Eingangs der Sitzung ging Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD) noch einmal auf die Hintergründe des Drei-Millionen-Euro-Projekts ein, dem ein langes Hin und Her vorausgegangen war. Schon mehrmals hatte sich das Gremium mit einer Sanierung von Turnhalle und ehemaliger Schule befasst und aufgrund der jeweiligen Entwicklungen abweichende Beschlüsse gefasst.

Zunächst sah es demnach lange nach einem Abriss der Schule aus, nachdem das von der Gemeinde als Standort für das Vereinshaus befürwortete Anwesen aufgrund der dezentralen Lage von der Regierung nicht befürwortet worden war. Mittlerweile akzeptiert diese jedoch die Entscheidung der Gemeinde sowie deren Wunsch nach Erhalt - und so kann dieses nun doch mit einem Zuschuss von 90 Prozent saniert und umgebaut werden. Damit geht ein großer Wunsch der Reichenbacher in Erfüllung.

Die Betriebskosten im Auge

"Jetzt geht es ans Eingemachte", verdeutlichte Architektin Christine Bardin vom mit der Planung beauftragten Ingenieur-Büro Koenig + Kühnel aus Weitramsdorf. Ausführlich stellte die Projektleiterin die drei von ihr entwickelten Alternativen vor und rief das Gremium zu einer Entscheidung auf. Diese war erforderlich, um ihren bei der Regierung vorzulegenden Entwurf weiter ausarbeiten zu können. Den Beschluss machte sich das Gremium angesichts der weitreichenden Entscheidung und des erheblichen Investitionsvolumens nicht einfach. Insbesondere sollten dabei - so Bardin - nicht nur gestalterische und geschmackliche Aspekte einfließen, sondern vor allem die Bedürfnisse der Vereine. Zu berücksichtigen seien weniger die eng beieinander liegenden Baukosten, sondern vielmehr die alljährlich anfallenden Betriebskosten für den Unterhalt.

Die Regierung hatte eine Abspeckung des vorhandenen Gebäude-Komplexes gewünscht. Hierfür gebe es drei Möglichkeiten: Die Variante 1 sieht einen dreigeschossigen Südwestteil (ehemalige Schule) mit einem Komplett-Abriss des Nordwestteils (rechte Seite) vor. Die Variante 2 umfasst einen sowohl zweigeschossigen Südwest- als auch Nordwestteil, wofür das obere Stockwerk abzureißen wäre. Die kleinste Lösung wäre Variante 3 mit einem zweigeschossigen Südwestteil und einem Abbruch des Nordwestteils. Neben dem kompletten Abriss des Nordwestteils, wäre hierfür auch das obere Geschoss im Südwestteil abzureißen.

Kosten bei 3,27 Millionen Euro

Die Gemeinderäte diskutierten ausführlich das Für und Wider. Schließlich entschieden sie sich für die Variante 1. Diese umfasst im Untergeschoss des Südwestteils einen Gymnastikraum/Ballett, einen Jugendraum, den Umbau zweier WCs zum Behinderten-WC und einen behindertengerechten Zugang über den Gymnastikraum, im Erdgeschoss Vereinsräume für Skilanglauf und den Musikverein sowie im Obergeschoss Vereinsräume für die Ortsheimatpflege und Sänger. Die Bruttogeschossfläche beläuft sich auf 915 Quadratmeter Sanierung. An Kosten ergeben sich insgesamt gesamt 3 270 000 Euro. Das aus den Gesamtkosten resultierende Architektenhonorar macht eine europaweite Ausschreibung erforderlich.

Die Abstimmung erfolgte mit sechs zu drei Stimmen. Die Bürgermeisterin, Peter Dressel (BLR) und Katja Duman (SPD) hatten die zweigeschossige Variante 2 bevorzugt. Aus neutraler Sicht befürwortete die Architektin die Entscheidung des Gremiums. Vorteile seien eine behindertengerechte Erschließung aller Räumlichkeiten, vorhandene Ausweichmöglichkeiten sowie große Lagerflächen. Die Variante 3 erachtete sie als zu klein und unflexibel. "Da hätten wir für gar nichts Luft", erklärte sie.

Der Eingang der Turnhalle wird barrierefrei gestaltet. Auch ein Behinderten-Parkplatz entsteht. In den Räumlichkeiten sind der Einbau einer Küche sowie von Sanitäranlagen beziehungsweise Duschen geplant. Die Verbindung zur ehemaligen Schule - dann Vereinshaus - kann mittels einer Rampe ebenfalls barrierefrei gestaltet werden.

Als nächster Schritt soll möglichst schnell ein Termin bei der Regierung vereinbart werden, um im Vorfeld die Meinung der Städtebauförderung über die beschlossene Variante einzuholen. Bardin hoffte, Ende 2019 mit den Planungen beginnen und die Ausschreibungen 2020 vornehmen zu können. Für das Projekt werden im Haushalt rund 3,5 Millionen Euro eingestellt.

Ja zum neuen Spielplatz

Ritter informierte über ein Gespräch mit der Regierung. Demzufolge soll die Genehmigung für die Rennsteigstraße 16 per Bescheid in diesem Monat erfolgen. Das Projekt ist ihr sehr wichtig. Wie berichtet, beabsichtigt die Gemeinde als städtebauliche Maßnahme über die Förderoffensive Nordostbayern den Neubau eines generationenübergreifenden Spielplatzes und Bewegungsparks auf dem Areal. Nach der Erstellung eines Strukturplanes für das Gelände wurde hierfür ebenfalls das Ing.-Büro Koenig & Kühnel mit der Planung beauftragt. Man rechnet mit Kosten von 400 000 Euro und einem 90-prozentigen Zuschuss. Bardin hoffte, Ende Mai die Ausführungsplanung und im Juni die Ausschreibungen vornehmen zu können.

Siegfried Stubrach (BLR) informierte über die für den 8. Mai um 19 Uhr anberaumte Ortsbesichtigung am Teich mit dem örtlichen Gartenbauverein. Dessen Vorsitzende, Angelika Strubrach, hatte Antrag auf Gestaltung des Umfeldes des Dorfteiches gestellt. In dem Schreiben moniert sie, dass die großen Weiden am Teich durch ständigen Abwurf von Altholz und durch den jährlichen Samenflug einen großen Pflegeaufwand verursachten. Zudem seien die alten Bäume nicht mehr ansehnlich und drohten, teilweise bei Sturm in den Teich zu fallen. Der GBV schlug daher eine Beseitigung der großen alten Bäume vor sowie die Neupflanzung einer Trauerweide in der Nähe des Gedenksteines.