Im Landkreis sollen sich Bürger und Vereine künftig für ihre Veranstaltungen und Feste Mülltonnen ausleihen können. Der Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft, Thomas Mattes, stellte am Dienstag in der Sitzung des Abfallwirtschafts- und Umweltausschusses seine Überlegungen vor. Das Gremium soll in der nächsten Sitzung seine Vorstellungen mit einbringen, danach soll der entsprechende Beschluss gefasst werden. Die Anregung kam in einer der letzten Sitzungen von der SPD-Kreisrätin Heidi Hansen.

Laut Thomas Mattes sollen den Bürgern und Vereinen Tonnen für Papier, Verpackungsmaterialien, Bioabfälle und Restmüll zu einem günstigen Preis beziehungsweise kostenlos in zwei verschiedenen Größen zur Verfügung gestellt werden. Diese können im Landratsamt bestellt und zum gewünschten Zeitpunkt am Bauhof Süd in Birkach abgeholt werden. Bedingung sei, dass bei den Restmüllbehältern nicht mehr als fünf ausgegeben werden. Mit dieser Regelungen wolle man eine Konkurrenz zu den Privatbetreibern ausschließen. Wie Mattes erklärte, biete der Landkreis keinen Lieferservice, sondern die Tonnen müssen abgeholt werden. Allerdings könne der Landkreis einen Pkw-Anhänger zur Verfügung stellen.

Landrat Klaus Löffler betonte, dass man mit dieser Aktion das Ehrenamt im Landkreis unterstützen wolle. Er bat um Verständnis, dass nur eine zentrale Abholstelle der Mülltonnen in Birkach angedacht sei. "Wir stehen erst am Anfang!"

Zu Beginn der Sitzung stellte der Geschäftsführer der Ökologischen Bildungsstätte, Dietrich Förster, den Maßnahmenkatalog für 2020 vor. Demnach werde in diesem Jahr die Pflege von Wiesen wie beispielsweise bei der Arnika und die Bärwurzwiesen auf den Höhen des Frankenwaldes Schwerpunkte sein. Auf diesen Flächen seien gute Bestände von Vogelarten vorhanden. Geplant sei auch die Fertigstellung des Naturwegs rund um die Teuschnitz-Aue.

Fortgeführt werden soll zudem die Beweidung von einzelnen Flächen im Tettautal und in Teuschnitz. Auch die Beweidung von Kalkmagerflächen mit Schafen und Ziegen in Marktrodach und Ludwigsstadt werde weiter betrieben.

Eine weitere Aufgabe werden Entbuschungsmaßnahmen, beispielsweise bei Teuschnitz, Mitwitz und Steinbach am Wald sein. Förster sprach weiter vom Anlegen von zwei Feuchtgebieten für den Artenschutz, von Maßnahmen für den Schutz von Fledermäusen bei Wallenfels und Wolfersgrün. Zudem wies er darauf hin, dass aufgrund des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" die Nachfrage nach Streuobstwiesen gestiegen sei.

Landrat Klaus Löffler betonte, dass es wichtig sei, geplante Maßnahmen auch umzusetzen. Er sprach davon, dass im September/Oktober alle Verantwortlichen der Landschaftspflege an einem Tisch geholt werden sollen. Gemeinsam sollen bei dieser Zusammenkunft notwendige Maßnahmen festgelegt werden. Insgesamt schlagen die Projekte des Landschaftspflegeverbands für 2020 mit 262 062 Euro zu Buche.

Ein weiterer Punkt war die Vorberatungen des Haushalts 2020. Susanne Knauer-Marx von der Abteilung Abfallwirtschaft gab einen umfassenden Überblick. Unter anderem wies sie darauf hin, dass die Erlöse für Papierverwertung gesunken seien. Zurückgegangenen seien auch die Preise für Schrott und Altmetall. Die Wertstoffhöfe würden allerdings stärker genutzt. Landrat Klaus Löffler war überzeugt, dass bei diesem Thema die Dezentralisierung eine richtige Entscheidung war.

Bezüglich der Kompostanlagen sprach sie davon, dass die Verträge mit den Kompostbetreibern noch bis 2022 laufen. Die Umlagen, die an den Zweckverband bezahlt werden müssen, sollen bis 2021 stabil bleiben. Weiterhin teilte sie den Anwesenden unter anderem mit, dass man - nachdem der Rewe-Markt seinen Standort verlegt hat - in der Industriestraße Nähe Aldi und Rewe auf der Suche nach einem Containerplatz sei.