Nach fünfjähriger Pause ist im Landkreis Kronach wieder ein DFB-Stützpunkt angesiedelt. Er wurde am Samstagnachmittag im Frankenwaldstadion des SV Friesen offiziell eröffnet.
Der Einladung des zuständigen DFB-Stützpunktkoordinators für den Bereich Nordbayern, Michael Urbansky, sowie des Partnervereins SV Friesen zum kleinen Festakt waren Vertreter aus dem Sport und der Politik gefolgt. Kurz vor Beginn des Landesliga-Spiels zwischen dem SV Friesen und dem TSV Buch sprach SV-Vorsitzender Alexander Graf die positive Entwicklung des Vereins in den vergangenen Jahren an. Auch Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann und stellvertretender Landrat Gerhard Wunder freuten sich über die Eröffnung des Stützpunkts im Landkreis Kronach. BFV-Bezirksvorsitzender Karlheinz Bram wünschte den Trainern und den Organisatoren vor Ort gutes Gelingen.
Michael Urbansky verdeutlichte die Zielstellung der Talentförderung. Er betonte dabei, dass der DFB-Stützpunkt nicht nur eine Förderinstitution für die besten Spieler und Spielerinnen aller Vereine der Region sei, sondern auch ein Service- und Informationszentrum für alle Jugendtrainer im Einzugsgebiet darstelle.


Zehn Jahre in Hummendorf

Im September 2002 wurde erstmals ein DFB-Stützpunkt im Landkreis Kronach eingerichtet, und zwar auf dem Sportgelände des SV Hummendorf. Trainer waren damals Klaus Schreiber, Uli Doppel und Jürgen Haas. Dieser wechselte gut zwei Jahre später an den Stützpunkt Bayreuth und wurde durch Franz Bauer ersetzt. Im Sommer 2010 beendete Klaus Schreiber nach 20 Jahren in der Jugendarbeit sein Engagement als Trainer. Danach kümmerten sich Franz Bauer und Markus Fischer um die Förderung der jungen Fußballer.
Ende Juli 2012 wurde der Stützpunkt dann überraschend geschlossen, obwohl es für die Nachwuchsförderung in Hummendorf immer wieder Lob und hohe Bewertungen gegeben hatte. Seitdem mussten die Talente aus dem Frankenwald, die eine entsprechende Förderung in Anspruch nehmen konnten, deutlich längere Wege zum neu eingerichteten Stützpunkt in Kulmbach auf sich nehmen.
Dass dieser heuer geschlossen und nach Friesen verlagert wurde, hat nach Auskunft von Michael Urbansky strukturelle Gründe. "Künftig ist es wieder möglich, die Talente aus dem Landkreis Kronach stärker in die Förderung einzubinden, weil für sie der Stützpunkt viel zentraler liegt."
Schon beim Talentsichtungstag Mitte Juli erwies sich der SV Friesen als "sehr guter Ausrichter", lobt der Stützpunktkoordinator. Da wurde der Jahrgang 2006 gesichtet. Ab Montag, 11. September, werden nun die besten Spieler und Spielerinnen der Region bei den D- und C-Junioren einmal wöchentlich eine professionelle fußballerische Förderung erhalten, zusätzlich zum Vereinstraining. Urbansky rechnet mit jeweils etwa 20 Kindern in zwei Gruppen.
Der SV Friesen ist als Partner des flächendeckenden DFB-Talentförderprogramms nun einer von deutschlandweit insgesamt 366 DFB-Stützpunkten. 64 davon sind im Bereich des Bayerischen Fußball-Verbandes angesiedelt. Drei Trainer, die die Elitejugend-Lizenz haben, werden hier tätig sein, nämlich Jürgen Däumer, Jürgen Schneider und Michael Schreiber. Als Torwarttrainer wird Dominik Kestel das Team unterstützen. han