Maximilian Kropf ist in seinem Element, wenn er von Geparden, Schlangen, Krokodilen oder Caracals berichtet. Umfangreich ist sein Wissen über die Verhaltensweise dieser Tiere und deren Lebensgewohnheiten. Nicht etwa aus Büchern oder aus dem Fernsehen hat er sein Wissen - nein, der 21-Jährige hat die Tiere hautnah erlebt - in Südafrika.

Dort hat er fast ein Vierteljahr in Hluhluwe gearbeitet, wo er in Tieraufzuchtstationen gearbeitet hat oder auch als Führer allen voran deutsche Touristengruppen in den nahe liegenden Nationalpark Hluhluwe-Umfolozi begleitet hat. Dort hat Maximilian Kropf auch Bekanntschaft mit den so genannten "Big Five" der Wildnis gemacht, mit Elefanten, Nashörnern, Büffeln, Löwen und Leoparden. Angst hatte er dabei nie, aber immer einen Riesen-Respekt, wie der Unterrodacher betont.

Schon zweimal hatte der 21-Jährige Urlaub in Südafrika gemacht und dort viele afrikanische Freunde gefunden. "Ich freunde mich relativ schnell an", sagt er mit einem Grinsen. Auch nach der Rückkehr hatte er den Kontakt zu Touristenführen, so genannten Guides, nie abgebrochen und irgendwann gefragt, ob er mal zum Arbeiten kommen könnte. Am letzten Tag des diesjährigen Kronacher Freischießens machte er sich schließlich auf die Reise.

Keine Angst zeigen

In den beiden Tieraufzuchtstationen, die in Südafrika nur wenige Meter auseinander lagen, bekam es Kropf mit Geparden, Caracals, Servals sowie mit Schlangen und Krokodilen zu tun. "Ich musste die Gehege säubern, mich um die Tiere kümmern, schauen, ob alles in Ordnung ist." Auch Spieleinheiten mit Geparden gehörten zu seinem täglichen Programm: "Die kann man richtig streicheln", war auch er zunächst etwas überrascht. Oberstes Gebot im Umgang mit einem Geparden sei, diesem keine Angst zu zeigen: "Das ist leichter gesagt als getan", räumt der Unterrodacher ein, der bereits am dritten Tage seiner Tätigkeit alleine ins Gehege durfte.

Dass die Menschen von den Geparden nicht angegriffen werden, hat einen einfachen Grund. "Sie wurden von den Guides von klein an aufgezogen und sehen sie und damit den Menschen als Gruppenmitglied an." Dennoch gibt es Regeln zu beachten: "Man darf auf keinen Fall anfangen zu rennen. Dadurch wird der Jagdinstinkt des Geparden geweckt." Und dann ist es vorbei mit der Herrlichkeit. Seinen Gruppenmitgliedern hat er bei Führungen immer gesagt, wenn sie zu rennen anfangen wollen, sollen sie wenigstens schauen, schneller zu sein als der Nebenmann. "Dann haben die immer ganz komisch geschaut", amüsiert sich Maximilian Kropf, der sein Wissen bei Führungen teilweise an 50 bis 60 Menschen weitergab.

Zweimal wurde der 21-Jährige leicht verletzt - von einem Caracal, der einem Luchs ähnlich ist. "Ich habe mich falsch verhalten. Das war aber bewusst der Fall. Es gehört auch zu den Aufgaben, regelmäßig zu testen, ob es im Verhältnis zwischen Tier und Mensch Veränderungen gibt. Deshalb muss man die Tiere manchmal provozieren", erklärt der Unterrodacher. "Dann habe ich zweimal die Krallen zu spüren bekommen."

Ein kleiner Fehler reicht

Weniger mit Raubkatzen, dafür mit Schlangen und Krokodile hatte er in einer weiteren Aufzuchtstation zu tun. "Ich fand schon immer, dass das schöne Tiere sind." Allerdings musste er in Südafrika schnell erkennen, dass er nur vergleichsweise wenig über diese Tiere weiß. "Was ich dort an einem Tag gelernt habe, ist gigantisch." An schwarze Mambas oder ausgewachsene Krokodile hat er sich aber doch nicht näher herangewagt. "Da reicht ein kleiner Fehler und es ist vorbei." Dafür hat er mit Wasserkobras gearbeitet: "Die sind von ihrem Gift her relativ harmlos. Da ist einem höchstens mal einen Tag lang schlecht." Auch mit einer sieben Meter langen und 25 Kilogramm schweren Python - "die ist relativ aggressiv" - hatte es Kropf zu tun.

"Ich habe trainiert, wie man eine Schlange vom Boden aufheben kann. Und wenn man sie sich um den Kopf hängt, muss man immer darauf achten, wo der Kopf der Schlange ist." Sollte man doch einmal gebissen werden, gibt es auch dafür eine Regel: "Dann ist es ganz wichtig, ruhig zu bleiben, um den Blutdruck nicht nach oben zu treiben."

Visum abgelaufen

Kropf, der für freie Kost und Logis gearbeitet hat, wäre gerne länger in Südafrika geblieben. "Was ich dort erlebt habe, war die beste Bezahlung", erklärt der Unterrodacher, der auf Grund seines auslaufenden Visums Anfang November die Heimreise antreten musste. "Es hat unheimlich Spaß gemacht und ich würde die Zeit nie mehr hergeben wollen."

Bis er jedoch wieder zurückkehren kann, wird möglicherweise einige Zeit vergehen. Der 21-Jährige möchte nämlich mit einem Studium beginnen. Tiermedizin wäre sein Traumberuf, was angesichts seiner Vorgeschichte nicht überraschend ist. Eine fünfjährige Wartezeit ist ihm jedoch zu lang. "Wahrscheinlich wird es was in Richtung Management", betont Kropf, der bei seinem Aufenthalt in Südafrika auch angesichts der hohen Kriminalitätsrate keine Angst hatte: "Wo ich war, ist die Wahrscheinlichkeit größer, nachts auf eine Schlange zu treten als überfallen zu werden." Dennoch müsse man natürlich Vorsicht walten lassen: "Man muss einfach seinen gesunden Menschenverstand einschalten, dann passiert nichts."