Fährt man derzeit von Steinbach Richtung Teuschnitz, fällt einem am Ortsausgang sofort eine Baustelle ins Auge. Trotz kalter Jahreszeit kann man beobachten, wie langsam ein Gebäude entsteht. Von außen wird das Geschäft nicht anders als andere Supermärkte aussehen. Drinnen werden aber viele Details für freudige Überraschungen sorgen: Die Preisschilder werden so groß gedruckt sein, dass selbst ein schwaches Auge sie ohne Probleme entziffern kann.

Die Füllhöhe der Regale auf der 1500 großen Quadratmeter großen Verkaufsfläche werden so gestaltet, dass Waren auch von kleineren und älteren Bürgern in greifbare Nähe rücken. An den Einkaufswagen sind Leselupen angebracht, damit das Kleingedruckte auf den Produkten lesbar wird. Die Gänge zwischen den einzelnen Regalen werden so gestaltet, dass jeder Kunde auch mit Gehhilfe, beziehungsweise Rollstuhl, mühelos seine Einkäufe tätigen kann.


Auch für Rollstuhlfahrer

Sondereinkaufswagen werden zur Verfügung stehen, die an Rollstühlen angebracht werden können. Und es gibt nicht nur eine behindertenfreundliche Toilette, sondern auch einen Wickelraum, in denen Eltern ihre Babys frisch machen können. Es wird keine Stufen und Treppen geben und ein Café lädt vor oder nach dem Einkauf zum Verweilen ein.

Es wird also nicht nur eine Einkaufsstätte für Jung und Alt werden, denn gleich nebenan werden nicht nur eine Arztpraxis und eine Geschäftsstelle der Raiffeisen-Volksbank integriert, sondern auch ein Treffpunkt für die Bürger in und um Steinbach.

Im aufgeheizten Container des Bauunternehmens sitzen der Inhaber des "Supermarkts der Generationen", , Matthias Börschel und der Polier des bauausführenden Unternehmens, Olaf Hensgen.


An der Wasserscheide

Vor fünf Jahren hatte er diese Idee, erzählt der Investor. Er wolle mit dieser Maßnahme einen "Schritt nach vorne wagen", sich den demografischen Herausforderungen stellen. "Die Bevölkerung wird älter". Rund fünf Millionen Euro investiert der Einzelhandelskaufmann, der derzeit an der Wasserscheide in Steinbach einen Edekamarkt in dritter Generation führt, in dieses Objekt.

Jetzt, da er den Baufortschritt beobachten kann, mache ihm sein Vorhaben Freude. Vorbei sind die Minuten, an denen er auf Grund bürokratischer Hürden seinen Plan aufgeben wollte.

Die Produkte im Markt will der 45-Jährige dem geänderten Kaufverhalten der Kunden anpassen. So wird das Sortiment um Elektrogeräte und Haushaltstextilien erweitert. Die Tiefkühlfläche soll dreimal so groß wie die bisherige sein. Ebenfalls vergrößert werden Käse- und Joghurtsortiment. In den vergangenen 30 Jahren - seitdem befindet sich der Edeka-Markt an der Wasserscheide - habe sich vieles geändert. Die Haushalte sind kleiner geworden, die Kinder oftmals weggezogen und die Berufstätigkeit von Frauen hat zugenommen. "Die Kunden wollen jetzt kleinere Packungen und eine Vielfalt an Produkten". Die Schaffung von 135 Parkplätzen direkt vor dem Supermarkt soll erst gar keine Parkplatzprobleme aufkommen lassen.


Wärme aus der Kälteanlage

Matthias Börschel gerät ins Schwärmen, wenn er über den Umweltaspekt berichtet, der beim Bau zum Tragen kommt. Die Wärme für den Supermarkt der Generationen wird aus der Kälteanlage gewonnen. Die Wärme sei immens, da die Kohlensäure bis zu 120 Bar Druck auf die Leitung ausübt. Mittels einer Pumpe im Maschinenraum soll diese Wärme im Fußboden in den Supermarkt transportiert werden. Die Beleuchtung erfolgt komplett per LED. Oberflächenwasser wird in einem Regenrückhaltebecken aufgefangen und der Natur zurückgegeben. Steht der Supermarkt der Generationen, will Matthias Börschel zudem sechs neue Mitarbeiter einstellen. Er geht aber davon aus, dass insgesamt - inklusive Arztpraxis, Raiffeisenbank und Backhaus - zehn bis zwölf neue Arbeitsplätze entstehen.

Bei der Frage, warum er diese Investition in Angriff nimmt, meint er: "Zum einen macht mir mein Beruf Spaß, zum anderen hat mein Sohn Markus signalisiert, dass er in meine Fußstapfen treten will." Und Matthias Börschel hat noch einen Plan. Er will, zusammen mit interessierten Partnern, eventuell in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, einen Shuttlebus ins Leben rufen, damit auch Bürger - die in der Gemeinde nicht mobil sind - die Bank, Arztpraxis und den Supermarkt der Generationen "im Lehen" besuchen können.


Schnäppchenmarkt im bisherigen Edekamarkt

Nach der Fertigstellung des "Supermarkts für Generationen" wird im bisherigen Edeka-Markt an der Wasserscheide ein Sonderpreis-Baumarkt, die Firma Fishbull - Franz Fischer Qualitätswerkzeuge GmbH/Neustadt bei Coburg, einziehen. In diesem Schnäppchenbaumarkt wird nicht das komplette Sortiment eines Baumarkts angeboten, sondern es werden im Wesentlichen Verbrauchsartikel verkauft. Angeboten werden sollen unter anderem Werkzeugzubehör, wie Bohrer, Trennscheiben etc., Kleineisenwaren wie Schrauben, Nägel, Winkel, Farben und Malerzubehör.