Die Entwürfe für die städtebauliche Aufwertung und Lärmsanierung in der Kronacher Straße wurden ebenso vorgestellt wie auch die Erneuerung der Haßbachbrücke. Im Zuge der Lärmsanierung der B 85 in der Kronacher Straße sollen analog zur bereits durchgeführten Maßnahme in der Lauensteiner Straße die Aufenthaltsbereiche zwischen Rathaus und Jahns-Bräu städtebaulich aufgewertet werden. Zwischenzeitlich haben die Planungsbüros Station c23 Leipzig und HTS-Plan Kronach mit den Hinweisen aus dem Ideenworkshop im vergangenen Jahr einen ersten Planungsentwurf erarbeitet.
Am Donnerstag stellte der Planer Michael Rudolph nun die Entwurfsplanungen zur Diskussion vor. Die Maßnahme unterteilt sich in drei Flächen: die Städtebauliche Aufwertung Gehwege / Parkflächen / Nebenflächen als Fläche 1, die Asphaltsanierung Gehwege, Abbruch Kronacher Straße 30 und der Rampenaufgang zur Schule als Fläche 2 als auch der Parkplatz Freibad als Fläche 3. Rudolph erläuterte die Probleme sowie Gestaltungsvorschläge der neuralgischen Punkte. "Die Straßenbereite bei den Aufenthaltsbereichen wird um circa 0,5 Meter schmaler. Dadurch ergibt sich außerhalb mehr Raum für die Gehwege", informierte er. Bei den Belägen, der Ausstattung und den Gestaltungsrichtlinien orientiere man sich am Bauabschnitt zwischen Rathaus und Einmündung Thünahofer Straße. "Es soll sich ein einheitliches Erscheinungsbild ergeben, um Ruhe in den Straßenraum zu bekommen", verdeutlichte er.
Als Straßenbäume kommen kleinere, nicht sehr buschige Bäume in Betracht. Die städtebauliche Aufwertung erfolgt bis zum Bereich Haßbachbrücke. In der Diskussion brannte den Anliegern die Parkplatzsituation unter den Nägeln. Hierfür war im Vorfeld ein Parkraumkonzept erstellt worden. Dieses beinhaltet eine Ausweitung der Kurzzeit- und Bewohnerparkflächen auf die Kronacher Straße zur Unterstützung der dort ansässigen Einzelhändler und Dienstleister ebenso wie die Aufwertung und Schaffung dezentraler Parkmöglichkeiten für Dauerparker im Bereich Schützenplatz und Freibad Ludwigsstadt. Am Schützenplatz werden 55, beim Freibad 35 neue Langzeitparkplätze ausgewiesen, insgesamt also 90. "Wir hoffen auf Akzeptanz", so der Bürgermeister, der einen gewissen Gewöhnungsprozess einräumte. Die Situation ergebe sich aus einem erfreulichen Wachstum der ansässigen Firmen mit einen Anstieg sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze. Drei Viertel der Mitarbeiter von W.O.M. und Wela kommen von außerhalb. Derzeit reichten die Parkplätze in der Innenstadt aus wie auch für die Wela-Mitarbeiter. Nach Revitalisierung des Jahnsbräu-Areals fielen die dort angemieteten 65 Parkplätze weg. Die neue Situation gelte es zu ordnen, um den verschiedenen Interessen gerecht zu werden. Aber man werde auch Kompromisse eingehen müssen.
"Das ist das Maximum, das wir rausholen können", bestätigte Rudolph und verwies auf einzuhaltende Standards. Insgesamt wird es 36 oder 37 markierte Parkplätze geben, bislang waren es 40. Laut dem Leiter der Polizeiinspektion Ludwigsstadt, Markus Löffler sei die Verwaltungssituation für Falschparker in Ludwigsstadt derzeit überschaubar. Gleichzeitig appellierte er an die Vernunft. "Die Sicherheit für Kinder und Fußgänger ist uns sehr wichtig. Wen diese durch parkende Fahrzeuge in Gefahr gebracht werden, hört der Spaß auf", verdeutlichte er. Laut dem Bürgermeister ist der Entwurf noch nicht in Stein gemeißelt. Man ringe nach einer bestmöglichen Lösung und hoffe auf eine Städtebauförderung von 80 Prozent. Die Maßnahme soll 2020 zur Umsetzung kommen. "Wenn Ende 2020 der kompletten Bereich von Aldi bis Freibad fertig ist, haben wir viel für die Anlieger getan", zeigte er sich sicher. Im Vorfeld der städtebaulichen Aufwertung der Kronacher Straße ist durch das Staatliche Bauamt Bamberg, Servicestelle Kronach, die Erneuerung der Haßbachbrücke von Mai bis Dezember 2019 vorgesehen. Maßgeblich ist die Fußgängerführung im Hinblick auf die Verbindung zwischen den Parkplätzen im Bereich Freibad und den Firmen in der Alten Poststraße, W.O.M. und Wela. Zur Umsetzung soll ein beidseitigen Gehwegs bis Freibad kommen.
