Warum geht man zum Triathlon nach China? Dafür sprachen für Thomas Geiger vom ASC Kronach-Frankenwald einige Gründe: Der Wettkampf in Qujing ist Qualifikation für den Ironman auf Hawaii 2018, es ist ein Rennen über die halbe Distanz. Also schnellere Regeneration für Hawaii und er war noch nie in China.

Was spricht für Hawaii? Die jährliche in Kailua Kona auf Big stattfindende Weltmeisterschaft ist das Größte für die Triathleten und hat in diesem Jahr 40-jähriges Jubiläum. Vor 30 Jahren startete Thomas Geiger das erste Mal auf Hawaii, und sollte es mit der erneuten Qualifikation klappen, dann wäre es bereits die 50. Langdistanz des Kronacher Extremsportlers. Das waren für den Triathleten genug Gründe, das Abenteuer einzugehen.


Empfangskomitee

Von Frankfurt aus nach Peking, von da aus nach Kumming. Von Kumming aus fuhr er mit dem Bus ins zwei Stunden entfernte Qujing, dem Austragungsort. Qujing ist für chinesische Verhältnisse mit 6,7 Millionen Einwohner eher eine kleinere Stadt und hat keinen eigenen Flughafen.

Sofort aufgefallen ist Geiger die Freundlichkeit der Chinesen, schon am Flughafen stand ein "Empfangskomitee" des Veranstalters, das die Athleten zu den Bussen begleitete. Ähnlich verlief es in Qujing. Das erste Radtraining fiel wegen Dauerregens ins Wasser. Ein Aspekt, den er im Vorfeld nicht richtig einzuschätzen wusste, war die Höhe. Qujing liegt auf 1900 Meter über dem Meeresspiegel und beim Radfahren ging es auf über 2000 Meter.


"Ich war total platt"

Deswegen und wegen dem Reisestress war er zu Beginn nach eigenen Worten "total platt". Am Vortag des Rennens brachte er am späten Nachmittag sein Rad und seine Laufsachen in die jeweiligen Wechselzonen. Am Abend stand dann noch ein kurzer Lauf an.

Los ging es am nächsten Tag um 8 Uhr. Deshalb war Geigers Nacht bereits um 5.30 Uhr zu Ende. Mit Bussen wurden die Sportler an den Start gefahren, denn die sechsspurige Radstrecke war für den öffentlichen Verkehr komplett gesperrt. Wie bei Ironman Veranstaltungen mittlerweile üblich, gab es den "Rolling Start". Alle 15 Sekunden wurden zwei Starter ins Wasser geschickt. Dem Kronacher gefällt diese Form überhaupt nicht, weiß man doch während des Rennens nicht, auf welcher Position man liegt. Seine Zielzeit beim Schwimmen betrug zwischen 25 und 30 Minuten. Er war überrascht, dass er von Anfang an relativ viele Sportler überholte. Das lag aber nicht an seiner Schwimmform, sondern daran, dass viele Schwimmer das Rennen zu schnell angingen.


Nach 32 Minuten aus dem Wasser

Der ASC-Triathlet ging die erste Hälfte des Schwimmens dagegen eher defensiv an und konnte später zulegen. Nach knapp über 32 Minuten hatte Thomas Geiger das Wasser verlassen und schwang sich auf seine Scrane-Zeitfahrmaschine. Jetzt standen 90 anspruchsvolle Kilometer auf dem Rad auf dem Programm.

1200 Höhenmeter waren zu bewältigen, technisch war die Strecke sehr einfach, sechsspurige Straßen, voll gesperrt. Sehr gleichmäßig spulte der ASC-Triathlet die 90 Kilometer herrunter, nach 2:29 Stunden stellte er das Rad in die zweite Wechselzone, mitten im Olympia-Zentrum in Qujing.
Sein Wechsel ging zügig über die Bühne. Er tauschte nur die Schuhe, seinen Triathlonanzug hatte er bereits zum Schwimmen angezogen. Geiger lief auf den langen geraden Straßen - er konnte teilweise kilometerweit schauen - sehr gleichmäßig, zwischen 4:30 und 4:45 Minuten waren seine Kilometer-Zeiten. Mit einer Laufzeit von 1:40:12 Stunden für den Halbmarathon erreichte er nach 4:46 Stunden das Ziel in Qujing.

Damit belegte Geiger bei 342 Startern den 29. Platz. Er gewann souverän mit 16 Minuten Vorsprung seine Altersklasse. Dieser Sieg war auch nötig, denn in seiner Klasse gab es nur einen Qualifikationsplatz für den Ironman.