Die meisten Siege, die meisten Punkte und die meisten Tore - das ist die Bilanz des SV Gifting, dem Tabellenführer der Kreisklasse 4. Seit neun Spielen steht die Mannschaft von Spielertrainer André Scholz auf Platz 1 und darf sich große Hoffnungen auf den Aufstieg machen. Für den Coach selbst wäre dies ein optimaler Abschied, denn im Sommer wird der 31-Jährige die Giftinger nach zwei Jahren wieder verlassen.

"Wir galten zwar als Favorit, aber dass es so gut läuft, war schon überraschend. Wir hatten im Sommer keinen Neuzugang, dafür zwei Leute verloren und haben einen eher kleinen Kader. Daher war es wichtig, dass die Älteren miteingesprungen sind", sagt Scholz. "Die Mannschaft ist ein eingeschworener Haufen und spielt seit Jahren zusammen. Es passt im Moment alles gut und wenn es so bleibt, denke ich schon, dass wir eine gute Rolle spielen können", beschreibt er das Erfolgsrezept.

In den Spitzenspielen siegreich

Nur drei Niederlagen kassierte der SV bislang. Die bitterste war für Scholz das 0:1 beim FC Hirschfeld. "Da sind wir von Anfang an nicht ins Spiel gekommen und es war verdient, dass wir verloren haben", bemängelt der Trainer. Dafür feierte seine Elf mehrere Kantersiege, wie das 12:1 gegen den TSV Tettau im letzten Spiel vor der Pause, und zeigte auch gegen die Topteams regelmäßig gute Leistungen. "Am besten hat mir unser Auftritt in Wallenfels (3:1 Anm. d. Red.) gefallen. Wir waren von Anfang an überlegen und haben nur unsere Chancen nicht genutzt. Aber wir haben nie Zweifel daran aufkommen lassen, dass wir das Spiel gewinnen."

Erster Verfolger der Giftinger ist eine Mannschaft, die vor der Saison kaum einer auf der Rechnung hatte: die im Sommer gegründete Spielgemeinschaft aus Gundelsdorf und Reitsch. Bei dieser lief es von Anfang an rund. Nur Ende August und Anfang September musste die SG in vier Partien drei Niederlagen hinnehmen, holte dann aber 27 Punkte aus den letzten zehn Spielen vor der Winterpause und arbeitete sich wieder nach vorne auf Platz 2.

Eine starke Runde spielt bislang auch der SCR Steinbach am Wald. Mit 39 Punkten hat man bereits jetzt drei Zähler mehr auf dem Konto als nach der gesamten Vorsaison. Und der neue Steinbacher Spielertrainer Christian Brandt ist dazu mit 23 Treffern der erfolgreichste Torschütze der Liga.

Die vierte Mannschaft im Aufstiegsrennen ist der FC Wallenfels. Der Kreisliga-Absteiger verabschiedete sich mit einem 9:0-Kantersieg gegen die Steinbacher in die Winterpause und wird auch danach ein Wörtchen um die Meisterschaft mitreden wollen. Entscheidend könnten die Begegnungen am 26. und 27. Spieltag sein, wenn die "Flößer" auf die SG Gundelsdorf/Reitsch sowie Gifting treffen.

Breites Mittelfeld

Mit etwas Abstand führt der TSV Wilhelmsthal das Mittelfeld als Tabellenfünfter an, wobei der TSV noch ein Nachholspiel gegen die SG Nordhalben auszutragen hat (8. März). Wie schon in der vergangenen Saison befindet sich der A-Klassen-Meister von 2018 im oberen Tabellendrittel.

Der stark in die Spielzeit gestartete FC Unter-/Oberrodach - in der Vorsaison nur knapp der Abstiegsrelegation entgangen - kann mit seiner Position im gesicherten Mittelfeld ebenso zufrieden sein, auch wenn es im Herbst mit zwischenzeitlich fünf Niederlagen am Stück wieder etwas abwärts ging.

Dahinter sind mit dem SV Steinwiesen, der SG Rothenkirchen und dem FC Wacker Haig drei Mannschaften punktemäßig gleichauf, die in der vergangenen Saison lange um den Aufstieg mitspielten. Einen starken Zwischenspurt legten besonders die Wackeraner (19 Punkte aus sieben Spielen) und die Rothenkirchener (17 Punkte aus sieben Spielen) hin. Die Steinwiesener gewannen hingegen die letzten drei Begegnungen vor der Winterpause.

Mit acht Punkten Abstand zu diesem Trio rangieren dahinter der Kreisliga-Absteiger FC Mitwitz II und der FC Hirschfeld. Mit elf Zählern Vorsprung auf den Relegationsrang 12 befinden sich diese beiden Teams im Niemandsland der Tabelle, wollen aber noch mindestens einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.

In einer beruhigenden Position befindet sich auch der TSV Windheim. Mit 44 Treffern zeigt er sich zwar torgefährlich, im Lauf der Saison musste er jedoch schon einige herbe Niederlagen einstecken, wie etwa das 1:9 gegen den SV Gifting Anfang November, und weist somit auch schon 76 Gegentore auf.

Negativer Höhepunkt der Saison war der Abbruch der Partie zwischen den Windheimern und der SG Nordhalben beim Stand von 4:4 am 9. Spieltag. Das Kreissportgericht wertete die Begegnung letztlich mit 2:0 für den TSV.

Damit liegen die Nordhalbener auf dem 13. Platz und mit vier Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone im Soll. Im Frühjahr werden aber vor allem die direkten Vergleiche mit den Kellerkindern über den Klassenerhalt des Aufsteigers entscheiden.

Schwerer Auftakt für Kleintettau II

Die SG Kleintettau II/Buchbach atmete kurz vor der Winterpause noch mal auf. Nachdem die SG zuvor sechs Spiele am Stück teils deutlich verloren hatte, gelang ein wichtiger 7:4-Auswärtserfolg gegen Schlusslicht FC Burggrub. Zum Auftakt warten jedoch die beiden Spitzenteams aus Gundelsdorf und Gifting, bevor es in entscheidende Duelle gegen Windheim und nach Tettau geht.

Der Aufsteiger aus Tettau steht mit zwölf Punkten auf dem Relegationsplatz, hat aber noch Kontakt zum rettenden Ufer. "Wir konnten gegen viele Mannschaften richtig gut bestehen. Jedoch kam am Ende nichts dabei raus, da wir leichtsinnige, entscheidende und auch individuelle Fehler machen", bilanzierte Trainer Markus Zapf kürzlich auf unserem Partnerportal anpfiff.info. Nach dem Winter geht es für den TSV vor allem darum, in den wichtigen Heimspielen gegen Windheim, Kleintettau II und Nordhalben zu punkten.

Düsterer sieht da schon die Situation beim FC Burggrub aus. Nur zweimal gewann der FCB bislang und rangiert mit sieben Zählern schon etwas abgeschlagen am Tabellenende. Erschwerend kommt hinzu, dass die Burggruber in ihrem Restprogramm größtenteils gegen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte spielen.