Geht es nach dem Vorsitzenden des Wasserzweckverbandes Frankenwaldgruppe (FWG), MdL Jürgen Baumgärtner (CSU), so sollen künftig alle Gehöfte und Weiler an die Wasserleitung angeschlossen werden. Diese Absicht teilte Baumgärtner am Freitag den Verbandsräten in der Zweckverbandsversammlung mit.

Angesichts der Klimaveränderungen und der Verschlechterung des Trinkwassers halte er diese Maßnahme für notwendig. Deshalb will er sich in München für ein Förderprogramm stark machen. Sein Ziel ist es, dass die Bewohner eine 90-prozentige Förderung erhalten. Der Restbetrag wäre für die Betroffenen überschaubar. Sie wären an ein stabiles Wassernetz angeschlossen und der Wert ihres Eigentums würde stabil bleiben.

Einstimmig bekräftigten die anwesenden Bürgermeister das Festhalten an der Investitionsumlage, um somit ihre Bürger bei der Sanierung der FWG zu entlasten. "Ich kann die Entscheidung der Teuschnitzer nicht verstehen", meinte der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch im Hinblick auf den Widerspruch, den die Teuschnitzer gegen den Bescheid der Investitionsumlagen eingelegt haben (wir berichteten).Außerdem sei die Wasserversorgung eine kommunale Pflichtaufgabe. Und er würdigte den Einsatz des Vorsitzenden bezüglich der Förderungen: "Baumgärtner hat eine Herkulesaufgabe bewältigt!" Dieser wies darauf hin, dass der Widerspruch der Teuschnitzer am 2. Mai bei der FWG eingegangen sei. Bis heute liege keine Begründung vor.

Er respektiere die Meinung der Teuschnitzer, so Baumgärtner. Aber er frage sich, wie sie ihre Position den Bürgern aus Haßlach und Rappoltengrün vermitteln wollen. Diese beziehen ihr Wasser von der FWG. Wie bereits berichtet, müssten diese Haushalte - sollten die Teuschnitzer mit ihren Widerspruch Erfolg haben - statt circa insgesamt 2500 Euro dann eben 5000 Euro zusätzlich zu Wasserpreis und Grundgebühr für die Sanierung der FWG aufbringen. Der Steinwiesener Bürgermeister Gerhard Wunder meinte, nicht nur die Teuschnitzer würden einer Konsolidierung unterliegen. Alle würden, inklusive der Stadt, trotzdem freiwillige Leistungen tätigen, denn "sonst würde gar nichts laufen!".

Härtefall in Steinwiesen

Eine freudige Nachricht übermittelte Baumgärtner dem Steinwiesener Oberhaupt. Denn die Kanalsanierung in seiner Gemeinde wurde als Härtefall der Stufe 1 anerkannt. Er kann sich über einen 50-prozentigen Zuschuss freuen. Auch die Steinbacher sollen diesbezüglich Förderungen erhalten.

Weiterhin teilte Baumgärtner den Räten mit, dass die RZWas (Richtlinie des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben) voraussichtlich bis zum Jahre 2028 aufrecht erhalten wird.

Er wies zudem darauf hin, dass es ohne die FWG keine RZWas und somit auch keine Förderungen für Kanalsanierungen geben würde. Dadurch würden auch zum großen Teil die Ausgaben für die Investitionsumlage bei einigen Gemeinden kompensiert.

An den weiteren Ausführungen wurde deutlich, dass die FWG in diesem Jahr kräftig investiert, wobei der Schwerpunkt in Wilhelmsthal liegt. Bis zum Jahre 2022 werden die Investitionsspitzen abgearbeitet sein, so Baumgärtner. Er wies darauf hin, dass sich alle Maßnahmen im Zeit- und Kostenrahmen befinden. Allerdings müsse eine Ausschreibung wiederholt werden, da das Mindestangebot die ohnehin großzügig gestalteten Kostenschätzungen um über 20 Prozent übertraf. Seine Stellvertreterin, die Bürgermeisterin aus Wilhelmsthal, Susanne Greber, hält es für sinnvoll, dass Ausschreibungen angesichts der vollen Auftragsbücher von bauausführenden Unternehmen ein Jahr vor Maßnahmebeginn durchgeführt werden sollten. Dadurch könnten eventuell manch exorbitanten Kosten zumindest minimiert werden.

Hochbehälter für Gemeinden

Grünes Licht gab es für die Geschäftsführung, die beiden Hochbehälter in Eibenberg/Wilhelmsthal und Reichenbach an die jeweiligen Gemeinden zu verschenken. Diese könnten dann für die Sicherstellung des Brandschutzes Verwendung finden. In diesem Zusammenhang wies Baumgärtner darauf hin, dass der Abriss der beiden Behälter jeweils rund 50 000 Euro kosten würde.