Seit gut zehn Jahren nutzten die drei Waldbesitzervereinigungen (WBV) im Kreis Kronach ein gemeinsames Büro, das im Rathaus Teuschnitz untergebracht ist. Doch damit ist jetzt Schluss: Die WBV Rennsteig geht künftig eigene Wege und will ein Büro in Ludwigsstadt einrichten.

Die beiden anderen Forstbe triebsgemeinschaften, die WBV-Kronach-Rothenkirchen und die WBV Frankenwald, nutzen die Räume in Teuschnitz weiterhin gemeinschaftlich. Sie dienen als Anlaufstelle für die Waldbesitzer und Geschäftsführer, die die Vermarktung des Holzes der WBV-Mitglieder übernehmen. Seit einiger Zeit gab es anscheinend Sand im Getriebe des WBV-Büros. Der soll aus dem zwischenmenschlichen Bereich gekommen sein, wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautete. Die Krise hat sich anscheinend so zugespitzt, dass ein gemeinsames Treffen der Vorstandsmitglieder der drei WBV am kommenden Donnerstag wohl nur noch der Abwicklung der Trennung dienen wird.


Keine Schuldzuweisung

"Die Entscheidung der WBV Rennsteig, dass wir uns trennen, soll keine Schuldzuweisung sein", betonte Hans-Georg Lindig, Vorsitzender der WBV Rennsteig. Man habe in den vergangenen zehn Jahren viel bewegt, doch in der Struktur des Büros hätte etwas geändert werden müssen, denn man müsse mit der Zeit gehen. Schließlich sei die Zahl der Mitarbeiter von drei auf sieben gestiegen. "Mir persönlich tut es auch leid, dass wir nicht mehr zusammen sind, aber wir müssen das Beste draus machen", blickte Lindig nach vorne. Bis Mai wolle die WBV Rennsteig das Büro in Teuschnitz noch zusammen mit den beiden anderen WBV nutzen, doch dann will man nach Ludwigsstadt umziehen.

Georg Konrad, Vorsitzender der WBV Kronach-Rothenkirchen, der auch als geschäftsführender Vorstand aller drei WBV sowie für das Büro in Teuschnitz zuständig war, wies die Darstellung Lindigs zurück, dass es Handlungsbedarf gegeben habe. "Immer, wenn ich rauf ins Büro bin, war alles in Ordnung." Insofern habe er keinen Anlass gesehen, etwas zu ändern. Von den Schwierigkeiten dort habe er zu spät erfahren. "Ich hätte auch bei einem früheren Einschreiten nichts ändern können", ist sich Georg Konrad sicher. Vielleicht hätte man mehr Wert auf die Residenzpflicht von Mitarbeitern legen müssen, meinte er.


Büro ist nicht gefährdet

Das Büro im Rathaus in Teuschnitz bleibe erhalten und sei nicht gefährdet. Er sei immer noch zufrieden, dass die Stadt Teuschnitz den Waldbesitzervereinigungen die Möglichkeit gegeben habe, an zentraler Stelle ein Büro einzurichten. Die Holzvermarktung will er weiter intensivieren. "Bei uns gibt es noch viele graue und weiße Flecken, die wir aufarbeiten können." Der WBV Rennsteig ist Konrad nicht gram, dass diese das gemeinsame Schiff verlässt. Georg Konrad wünschte "den Rennsteiglern alles Gute für die Zukunft".

Der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung Frankenwald, Peter Klinger, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dem Vernehmen nach arbeitet die WBV Frankenwald weiter mit der WBV Kronach-Rothenkirchen zusammen.