Massig Blech auf der Straße, beschäftigte Polizeibeamte und einen herbeieilender Abschleppwagen: Eine Szene, die sich aktuell am Kronacher Südkreisel fast in Dauerschleife abspielt. In den vergangenen zehn Tagen hat es nach Angaben der Polizei Kronach allein auf der B 173, kurz nach dem Kreisverkehr stadteinwärts, fünfmal an der gleichen Stelle gekracht.

Darunter waren zwei Auffahrunfälle und drei verunglückte Spurwechsel von Fahrzeugen, die aus dem Kreisverkehr kamen. Ein Unfall dieser Art ereignete sich auch gestern. Um 9.30 Uhr fuhr ein Lkw von der B 85 kommend durch den Kreisverkehr und wollte seine Fahrt Richtung Kulmbach fortsetzen. Dazu musste er von der linken auf die rechte Spur wechseln. Beim Fahrbahnwechsel übersah der Fahrer im toten Winkel einen schwarzen Ford Galaxy mit Kronacher Kennzeichen. Die 51-jährige Fahrerin des Fords fuhr durch den Bypass Richtung Stadtmitte. Da sie nicht mehr rechtzeitig abbremsen konnte, wurde sie zwischen dem Lastwagen und der Leitplanke "eingeklemmt". Der Pkw schlitterte so einige Meter direkt an der Leitplanke über die Straße. Die 51-jährige Fahrerin erlitt nur einen Schock, wurde aber zur Vorsicht ins Krankenhaus gebracht. An ihrem Auto entstand ein Sachschaden von 15 000 Euro - wirtschaftlicher Totalschaden. Der Schaden am Lkw wird auf 1000 Euro beziffert, der Fahrer wurde nicht verletzt.

Der zuständige Sachbearbeiter bei der Polizei Kronach, Michael Hübsch, beobachtet die Unfälle in diesem Bereich mit einer gewissen Sorge. "Ich habe mir von Anfang an gedacht, dass es an dieser Stelle sehr schwierig wird", sagt der Polizeibeamte. So hätten die Verkehrsteilnehmer, die aus dem Kreisel kommen und in Richtung B 85 nach Kulmbach fahren, nur sehr wenig Zeit um die Spur zu wechseln. Und das birgt Gefahren. Hübsch: "Insbesondere die Lkw-Fahrer haben in dem Bereich einen riesigen toten Winkel." Um die Unfälle zu verringern, müssen alle Verkehrsteilnehmer für diesen Streckenabschnitt sensibilisiert werden, so Hübsch. In der Polizeiinspektion Kronach werden bereits Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert, die man dann der Straßenbaubehörde vorlegen möchte.