"Die Stadthalle kommt", betonte Jürgen Baumgärtner, CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Kronach-Lichtenfels, als er unserer Redaktion seine Vision einer Stadthalle für Kronach schilderte.

Innerhalb von sechs Jahren solle das auf 600 Personen ausgelegte und mit eigener Tiefgarage ausgestattete Gebäude stehen. Die Baukosten schätzt Baumgärtner auf 15 Millionen Euro, wovon 80 Prozent aus Fördertöpfen stammen könnten. Als mögliche Standorte brachte Baumgärtner den Schützenplatz, den Kaulanger und die Kühnlenz-Passage ins Spiel.

Während es unter befragten Politikern und Vereinsvertretern kritische Stimmen, aber auch viel Zustimmung zu der Idee gab, überwog am Mittwoch bei der Diskussion auf der Facebookseite Fränkischer Tag Kronach die Kritik.


Über Notwendigkeit einer Halle

Vor allem die Frage, ob Kronach überhaupt eine Stadthalle benötigt, bewegt die Menschen. John H. fragt: "Hat denn Kronach noch so viele Einwohner? In Kronach ist kaum noch etwas los, und auch keine besonderen Läden mehr. Und das soll dann so viele Besucher von außen anlocken? Da bin ich eher skeptisch."

Fraggi M. findet, dass lieber etwas für die Jugend getan werden solle. "Braucht ihr euch auch nicht zu wundern, warum alle aus dieser Stadt abhauen, weil es einfach ne Einöde ist! Selbst Dörfer wie Stockheim sind weit attraktiver als Kronach." Und Stefan O. kommentiert ironisch: "Genau DAS braucht Kronach: eine Stadthalle mit 4-Sterne-Hotel auf dem Kaulanger, aber keine Lebensmittelgeschäfte - seeehr attraktiv für die An- & Bewohner."


Investition in die Zukunft?

Doch es gibt auch Befürworter der Hallenidee. Für Markus R. etwa wäre sie eine Investition in die Zukunft: "Wenn eine Stadthalle so unattraktiv ist, warum haben dann die anderen Städte in vergleichbarer Größe um uns herum eine? Warum verschließt man sich heute einer Chance und beschwert sich dann in 20, 25 oder 30 Jahren, dass bei uns nichts mehr los ist?"
Doch nicht nur das Ob, sondern auch das Wie einer Kronacher Stadthalle ist im Netz ein Thema.

Viele Leser sind der Meinung, dass das für das Projekt benötigte Geld in einer verschuldeten Stadt wie Kronach anderweitig sinnvoller eingesetzt wäre. Thomas K. schreibt: "Warum baut ihr in Kronach nicht noch ein Olympiastadion? Vielleicht passen da noch die Schulden von der Landesgartenschau rein. Uups, schon in Vergessenheit geraten." Und John H. findet: "Meiner Meinung nach könnte man in der gesamten Stadt für das Geld die Straßen sanieren, das alleine schon würde Kronach attraktiver und angenehmer machen ."

Angelo Z. stellt eine Forderung, die von Seiten der Freien Wähler und zuletzt auch der CSU bereits bayernweit aufgegriffen wurde: "Schafft lieber die Straßenausbaubeitragssatzung ab!" Thomas S. zielt in die gleiche Richtung, wenn er fragt: "Reicht der komplett sanierte Kreiskulturraum nicht, mit 510 Plätzen, Behindertenfreundlichkeit, Gastrobereich im oberen Foyer, Technik auf dem neuesten Stand? Wenn Kronach etwas nötig hat, dann bestimmt keine Stadthalle. Wie wäre es mit sanierten Straßen, und das ohne die Anlieger in den Ruin zu treiben?"


Frage nach dem Standort

Außerdem machen sich die Leser auch Gedanken, welcher Standort für eine neue Halle der richtige sein könnte. Alex S. befürwortet die Innenstadt: "Nehmt dafür die Kühnlenz-Passage." Viele Kommentierende sind allerdings der Meinung, dass keiner der drei genannten Orte passt. Vor allem aus einem Grund. Benny B.: "Ich zerlege alle drei Standorte mit einem Argument: Anwohner!" Deshalb schlägt er vor: "Industriegebiet, wobei man hier dann auch die öffentlichen Verkehrsanbindungen ändern müsste, oder ins neugebaute Areal bei Hagebaumarkt und Co. Hier wären sie ungestört."

Kathrin M. ist gegen eine Verlagerung auf die grüne Wiese: "Eine Stadthalle in Kronach find ich jetzt erstmal nicht so verkehrt, allerdings müsste vorhandenes Potential genutzt werden. Es gibt so viele leerstehende Häuser, die bestimmt genutzt werden könnten." Und Christian R. hat noch eine andere Idee: "Parkdeck, obere Etage umbauen, parkt eh keiner da oben!"