Holger Wachter beginnt "jeden Arbeitstag mit Freude". Der 36-jährige Hauptfeldwebel und Berufssoldat ist Zugführer des Nachweis- und Betriebszuges bei der dritten Kompanie des Logistikbataillons 467 der Bundeswehr aus Volkach, der Patenkompanie der Stadt Haßfurt. Bei der Kompanie-Weihnachtsfeier in der Stadthalle in Haßfurt erzählte er von seinen Erfahrungen bei der Bundeswehr und den Herausforderungen der Bundeswehrreform, die ihn betreffen.

Holger Wachter, der in Steinberg wohnt, war nach seiner Ausbildung zum Maurer im Januar 1997 zum neunmonatigen Grundwehrdienst eingezogen worden. Seine Grundausbildung hat er in Ellwangen absolviert, den Rest seines Wehrdienstes in Veitshöchheim und Ebern erlebt. "Schon gegen Ende meiner Ausbildung wusste ich, dass ich Berufssoldat werden wollte", sagt er. "Weil die Tätigkeit bei der Bundeswehr interessant und vielseitig ist und die Kameradschaft stimmt, habe ich das bis heute nicht bereut."

Gabelstaplerausbilder und Schießlehrer

Besonders der logistische Bereich hat ihn interessiert und so ist er bei der dritten Kompanie des Logistikbataillons 467 gelandet. Hier ist er als Zugführer für die Materialdisposition und die Umschlaggerätegruppe verantwortlich und arbeitet auch als Gabelstaplerausbilder und Schießlehrer. Damit seine Familie nicht zu kurz kommt, fährt er jeden Mittwoch nach Dienstschluss zu seiner Frau und verbringt nach Möglichkeit jedes Wochenende mit ihr.

Dass sein Bataillon ab Januar 2013 einen Auftrag der Nato Response Force (Eingreiftruppe der Nato, kurz NRF) erhalten hat und auf Abruf für Auslandseinsätze bereitstehen muss, schreckt ihn nicht. "Wenn ich gerufen würde, würde ich mich gemäß unserem Bataillonsmotto "Fidus et fortis" (zuverlässig und stark) meinen Aufgaben stellen", erklärt er. Da jedoch die zweite Kompanie des Bataillons den NRF-Auftrag hat und nur 30 Soldaten der dritten Kompanie benötigen würden, käme Wachter nicht zum Einsatz.

Dabei hat er vor zehn Jahren schon einmal einen Auslandseinsatz erlebt: in Kabul in Afghanistan. "Es war eine interessante und auch schöne Zeit, weil die Kameradschaft hervorragend war", sagt er. Als Umschlaggeräte-Gruppenführer im Rang eines Oberfeldwebels bei der damaligen Patenkompanie der Stadt Haßfurt, der dritten Kompanie des Nachschubbataillons 102 aus Ebern, war er in Afghanistan mit verschiedenen Aufgaben betraut: der Leitung der Tankstelle, in der Umschlaggerätegruppe und in der Materialdisposition. "Damals war alles sehr spartanisch. Wir hatten nur einen früheren Bauhof zur Verfügung, in dem der Stab untergebracht war, und schliefen in Zelten", berichtet er.

Spielsachen für afghanische Kinder

"Zunächst mussten wir unser Lager, das "Camp Warehouse", sichern, da die Bedrohung durch die Taliban sehr hoch war." Eine der Aufgaben war es, die afghanischen Soldaten auszubilden. Was ihm am besten in Erinnerung geblieben ist, sind die Hilfsaktionen für die Bevölkerung. "Wir Soldaten haben uns aus der Heimat Stofftiere, Spielzeug, Mal- und Schreibzeug schicken lassen und diese mit Lebensmitteln in Schulen und Kindergärten verteilt." Die Menschen dort seien sehr freundlich und dankbar für die Spenden gewesen.

Nach seiner Zukunft bei der Bundeswehr gefragt, erklärt Holger Wachter, dass sein Nachweis- und Betriebszug aufgeteilt werde. Weil er dann nur noch die "Zelle Disposition" führen wird, reduziert sich die Zahl der Soldaten, für die er verantwortlich ist, von 23 auf acht. Er selbst wird dann nur noch Gruppenführer sein, erwartet aber nach der Umstrukturierung einen neuen Dienstposten. "Ich bin gerne bei der Bundeswehr, weil ich kaufmännische und militärische Aufgaben verbinden kann", betont er.