Julius springt mit einigen anderen Kindern im Hof der "Villa Sonnenschein" herum. Es hat zu regnen begonnen und die Kinder warten darauf, von den Eltern abgeholt zu werden. Den neuen Kindergarten findet Julius "Klasse, da kann man jetzt schön spielen". Drinnen im Sportraum des evangelischen Kindergartens haben sich "ganz viel Erwachsene versammelt". Sie feiern die Einweihung der "Villa Sonnenschein", die Generalsaniert wurde und nun auch eine eigene Kinderkrippe hat. Dekanin Dorothea Richter, die verantwortliche Bauherrin, versprach den anwesenden Ehrengästen, dass im kommenden Jahr die Einweihung des "neuen Kindergartens" mit Kindern nachgeholt wird. "Die Kinder sind noch in der Eingewöhnungsphase und da wollen wir sie nicht zu sehr belasten", so die Dekanin. Die Leiterin der Kindertagesstätte, Elke Reif-Beck war erfreut, dass alles so reibungslos geklappt hat. "Hätte man mir vor zwei Jahren gesagt, was alles auf mich zukommt - ich hätte es zwar auch gemacht, aber sicher mit wesentlich mehr schlaflosen Nächten", so Reif-Beck.
Ein großes Dankeschön ging an den begleitenden Architekten Julian Schmidt, vom Architekturbüro Müller, der Richter und Reif-Beck viele Entscheidungen durch seine fachgerechten Unterstützung erleichterte. Rundum zufrieden sind Dekanin und Kindergartenleiterin mit dem Ergebnis der Generalsanierung. Alles ist schöner und heller geworden, und "die Waschräume sind die Highlights", fügt die stellvertretende Kita-Leiterin, Katharina Beutel ein.
Der Kindergarten der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde war der erste Kindergarten in Kronach, eine Kinderbewahranstalt, wie es zu dieser Zeit hieß und wurde 1903 eingeweiht. "Das 110-jährige Bestehen werden wir nächstes Jahr feiern", so Elke Reif-Beck.

Neues Bauvorhaben


Begeistert von den neuen Räumlichkeiten ist auch Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein. Er stellte die gute Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Stadt heraus und betonte, dass so das Ziel einer Familien, Kinder und Senioren freundlichen Stadt weiter verwirklicht werden könne, denn "wir packen alles gemeinsam an". Auch im Stadtrat werde Fraktionsübergreifend gearbeitet, wenn es um dieses Ziel gehe. Beiergrößlein verwies darauf, dass Dekanin Richter schon das nächste Bauvorhaben vor Augen habe, das neue Gemeindezentrum neben der Christuskirche.
Herbert Müller, Chef des mit der Bauleitung beauftragten Architekturbüros Müller, führte aus, dass die "äußerliche und innerliche Generalsanierung, an und in dem Jugendstilgebäude 545 000 Euro gekostet habe. "Weitere 18 000 Euro musste aufgewendet werden, weil einige Fachwerkbalken ausgetauscht wurde, die morsch waren", so Müller.
Im Namen aller am Bau beteiligten Firmen überreichte Müller Dorothea Richter "statt Blumen ein Geldpräsent in Höhe von 3000 Euro, die Sie sicher besser einsetzen können".
Dekanin Richter freute sich hierüber besonders, weil die Kosten der Sanierung doch sehr hoch waren und wir einige Abstriche machen musste. "Wir konnten zum Beispiel keine Gardinen kaufen. Das werden wir mit der Spende nachholen".