Ausgerechnet im Nachbarduell beim bisher so starken Aufsteiger FC Redwitz war es endlich soweit. Da konnte der SV Friesen, bis dato Schlusslicht in der Fußball-Landesliga Nordost, den ersten Saisonsieg feiern und die "rote Laterne" wieder abgeben. "Der Sieg hatte sich schon in Kasendorf und gegen Feucht abgezeichnet und war auch verdient. Die Spieler waren einfach heiß auf den ersten Dreier", freut sich Trainer Andreas Lang, der seit dieser Saison als Nachfolger von Christoph Böger die Mannschaft betreut.

Für den 35-jährigen Übungsleiter aus Naila ist es nicht überraschend, dass seine Schützlinge in den ersten Wochen so große Probleme habe würden. "Man darf nicht vergessen, dass der SV Friesen im Sommer sieben Stammspieler verloren hat und dass eine völlig neue Mannschaft mit Spielern meist aus unteren Klassen geformt werden muss. Dieser Umbruch braucht seine Zeit", betont er.

Andreas Lang wusste um die Schwere seiner Aufgabe, als er sich für ein Engagement in Friesen entschied. Und er wusste auch um das Risiko der Vereinsführung um Norbert Kraus und Josef Geiger, den Umbruch mit Spielern teilweise aus der Kreisliga und der Kreisklasse zu versuchen. "Das ist eine Herausforderung, die ich gerne annehme", sagt er. Seine Aufgabe sei es, der Mannschaft ein neues Gesicht zu geben und die Spieler weiterzuentwickeln. "Ich hoffe, dass wir das alle zusammen auch lösen können."

Dass es nicht von heute auf morgen geht, eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, weiß er aus seiner Zeit in der Jugendabteilung der SpVgg Bayern Hof nur zu genau. Beim Traditionsverein an der "Grünen Au" war er bis zum Sommer für die C-Junioren (Bayernliga Nord) verantwortlich, mit denen er einen bislang einmaligen Erfolg feiern konnte. Immerhin wurden seine Schützlinge nordbayerischer Meister. "Da hat es auch seine Zeit gedauert, bis sich die Spieler an meine Philosophie gewöhnt hatten. Es ist normalerweise ein längerer Prozess, bis die Handschrift eines Trainers erkennbar ist."

Den SV Friesen sieht er nicht nur wegen des ersten Saisonsieges auf einem guten Weg, auch wenn sich viele der Neuzugänge erst noch an das höhere Tempo in der Landesliga gewöhnen müssen. "Wir müssen vor allem im Angriff noch mehr Durchschlagskraft entwickeln, aber so langsam greifen die Automatismen, und wir können die ersten Früchte ernten." Diesen Weg gelte es nun weiter zu verfolgen.


Rückendeckung

Auch nach den acht sieglosen Spielen zum Auftakt spürte Andreas Lang die Rückendeckung der Vereinsführung. "Es war für beide Seiten von vorne herein klar, dass die Zusammenarbeit längerfristig funktionieren soll. Wir stehen am Anfang eines Prozesses, der noch lange nicht abgeschlossen ist."

Dass in dieser Saison das Ziel nur der Klassenerhalt sein kann, war und ist allen Beteiligten klar. Um die Chancen zu erhöhen, wurde auch nichts unversucht gelassen, die Mannschaft nach Möglichkeit zu verstärken. So wurden relativ spät noch einige Spieler des FC Burgkunstadt (Nils Firnschild, Daniel Herz und Maximilian Stammberger) verpflichtet.

Seit Montagabend steht ein weiterer Neuzugang fest, der im Frankenwald kein Unbekannter ist. Es ist Hannes Nützel, der bis zur Saison 2009/10 schon beim SV Friesen in der Landesliga gespielt hat. Danach wechselte er zum TSV Neudrossenfeld und spielte zuletzt in Magdeburg, wo er auch studiert hat. Wenn die Passformalitäten wie geplant über die Bühne gehen, kann er schon am Wochenende eingesetzt werden. Der Mittelfeldspieler soll künftig die Friesener Offensive beleben.

In den nächsten Wochen wollen und müssen die Friesener weiter auf Punktejagd gehen, denn dann treffen sie überwiegend auf Gegner aus der unteren Tabellenhälfte. Los geht's am Samstag gegen den TSV Kirchenlaibach-Speichersdorf. Und nach dem Gastspiel beim SV Seligenporten II wird Tabellennachbar Dergahspor Nürnberg erwartet. Im September stehen außerdem noch die interessanten Aufgaben beim VfL Frohnlach II und gegen Vizemeister FSV Stadeln auf dem Programm.