ins "Narrenland" eingeladen haben, gab es kein Halten mehr. Den Abend prägten vor allem die 13 Tanznummern, in die die Langstädter Fousanachter Sketche und Büttenreden eingeflochten hatten.

Waldpflanzen mit christlichem Hintergrund

So kam zum Beispiel Anna Jakob, die "Wilhelmsthäle Zicheunera" als Tanzmariechen daher. "Ich find mich gut," war ihr Fazit und ihre Gedanken schweiften vor allem auch um Begriffe wie "Negerkuss" oder "Schwarzfahrer." "Es gibt keine Schwarzfahrer, meinte sie, das sind nämlich Passagiere öffentlicher Verkehrsmittel ohne monetären Hintergrund. Und Christbäume gibt es auch nicht. Das sind Waldpflanzen mit christlichem Hintergrund."

Drei im Weggla strandeten mit ihrem Fanbus

Ihre Viertelstunde Redezeit brauchten "Die Drei im Weggla", Torsten Michel, Kai Klose und Martin Repper. Sie, die sich mit ihrem Fanbus nie verfahren, weil sie ihr Ziel einkreisen, waren dieses Mal in Tiefenklein gestrandet. Ohne Sprit, aber mit ausreichend gekühlten Bierreserven. Kurz überlegten sie, ob man fränkisches Bier, weil es ja mittlerweile so viele Chemikalien enthalte, nicht vielleicht in den Tank schütten könne. Von dieser Überlegung kamen sie aber schnell weg und hin zu Dieselfahrverboten, dass man in Hain alle Straßen gleichzeitig aufgerissen habe und es keiner merkte, dem Bau eines Küpser Flughafens oder eines Mautsystems. Letzteres könne man aber gar nicht installieren, weil "Drauflechgschäft." Hier würde nämlich überwiegend der städtische Bauhof blechen müssen, "weil die ständig völlig sinnlos durch die Gemeinde brettern." Sie freuten sich aber vor allem auch, dass es so gut läuft in der Gemeinde und begrüßten die "Quotenhannisthäler," die eine Fahrgemeinschaft mit Theisenort eingegangen seien.

In die Wechseljahre gekommen waren Michaela und Denise Stadelmann. Sie befanden sich in einem Stadium, in dem sie sich sicher waren, dass der Schönheitschirurg ein getarnter Änderungsschneider sei. Auch das mit dem gewünschten Vorspiel beim Sex funktionierte nicht wie gewünscht. "Als ich gsocht hou, ich brauch jetzt a Vorspiel, ich bin schließlich in die Wechseljohr, hott mei Mo gsocht: ich fohr doch an nije mit mein Auto vo die Garage und hup a veddla Stund bis ich nei foh." Und weil sie für ihren Gatten sexuell nicht mehr attraktiv sei, möchte sie jetzt bitte auch eine zweite Meinung einholen.

Der "Nölla" fürchtet die Eieruhr

Einer ohne Büttenrede, aber mit "Dottertitel", der eigentlich als Spiegelei kommen wollte, aber rumgeeiert ist, war Nölla, alias Wolfgang Baumann. Er pendelte zwischen Eihockey, Eisprung und Eifön und meinte: "Wenn einst meine Eieruhr abgelaufen ist, dann bin ich ein Doter." Geschickt legte er eine Spur vom Nölla mit Mikroskophintergrund, also einem "Nülli" bis hin zu Johann in der verniedlichten fränkischen Form auf türkisch: "Erdohannla". Überhaupt sei er der erste Influencer gewesen, weil er mit seinem "Torpedo Drei-Gang mit Ventilkäppla" den Breitenloher Berg erklommen habe, oben mit der Polaroid Selfies geschossen und die dann an die Amtstafel gepappt habe.

Zum Schluss gab's die legendäre Arschparade

Nicht ganz so glatt lief es bei den Franken Rebells, die zwar kein Glück mit dem Schläger hatten, aber unverdünnte Hopfensuppe liebten, denn "Radler ist kein Alkohol." Der Abend endete nach Mitternacht mit der schon legendären "Arschparade" und einem tosenden Applaus.