Neben viel Lob für die geleistete Arbeit im Jahr 2017 gab es in der Jahresschlusssitzung des Gemeinderates Weißenbrunn auch kritische Worte seitens der Freien Wähler. Christian Höfner meinte entgegen der Kollegen anderer Fraktionen, es sei nicht viel getan worden. Der Haushaltsplan- und Satzung komme viel zu spät, es bleibe wenig Zeit zur Umsetzung. Ohne politischen Druck des Gremiums und der Bürger bewege sich gar nichts.

Die FW-Fraktion erwarte zukünftig mehr Einsatz vom Bürgermeister, so Höfner. Als Gemeindeverbandsvertreter sollte der Bürgermeister für die Abschaffung der ungerechten Straßenausbaubeitragssatzung eintreten und dies nicht noch öffentlich in der Presse propagieren.
Dennoch hatte Höfner auch Dankesworte an Bürgermeister, Gemeinderat, Verwaltung und Bauhof.

Günther Oßwald (SPD) sah im Gremium eine gute Zusammenarbeit. Trotz mancher Spitzen seitens der FW sei viel vorangegangen und geleistet worden. Dabei dachte Oßwald vor allem an die Gemeindeverbindungsstraße nach Wildenberg, ein Baugebiet wurde auf den Weg gebracht, der Kindergarten Hummendorf saniert und erweitert und vieles mehr und dies trotz klammer Kasse. Dafür dankte er den Bürgermeister. Der Verwaltung galt sein Dank für die guten Sitzungsvorbereitungen, in erster Linie Geschäftsleiter Marc Peter Biedermann, der sich als kompetenter Berater auch für Gemeinderäte und Bürger erweise.


Autarke Wasserversorgung

Dem schloss sich auch Klaus Ruppert (CSU) an, der trotz mancher Meinungsverschiedenheit doch im Großen und Ganzen eine gute Zusammenarbeit im Gremium bestätigte und es wurde auch nicht alles falsch gemacht, stellte Ruppert fest. Seiner Meinung nach wurde das Gemeindeentwicklungskonzept zu spät angepackt, trotzdem werde man dahinter stehen, weil sich daraus viel entwickeln kann. Er zählte etliche Projekte auf, die durchgeführt wurden. Unter anderem wurde die Wasserversorgung- und -aufbereitung auf den neuesten Stand gebracht, die Gemeinde könne stolz sein, autark in der Wasserversorgung zu sein. Sein Dank richtete sich an den Bürgermeister und seine zwei Stellvertreter, an die Verwaltung und Bauhof.

Zweiter Bürgermeister Michael Bohl dankte besonders Bürgermeister Egon Herrmann, der für sein langjähriges Wirken in der Kommunalpolitik kürzlich mit der Verdienstmedaille des Freistaates Bayern ausgezeichnet wurde. Bohl verlas dazu nochmals die Laudatio des Bayerischen Staatsministers Joachim Herrmann. Dieser habe als besondere Leistungen das Pilotprojekt Offene Ganztagsschule an der Grundschule Weißenbrunn erwähnt, das Gemeindeentwicklungskonzept, welches die Gemeinde Weißenbrunn als erste Kommune im Landkreis Kronach auf den Weg brachte, sowie auf überörtlicher Ebene das Wirken als Kreisrat, Kreis- und Bezirksvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages und als Mitglied im Präsidium des Bayerischen Gemeindetages.


Wichtige Projekte

Der Bürgermeister legte dar, dass man mit dem Neubau der Ortsverbindungsstraße nach Wildenberg- Hain, den Um- und Neubau des Kindergartens Hummendorf, einer neuen Heizung in der Grundschule, dem GEK, Anschaffung neuer Winterdienstgeräte, Instandsetzung der Wasserkessel in der Aufbereitungsanlage und vielem mehr, etliches bewegen konnte. Trotz extremer Krankheitsfälle war der Bauhof stets einsatzbereit. Er nannte nach vorne schauend einige wichtige Projekte: die Weiterentwicklung des GEK, ein Modellvorhaben in der Grüner Straße und den Neubau eines Ersatzweges für den Rotmühlweg. Die Erneuerung der Kindertagesstätte Pusteblume wolle man voranbringen und einen Treppenaufzug im Rathaus und Barrierefreiheit in der Schule schaffen.

Zum Schluss legte er nahe: "Ein nettes Wort, ein freundliches Lächeln ist Gold wert und unbezahlbar. Man muss auch einmal etwas vergessen und vergeben können!" In diesem Sinne dankte er allen Gemeinderäten, der Verwaltung den Bauhofmitarbeitern und den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz und die gute Zusammenarbeit.

Vorangegangen waren Beschlüsse: Das Gesamtdefizit für das Schwimmbad in Höhe von 19 806 Euro wurde laut Betriebskostendefizit-Vereinbarung anerkannt und an die Schwimmbadfreunde ausgezahlt. Zweiter Bürgermeister Michael Bohl machte hierzu Erläuterungen zur Abrechnung. Für 2018 wurde ein Höchstbetrag von 15 000 Euro für die Übernahme an Betriebsdefizit festgelegt. Der Diakoniestation wurde ein Zuschuss in Höhe von 893,58 gewährt, das entspricht 0,53 Euro pro evangelischem Einwohner (1686) in der Gemeinde. Dem Caritasverband im Landkreis Kronach wurde auf dieser Basis für 909 katholische Einwohner ein Zuschuss in Höhe von 481,77 Euro gewährt. Dem BRK Kreisverband Kronach und der Volkshochschule im Landkreis Kronach wurden je 150 Euro an Zuschuss zugesprochen.


Neue Heizung spart Kosten

In Betrieb genommen wurde in der Grundschule die neue Heizungsanlage. Durch das KIP II (Kommunales Investitionsprogramm ) war eine energetische Sanierung der Grundschule Weißenbrunn möglich, die auch eine neue Heizungsanlage beinhaltete. Von den Gesamtkosten in Höhe von 170 000 Euro ist ein Zuschuss auf förderfähige Kosten in Höhe von 90 Prozent zu erwarten. Die Erneuerung war auch erforderlich, weil schon seit einiger Zeit ein Brennkessel nicht mehr intakt war. Bei der Inbetriebnahme sprach Bürgermeister Egon Herrmann von gut geleisteter Arbeit und dankte dem Planungsbüro für Technische Gebäudeausstattung, Berndorfer GmbH, Kronach sowie dem Heizungsbaubetrieb Matthias Schlee aus Schwarzenbach am Wald. Ziel war es, eine effizientere Heizung zu erhalten, diese wird auch Heizkosten einsparen. Von der Erdgasheizung wird auch die Leßbachtalhalle mit gespeist. Im Frühjahr soll dort noch die Warmwasserversorgung modernisiert werden.