Es war wieder ein tierisches Vergnügen, das Dackelrennen auf der Hubertushöhe bei Steinwiesen. Die gut 200 Zuschauer hatten sichtlich ihren Spaß, als bei dieser Traditionsveranstaltung 29 kleine Vierbeiner auf der etwas abschüssigen Grasrennbahn mit fliegenden Ohren durchs Ziel rannten, beziehungsweise rennen sollten.

"Sollten" deshalb, weil einige dieser "Bodenfrostmelder" entweder eine andere Richtung einschlugen oder nach dem Start noch Überlegungen anstellten, ob sie denn überhaupt gewillt sind, die rund 35 Meter lange Strecke zurücklegen zu wollen. Da nützte es auch nichts, dass Frauchen oder Herrchen hinter der Ziellinie mit den verschiedensten, oftmals recht sonderbaren Lockmitteln (zum Beispiel Gänseflügel) wild auf sich aufmerksam machten, um so ihrem Liebling zum Sieg zu verhelfen.

Zumeist wurden drei Dackel nach dem Kommando "Auf die Plätze, fertig, los" von Georg Härtel auf die Reise geschickt. In einem Fall gab es einen lachenden dritten Dackel. Dies, als sich die beiden Mitbewerber noch vor der Ziellinie im Rennfeld gegenseitig beharkten und der dritte im Bunde ungestört sich den Sieg und damit die (Belohnungs-)Wurst holte. Allerdings gab es diese Wurst auch für alle anderen teilnehmenden Hunde. Für die Besitzer der Sieger gab es später Pokale, Urkunden und Preise.

Dieser spaßige Wettbewerb wird nun schon seit über 40 Jahren unmittelbar unterhalb des idyllisch gelegenen Waldgasthauses Hubertushöhe durchgeführt. Veranstalter ist stets die Sektion Coburg im Dachshund-Club Nordbayern, die Mitglied im Deutschen Teckelklub ist. Sektionsleiter Prof. Georg Härtel hatte zu Beginn des Spektakels den Schaulustigen nähere Erläuterungen zum Rennverlauf gegeben. So starten die Rauh-, Kurz- und Langhaardackel in vier Klassen, und zwar in der Babyklasse (bis sechs Monate alt), der Jugendklasse (sechs bis neun Monate), der Altersklasse (ab acht Jahre) und der Offenen Klasse (ab neun Monate bis acht Jahre). In dieser Offenen Klasse wird auch der Frankenwaldsieger ermittelt.

Joschi ist Frankenwaldsieger

Diesen Titel holte sich nicht zum ersten Mal Joschi von Schloss Rosenau, denn dieser Dackel von Lothar Silzer aus Meeder zündete den Turbo am schnellsten. Aber auch die Rennleistungen der Zweitplatzierten Lilly von Rauhenstein (Peter Sturm aus Burgebrach) und der Dritten (Pauline vom Nonnenschlag (Jens Blinzler aus Beikheim) waren nicht von schlechten Eltern. Bei den "Babys" waren nur zwei Dackel vertreten, wobei sich Paula-Anni von Brennberg (Elfi Lerke aus Sonnefeld) vor Casey vom Teufelsholz (Thilo Streng aus Neustadt) auf den Thron hievte.

Den Sieg in der Jugendklasse erlief sich Kira vom Linteler-Forst (Markus Stelzer aus Weitramsdorf) vor Guincy vom Nonnenschlag (Egon Frank aus Theres). In der Altersklasse verdiente sich Cleo von der Herrlicher Höhe (Barbara Herr aus Coburg) die Siegerwurst. Es folgte Lenz vom Nonnenschlag (Sandra Fugmann aus Niederfüllbach).

Die Teilnehmer kamen aus den unterschiedlichsten Richtungen zum Austragungsort, der an der Kreisstraße zwischen Nurn und Tschirn gelegen ist. Von Jena und Gotha, von Coburg bis Bamberg oder von Theres bis nach Reichenbach waren die Hundebesitzer gekommen.

Der Dackel und seine Tücken

Wie schon in der Vergangenheit, so funktionierte dieses Dackelrennen auf dem rund 50 Meter langen und 30 Meter breiten abgesteckten Areal nicht wie man das von einer üblichen Leichtathletik-Veranstaltung gewohnt ist. Der Dackel an sich läuft nämlich dann erst los, wenn er der Meinung ist, dass er loslaufen will. Doch nicht, weil gerade jemand "Los" schreit. Er sieht auch nicht unbedingt die Notwendigkeit, dorthin zu laufen, wo gerade jemand einen Strich auf die Wiese gemalt hat und behauptet, dass das das Ziel sei. Da zieht es der "Athlet" schon mal vor, Kontakt mit den am Rande stehenden Zuschauern oder deren mitgebrachten Vierbeiner aufzunehmen.

So gibt es immer wieder die tollsten Kuriositäten zu erleben, die das Rennen auf der Hubertushöhe zu einem beliebten Anziehungspunkt alle Jahre im September macht. Apropos "Hubertushöhe": Hier galt ein ganz dickes Lob von Georg Härtel dem Wirt des Waldgasthauses, Horst Weißenborn, und seinem Helferteam. Sie hatten erneut dafür gesorgt, dass unter anderem die Wiese in einen golffähigen Zustand versetzt worden ist. Härtel stellte dabei ausdrücklich das gute Verhältnis zum Wirt, der sich auch als Sponsor mit eingebunden hatte, heraus. Eine große Stütze war wie alle Jahre einmal mehr Rosi Bauersachs aus Rödental, die an allen Enden und Ecken helfend zur Stelle war.