Die Tettauer wollen keine Stelen auf ihrem Friedhof. Statt dessen soll eine Fläche geschaffen werden, auf der die Bürger frei entscheiden können, ob sie die Urnen ihrer verstorbenen Angehörigen unter Bodenplatten oder kleinen Obelisken bestatten können. Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) erklärte bei der Marktgemeinderatssitzung am Montagabend, dass der Tettauer Friedhof verschönert werden sollte.

Im Rahmen einer Bauausschusssitzung habe Beate Singhartinger von der Ökologischen Bildungsstätte einige Vorschläge zwecks Gestaltung unterbreitet. Sie habe von Stelenwänden abgeraten. "Das ist kein Prinzip, denn eine Urne sollte ins Erdreich kommen", so Ebertsch. Die Stelenwände, so der Bürgermeister weiter, seien zudem sehr witterungsanfällig. Nun soll der vordere Bereich des Friedhofs umgestaltet werden.


Friedhofsweg wird saniert

Zuvor, so Ebertsch, müsse aber der Friedhofsweg auf Vordermann gebracht werden. Dabei soll die vorhandene Mauer nicht weggerissen, sondern der Weg aufgefüllt werden. Die Ausschreibung dafür erfolgt in nächste Zeit. Ebertsch sprach davon, dass der erste Abschnitt dieser Maßnahme noch in 2018 durchgeführt werden sollte, der Rest in 2019.

Helmut Neubauer (BfT) regte an, den Friedhofsweg in seiner Gesamtheit zu verbessern. Ebertsch wies auf die sehr hohe Auslastung der Baufirmen hin. "Wir können die Firmen nicht mit dem Lasso einfangen!" Dietmar Schmidt (SPD) bat die Verwaltung, zuvor die Angehörigen anzuschreiben, deren Grabstellen im Zuge der Maßnahme entfernt werden.

Ein weiterer Punkt war die Jahresrechnung 2017. Der Bürgermeister sprach von einem Rekordhaushalt, der in 2017 verabschiedet wurde. "Es ist viel gemacht worden". In diesem Zusammenhang sprach er unter anderem von Straßenunterhaltsmaßnahmen, der Sanierung des Schulgebäudes im Eingangsbereich, am Kindergarten, am Pumpwerk in Langenau etc. an. Bei Letztgenanntem wies er darauf hin, dass bei 60 000 Euro an Investitionskosten bereits bis dato 15 000 Euro an Energiekosten eingespart werden konnten. Weiterhin sprach er von der Erneuerung der Wasserleitungen im Rahmen des Ausbaus der Christian-Hammerschmidt-Straße in Kleintettau.


Schulden wurden getilgt

Trotz aller Maßnahmen konnten 434 941 Euro für Tilgung aufgebracht werden. Bezüglich der Kläranlage beauftragten die Räte die Firma STL für die Errichtung einer Einhausung im Wert von 10 084 Euro. Es geht hierbei um den Schutz der Technik im Falle eines Hochwassers.

Einstimmig sprach sich das Gremium auch dafür aus, rund 3000 Euro in den Kauf eines Skispringers aus Holz zu investieren. Diese Kunstfigur entsteht im Rahmen von Holzart.Unter Punkt "Sonstiges" informierte der Bürger, dass in Schauberg mit der Sanierung der Ringstraße, der Erneuerung von Straßen, Kanal und Wasserleitungen nun alle Hausaufgaben erledigt worden seien. Carl-August Heinz (BfT) bedankte sich bei seinen Kollegen Gerhard Löffler (BfT), der bei einem Termin der SPD-Landtagsfraktion vergangene Woche seine Zweifel bezüglich der Schaffung von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Bayern geäußert und darauf hingewiesen habe, dass der öffentliche Nahverkehr in Ballungsgebiet wesentlich höher subventioniert werde als auf der Fläche (wir berichteten).

Ebertsch sprach davon, dass oftmals die bürokratische Hürden Eigeninitiativen und ehrenamtliches Engagement blockieren würden. Deshalb sei er seinen Räten umso dankbarer, denn in Tettau sei einiges auf dem Weg gebracht worden.


Tettau zahlt vieles selbst

Kritik hagelte es aber darüber, dass die Gemeinde bisher - mit Ausnahme der Förderoffensive Nordbayern - bei ihren Projekten für die Finanzierung selbst aufkommen musste. "Wir sind mit Förderungen nicht berücksichtigt worden." So musste die Kommune beispielsweise Sanierungsmaßnahmen an ihren Gemeindestraßen aus eigener Hand finanzieren. "Ist das gerecht - ich frage mich manchmal schon, was das für Finanzierungssysteme sind". Carl-August Heinz wies darauf hin, dass die Oberbayern sieben Mal höhere Fördermittel als die Franken im Tourismusbereich erhalten".

Auch wurde kritisiert, dass im touristischen Bereich nicht alle Angebote bei den entsprechenden Printmedien und Social-Media-Kanälen erkennbar sind.

Folgenden Bauantrag wurde zugestimmt: Einhausung des Sandbunkers, Gemarkung Kleintettau, durch Heinz-Glas Produktion GmbH. Allerdings: Die Einleitung von Grund- und Quellwasser in die öffentliche Kanalisation ist verboten.