Nur durch unermüdliche Kleinarbeit der Polizei war es möglich, eine Bande von sieben Männern - allesamt Bürger der Tschechischen Republik - dingfest zu machen. Die Bande hatte im Frühjahr 2011 in etlichen Gemeinden in der Oberpfalz und in Wallenfels eine Reihe von Einbruchdiebstählen verübt. Dabei verursachten sie einen Gesamtschaden von etwa 765 000 Euro.

Offensichtlich gingen die Männer zwischen 57 und 22 Jahren dabei sehr professionell vor. Am dritten Verhandlungstag am Landgericht Coburg erläuterte Markus Plötz vom Kommissariat Fuhrt im Wald gestern, wie aufwendig die Polizeiarbeit sich gestaltet hatte.

Videoaufzeichnungen halfen


Durch Videoaufzeichnungen, die während eines Einbruchs in Roding aufgezeichnet worden waren, wurde die Polizei in Regensburg auf die Bande aufmerksam. Zwar konnte keiner der Täter zweifelsfrei erkannt werden, das Nummernschild des Fahrzeugs, in das die Beute geladen wurde, aber schon.

Markus Plötz erläuterte, wie sich durch das Auswerten von Handydaten Hinweise auf bestimmte Männer immer mehr verdichteten. Die Bande wurde immer dann, wenn sie die tschechische Grenze übertrat und sich mit ihren Handys in das deutsche Netz einloggten, observiert. "Wir stellten fest, dass Gewerbegebiete angefahren wurden oder Firmen, bei denen Baumaschinen auf dem Hof standen", erklärte Markus Plötz. Anfang April 2011 wurden zwei Fahrzeuge im Morgengrauen gestoppt. " In den Autos befanden sich sieben Personen, aber kein Diebesgut", erzählte der Kommissar.

Sechs Tage später wurden die Männer erneut observiert. Dabei wurden längere Stehzeiten eines Fahrzeugs in einem Industriegebiet registriert. Am nächsten Tag meldete eine Firma dort einen kleinen Einbruch mit einem Entwendungsschaden von 50 Euro. Wieder eine Woche später dann wurde die Bande auf der Heimfahrt von einem nächtlichen Streifzug mit Diebesgut im Wagen gestellt.

Die sehr detaillierten und in der zeitlichen Abfolge exakten Erläuterungen des Polizeibeamten wurden häufig von einem der Angeklagte unterbrochen. Er war mit den Ausführungen des Zeugen so nicht einverstanden und verhielt sich äußerst undiszipliniert. Einmal stand er sogar unvermittelt auf, ging zum Richterpult und legte dem Vorsitzenden eine Notiz vor.

Richter sorgt für Ruhe


Richter Amend machte daraufhin einmal mehr in dieser Hauptverhandlung klar, dass Argumente oder Fragen, die nicht Gegenstand dieses Verfahrens seien, ein Fortschreiten des Prozesses erheblich störten. "Wollt Ihr alle noch Nachtragsanklagen haben?", warf er in den Raum. Danach kehrte Ruhe ein.

Nach Besprechungspausen gaben sechs der Angeklagten Einlassungen ab, allerdings räumte nur einer der Männer ein, bei allen ihm vorgeworfenen Anklagepunkten dabei gewesen zu sein. Einer der Angeklagte gab gar nichts an.

Der 37 Jahre alte Angeklagte, der sich bereits während der Verhandlung immer wieder zu Wort gemeldet hatte, gab vor, mit keiner der Taten etwas zu tun zu haben. "Ich war nicht dabei, ich habe die Ware nur abgekauft. Das Werkzeug ja. Einen Kompressor, der in der Anklage mit über 10 000 Euro angegeben ist, war gar nicht so viel wert, mit dem konnte ich nichts anfangen", erzählte er. Eine Handy auswertung könne zudem beweisen, dass er bei einem der Einbrüche ein felsenfestes Alibi habe.

Die anderen fünf Angeklagten räumten ihre Tatbeteilungen teilweise oder eingeschränkt ein. Am Montag sollen die Plädoyers gehalten werden.