Wer in den kommenden Monaten über den Marienplatz schlendert, dem wird der große Bauzaun um den Stadtgraben auffallen. Die Treppe, die vom Marienplatz hoch zur Stadtpfarrkirche St. Johannes führt, wird in den kommenden zwei Monaten erneuert. Zurzeit steht in der umzäunten Baustelle ein großer Kran, der die alten Granitsteine abträgt.

Der Grund für die Bauarbeiten ist schnell erklärt: "Die Treppe war schon ziemlich marode", sagt Jochen Löffler, der stellvertretende Werkleiter der Stadtwerke Kronach. Laut Löffler werden beide Treppenläufe, die vom Marienplatz am Stadtgraben hoch zur Annakapelle am Melchior-Otto-Platz führen, abgerissen und neu gebaut. Fußgänger, die in die Obere Stadt wollen, müssen den Weg über den Stadtgraben und den Strauer Torweg oder über die Schwedenstraße durch das Bamberger Tor nehmen.


Stützpfeiler werden saniert

Löffler erzählt, dass vor einiger Zeit in das Fundament Holzunterstützungen eingebaut wurden, um die Treppe sicherer zu machen. Diese werden nun entfernt. Die Stützpfeiler, die sich in der Mauer befinden, sanieren die Arbeiter lediglich. Die Treppenläufe werden dagegen komplett neu gebaut, wie Löffler berichtet. Eine Stahlkonstruktion dient als Unterbau, darauf werden die neuen Treppenstufen aus Granitstein gebaut.

Dass die Treppenstufen, wie die alten, wieder aus Granit sind, hat mit dem Denkmalschutz zu tun. "Wir wollen uns soweit wie möglich am historischen Vorbild orientieren", sagt Löffler. Bei dieser Entscheidung habe die Regierung von Oberfranken mitentschieden.


Geländer leuchtet bei Dunkelheit

Um den Treppenaufstieg so angenehm wie möglich zu machen, gibt es einige Neuerungen. Die neuen Treppenstufen sollen beispielsweise besonders rutschsicher sein. Bei Dunkelheit weist eine Beleuchtung im Handlauf des Metallgeländers den richtigen Weg und sorgt so für einen unfallfreien Aufstieg. "Wir haben alles berücksichtigt, was man bei einer Treppe berücksichtigen kann", sagt Löffler. Einen Aufzug werde es aber nicht geben. Man könne die Treppen zwar besonders gehfreundlich gestalten, vollkommen barrierefrei werde diese aber nicht. "Barrierefrei wird es nicht werden. Eine Treppe bleibt eben eine Treppe", sagt Löffler.

Drei Firmen hat die Stadt für die Bauarbeiten beauftragt. An den beiden Treppenläufen wird gleichzeitig gearbeitet, wie Löffler berichtet. Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich insgesamt auf 240 000 Euro. Nicht eingerechnet sind dabei etwa die Ingenieurkosten. Bis September sollen die Arbeiten dauern. "Ende September wollen wir definitiv fertig sein", sagt Löffler.