Der Fasching in Steinwiesen hat Tradition und das nicht erst seit der Gründung der Faschingsgesellschaft (FGS) am 15. November 1996. Vorher gab es die "IGF" - Interessengemeinschaft Fasching (seit 1990), die sich aus den legendären Veranstaltungen des Lügensagervereins am Faschingsdienstag entwickelte. Doch Jahrzehnte vorher waren die Narren schon in Steinwiesen aktiv mit Kinderumzügen, Faschingstänzen und Kappenabenden und tolle Prinzenpaaren. Bereits seit 70 Jahren vertreten die Hoheiten die Farben des Steinwiesner Faschings und alles fand 1949 seinen Anfang mit Prinzessin Ingrid I. und Prinz Josef I.

Ingrid Wich, geborene Schneider, genannte Straßberger, und der "Ald Hacke" Josef Beiergrößlein waren damals stolze Besitzer des Faschingszepters.

Prinzessin Ingrid war bei der Jubiläumsveranstaltung dabei, leider ohne Prinz, der ist bereits 2013 verstorben. Doch sie war nicht allein, denn alle Prinzen und Prinzessinen der letzten 70 Jahre waren eingeladen und viele waren gekommen. Aber nicht nur das "große" Prinzenpaar, sondern auch die vielen Kinderprinzenpaare waren zahlreich vertreten und feierten mit.

Eine Bildpräsentation von Robert Unglaub mit den Bildern der Prinzenpaare aus 70 Jahren begeisterte die Zuschauer, die natürlich manchmal raten mussten, wer der fesche Prinz oder die liebliche Prinzessin eigentlich sind. Alle Prinzenpaare und Kinderprinzenpaare wurden namentlich begrüßt und erhielten den neuen Jubiläumsorden der FGS. Dieser wurde gestaltet von Sabine Schmittdorsch und gefertigt wurde er bei der Fa. Kober.

Der Bezirkspräsident aus Oberfranken des Fastnachtverbandes Franken, Norbert Greger, gratulierte der Jubiläumsgesellschaft zum 22-jährigen Bestehen der FGS. "Es ist toll, wie ihr es schafft, Altes und Schönes und das Brauchtum zu erhalten", betonte Greger. Stolz übergab er deshalb die Ehrungsurkunde für 22 Jahre Faschingsgesellschaft an den Präsidenten Wieland Beierkuhnlein.

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten Wieland Beierkuhnlein, der diese 70 Jahre kurz Revue passieren ließ, übernahm Christian Kremer die Moderation der Veranstaltung. 32 Männer und Frauen aus den Vereinen und Verbänden, Privatpersonen und Wirtsleute waren damals vertreten, als die Faschingsgesellschaft gegründet wurde. Nun bei der Jubiläumsveranstaltung sind viele von ihnen wieder dabei und begeistert von den Showacts, die bei dieser Veranstaltung natürlich nicht fehlen dürfen. "Acht Beine, vier Mädels, Superkostüme und ein Tanz", so kündigte Christian Kremer die Tanzmariechen der FGS an. Die beiden Kleinen Lena und Julia und die jungen Damen Maria und Amira begeisterten mit ihrem Tanz, der für die kleine Bühne extra von Anna Feil einstudiert wurde.

Tausendmal gewogen

Musikalisch wurde es, als Hedi Höhn als Andrea Berg ihre eigene Version der Lieder zu Gehör brachte. "Ich hab mich tausendmal gewogen" hieß es bei ihr. Mit einer Büttenrede zum Thema "Schlankheitskur" beendete Hedi Höhn ihren Auftritt. Eines der Highlights des Abends war der Auftritt der "Rrrrrodachtaler". Eine Gruppe, die es in diesem Zusammensetzung noch nie gegeben hat. "Wenn ich nicht auf der Bühne steh, was würde ich dann sein ..." hieß es da - ein Polizist (Alexandra Schmittdorsch), Ballerina (Frank Smettane), Maler (Tamara Wachter), Arzt (Ramona Smettane), Taucher (Alexander Holzmann), Nonne (Sven Schuster), Bauhofmitarbeiter (Viola Wiedel) und Bürgermeister Wunder (Pascal Ströhlein). Die geordnete ungeordnete Choreografie aus Bewegung und Text in einem gnadenlosen Durcheinander war genial und fast nicht zu toppen.

Viel Gelächter gab es, als die Koslowskis die Bühne belagerten. Tochter Anja schrieb eine Büttenrede, wollte wegen des "sexistischen" Elferrats einen eigenen Elferrat aus lauter Frauen gründen, schaffte es aber nur zu einem "Dreirad". Oma Kunni begeisterte sich mal wieder mit ihrer Showtanzgruppe und Sohn Alex war sauer, dass er nicht als "Frau" gelten durfte. Über das Essen beschwerte sich Papa Reinhard bei Mama Gisela und als wenn das noch nicht gereicht hätte, gab auch der Computer seinen Geist auf. Und da half auch eine Wiederbelebung durch Papa Reinhard nichts mehr.

Musikalisch wurde der Abend von Ali & Querchl begleitet. Mit einer Präsentation von Bildern und Berichten aus 22 Jahren FGS begeisterte Robert Unglaub.