Jens Laußmann, Leiter der Servicestelle Kronach, wie auch der Projektleiter Brückenbau, Horst Moser, informierten über die Planungen. "Wir nehmen einen Batzen Geld in die Hand, aber wir tun das gerne", betonte Laußmann. Das Bauwerk aus dem Jahre 1966 hat eine Stützweite von 8,25 Meter. Es handle sich um keine einfache Maßnahme - insbesondere auch durch die Belieferung der Firmen mit Sattelzügen sowie den Fußgängerverkehr. Die Maßnahme erfolgt in zwei Bauabschnitten über jeweils drei Monate im Jahr 2019. Dabei wird der komplette Brückenbelag abgebrochen. Die Planungen laufen bis in den Herbst. Im Winter soll es in die Ausschreibung gehen. Trotz aller Bemühungen werde es zu Verkehrseinschränkungen kommen. Eine Vollsperrung werde es nicht geben, sondern eine Ampelregelung. Der Bürgermeister dankte diesbezüglich den Anliegern für die temporäre Nutzung ihrer Grundstücke, was eine lediglich halbseitige Sperrung ermögliche.

Neuralgische Punkte: Loquitzbrücke und Bushaltestelle - Probleme: Engstelle, hoher Stellplatzbedarf, Nutzung der Gehwege, Gestaltungsvorschlag: Einheitlicher Bodenbelag, Aufweitung der Fläche, Parkstreifen inkl. Baumneusetzungen, Bushaltestelle mit Wartebereich; Loquitzbrücke und Parkplätze - Probleme: Engstelle, hoher Stellplatzbedarf, Nutzung der Gehwege, Gestaltungsvorschlag: Verbreiterung des Gehwegs, Schrägparker mit Zwischenstreifen zur Fahrbahn; Kronacher Straße / Lehestener Straße: Gestaltungsvorschläge: Einheitlichen Platzfläche mit untergeordneten Verkehrsflächen, Schaffung von Aufenthaltsflächen, Orientierung am Bestand, Aufgreifen von Blickbezügen zur Umgebung; Kronacher Straße, Jahns-Bräu - Probleme: Engstelle - Schulweg; Enge Zufahrt - schwierige Höhenverhältnisse, Uneinsichtigkeit, Gestaltungsvorschläge: neue Eingangs- und Einfahrtssituation; Kronacher Straße 30 - 2 Gestaltungsvorschläge: Abbruch inkl. Neugestaltung oder Erhalt, Kronacher Straße - Probleme: Engstelle, Nutzung der Gehwege und Straße, fehlender Gehweg, Gestaltungsvorschläge: Lärmsanierung Fahrbahn, Asphaltsanierung Gehweg, Anlegung eines Gehwegs; Kronacher Straße, Bushaltestelle - Probleme: Schulweg und Querung gefährlich, Gehwege enden, Gestaltungsvorschlag Variante 1: Erhalt der Bestandsüberdachung, Stellplatzfläche, Möglichkeit zum Holen und Bringen; Kronacher Straße, Freibad - Probleme: Zugang Freibad unattraktiv, fehlende Parkmöglichkeiten, fehlende Gehwege, hohe Geschwindigkeiten, Gestaltungsvorschläge: Herstellung einer Parkplatzfläche, Verbreiterung und Verlängerung der Gehwege, sichere Querungsmöglichkeit, Fahrradbügel vor Gebäude.
Variante 2:Kronacher Straße, Bushaltestelle - Probleme: Schulweg und Querung
gefährlich, Gehwege enden, Gestaltungsvorschlag Variante 1: Erhalt der
Bestandsüberdachung, Stellplatzfläche, Möglichkeit zum Holen und Bringen;
Variante 2: Abbruch Überdachung, Stellplatzfläche, Rampenaufgang Schule