Es war eine Veranstaltung von Schülern für Schüler. Am Freitagabend erhielten in der Rennsteighalle im Beisein von über 250 Gästen 17 Schülerteams mit insgesamt 52 Schülern ihr Abschlusszertifikat für eine erfolgreiche Teilnahme am ersten Schülerseminar.

Es war eine festliche Stimmung und der Geschäftsführer des Campus Innovations Kultur (CIK), Thomas Kneitz war begeistert. Er war es, der die Schülerseminare leitete. Anwesend waren neben Vertretern der Politik auch Unternehmer der heimischen Wirtschaft und Lehrkräfte aus der Mittelschule Windheim, der Maximilian-von-Welsch-Realschule und den beiden Kronacher Gymnasien.

Unternehmerdasein kennengelernt

Die Jugendlichen befassten sich in einem einjährigen Seminar unter der Federführung von Thomas Kneitz mit dem Gründen von Start-ups und mit all dem, was ein Unternehmerdasein ausmacht. Kneitz freute sich, dass aus den ersten Schülerseminarjahrgang auch gleich fünf Schüler Start-ups gegründet worden.

In einem 14-tägigen Turnus kamen die Teams außerhalb ihres Unterrichts und an verschiedenen Orten, wie im Loewe-Campus Kronach, im Stockheimer Rathaus, bei "petz industries" in Haßlach und in der Windheimer Schule zusammen, um sich intensiv mit Wirtschaftsthemen zu beschäftigen. Hinzu kam, dass sie die Möglichkeit hatten, Unternehmer der Region bei Gesprächen persönlich kennenzulernen. Insgesamt gab es 232 Veranstaltungen.

Viel Engagement

Raphael Thoma erklärte es so: "Uns wurden die wirtschaftlichen Sachen mit viel Engagement und Herzblut näher gebracht". Es sei viel gedacht und gelacht worden Und in humorvoller Weise meinte der Schüler, dass man sich in den einzelnen Teams auch mit Insolvenzen befasst habe. "Ich hoffe, dass es bei Ihnen nie zu einer Insolvenz kommt, und wenn doch - er habe sich erklären lassen, wie es weitergeht!"

Inhaltlicher Gewinn für Schüler

Der Direktor des Frankenwaldgymnasiums Harald Weichert stellte klar, dass Heranwachsende nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen: "Aus schulischer Sicht sind die Schülerseminare ein interessantes Angebot!" Die Themen Unternehmensführung und -gründung bezeichnete er als einen inhaltlichen Gewinn für die Schulen. Damit würde das Unterrichtsfach Betriebswirtschaft ergänzt und vertieft.

An den Ausführungen von Thomas Kneitz merkte man, dass er mit Herzblut seine Schüler in die Unternehmer- und Gründungswelt einführte. Es gehe darum, so Kneitz, menschliche "Hidden Champions", versteckte Talente, zu entdecken. Dass Unternehmer sich Zeit für Gespräche nahmen, bezeichnete Kneitz als eine Wertschätzung gegenüber den Teilnehmern der Schülerseminare.

"Großartige Unternehmen"

Florian Prosch, Geschäftsführer der Rainer-Markgraf-Stiftung, begründete die Unterstützung der Stiftung für CIK mit einer "strukturschwachen Region". Der heutige Abend führe aber vor Augen: "Diese Region ist nicht strukturschwach, sondern es sind großartige Unternehmen vorhanden, von denen die Schüler lernen können!" Er ermunterte die jungen Leute, sich den Aufgaben des Lebens zu stellen.

Im Laufe des Abends wurde auch ein Schüler Start-up mit dem Unternehmerpaten Harald Schuberth, Gründer Initiative - Gesunder Betrieb GmbH (i-gb) vorgestellt. Christoph Bauer, Dominik Maier und Jannik Großmann erklärten ihre Firma "Kombinio". Es gehe um Umweltschutz, um eine kostengünstigere und effiziente Mobilität, so Jannik Großmann. Dies soll durch Vernetzung und Kooperationen mit Autohäusern und Versicherungen gelingen. Er und seine Mitbegründer freuen sich, mit dem BRK-Kreisverband unter Roland Beierwaltes, mit dem Pizza-Service unter Tobias Heinlein und mit dem Geschäftsführer des Autohauses Vetter, Otto Büttner-Vetter, bereits schon jetzt Partner gefunden zu haben. Das Konzept sehe nun vor, dass das BRK am Vormittag ein Auto und am Nachmittag der Pizzaservice gemeinsam ein Auto nutzen. Eingesetzt werden Erdgas- und Elektroautos. Das Autohaus Vetter habe sich bereit erklärt, Wartungs- und Reparaturarbeiten zu übernehmen. Bei Unfällen werde sofort ein Ersatzauto bereitgestellt. Die drei Jungunternehmer stellen sich vor, nun in den Privatverkehr einzusteigen, beispielsweise könnten sich Schichtarbeiter ein Auto teilen. Jannik Großmann geriet ins Schwärmen, als er von Vorteilen wie "grünes Fahren", Kosteneffizienz durch Vernetzung und angenehmes Fahrklima sprach. Das Ziel lautet: "Auto heute - Kombinio morgen".

Bei der anschließenden Zeugnisübergabe durch den Geschäftsführenden Gesellschafter der Paul-Rauschert-Steinbach GmbH, Roland P. Rauschert und dem Sprecher der Geschäftsführung der Dr. Schneider Unternehmensgruppe, Parag Shah, wurden die Besten auch mit einem Gutschein in Höhe von 100 Euro belohnt.

Celine Schmidt und Lukas Troche, die durch das Programm führten, bedankten sich beim Vorsitzenden des Beirats und Förderer des CIK, Nikolaus Wiegand. "Ohne Sie wäre diese Veranstaltung nicht möglich gewesen."

Der Dank von Nikolaus Wiegand galt vor allem dem an diesem Abend erkrankten MdL Jürgen Baumgärtner, der sich stark für CIK engagiert habe. "Er ist das Sprachrohr in München, was die Finanzierung des CIK anbelangt.

Thomas Kneitz bedankte sich abschließend bei Julian Baumgärtner. Er sei der Pionier der Schülerseminare gewesen. Sein Dank galt weiterhin den Unternehmer und denjenigen die eine Patenschutz übernommen haben.

Für die musikalische Umrahmung beim Festabend sorgte die Schulband des Frankenwald-Gymnasiums.