Am heutigen Samstag, wenn der große Prinzenball der Kirchweihgesellschaft Weißenbrunn steigt, werden die Weißenbrunner Narren ihr blaues Wunder erleben. Denn auch wenn Nadja Fiedler von der Prinzengarde in diesem Jahr - trotz aller Akribie bei der Suche - kein Prinzenpaar ausfindig machen konnte, so lassen sich die Weißenbrunner das Feiern dennoch nicht verbieten. Kurzerhand haben sie ein Dreigestirn - und zwar eins, das gleich doppelt besetzt ist, um alle Termine zu meistern - ins Leben gerufen.

"Wir sind alle Kölner Fastnachtsfans und wir fahren auch jedes Jahr nach Köln und so sind wir auf die Idee gekommen, doch auch in Weißenbrunn ein Dreigestirn ins Leben zu rufen", erklärt Bernd Redwitz. Er selbst hat bereits Prinzenerfahrung hinter sich. Denn genau vor 17 Jahren mimte er schon einmal den Faschingsprinzen. Auch Christian Spindler, der beim Dreigestirn mitmacht, hat schon Faschingserfahrung. Denn er war vor vielen Jahren auch schon mal Faschingsprinz. Aber jetzt schlüpft er in die Rolle der Jungfrau.

Das ist ein Spaß

"Meine Frau sagt immer, ich bin für jeden Scheiß zu haben - das ist ja das Problem", sagt Bernd Redwitz lachend und hofft, dass das Dreigestirn von den Weißenbrunnern ähnlich positiv empfangen wird wie von den Kölner Narren. In Köln wird das Dreigestirn ausnahmslos von honorigen Faschnachtsverdienten und namhaften Unternehmern gemimt. Schon unzählige Skandale ranken sich um das Dreigestirn. Und immer wieder traten Würdenträger zurück, manchmal auch wegen falscher Anschuldigungen. "Bei uns ist das aber einfach ein Spaß", freut sich Bernd Redwitz aber schon auf den großen Auftritt beim legendären Prinzenball.

Bernd Redwitz (33) und sein Stellvertreter Andreas Pohl (30) teilen sich die Rolle des Prinzen Karneval - die wichtigste Aufgabe im Dreigestirn. Marco Papstmann (32) und David Göldel (15) sind die Bauern. Und Christian Spindler (29) beziehungsweise Thomas Bittermann (32) sind die Jungfrauen und schlüpfen für die Dreigestirn-Rolle in Frauenkleider.

Die Kostüme hat sich das Dreigestirn übrigens von einem Kostümverleih aus Saalburg bis Aschermittwoch ausgeliehen. Alles ist perfekt: Der Prinz ist mit edlen Samtgewändern ausgestattet. Die Jungfrau trägt ein prunkvolles Kleid samt Perücke. Und die rosaroten Bäckchen werden einfach hingeschminkt. Sogar das Kostüm des Bauern, der während der ganzen Narretei ordnungsgemäß mit "seine Deftigkeit" angesprochen wird, kann sich sehen lassen und ist alles andere als ärmlich.

"Ich bin Köln-Fan - also von der Stadt und vom Fußball", sagt Bernd Redwitz lachend und steckt die anderen Dreigestirn-Mitglieder mit seiner guten Laune an.

Die Hauptstadt der Jecken

Die Rede für den großen Auftritt des Dreigestirns steht jedenfalls auch schon. "Grüß Gott Ihr Leute, lasst Euch sagen, es sind ein paar Gründe zu klagen, die Suche nach dem Prinzenpaar war sehr schwer - es fand sich keins, deswegen kamen wir daher", reimt das Dreigestirn.

Die drei treten aber nicht nur beim legendären Prinzenball auf, sondern auch beim Umzug in Oberlangenstadt am 10. Februar. Und natürlich wird das Weißenbrunner Dreigestirn auch einen Abstecher in die Hauptstadt der Jecken machen - nach Kölle. "Ich bin Industriemechaniker bei Dr. Schneider, aber ich habe nächste Woche schon Urlaub genommen, denn dann fahren wir nach Köln", freut sich Bernd Redwitz schon auf die große Narretei.

"Das ist schon Tradition, dass wir Weiberfasching in Köln feiern. Die Freuen sind ja zu Hause mit dem Weiberfasching beschäftigt", sagt Bernd Redwitz lachend. In diesem Jahr werden beim Weiberfasching im Gasthaus Frankenwald übrigens die Sexperten - ein Männerballett der besonderen Art aus Kirchleus - auftreten. Ein DJ sorgt für gute Stimmung. Höhepunkt ist ein Stripper, der aus Nürnberg anreist und die Damen zum Kreischen bringen wird.