Die Vorgabe, die schon bei der Meisterschaftsfeier ausgegeben wurde, war eindeutig: "Platz 1 bis 3" lautete beim SV Friesen nach dem Aufstieg in die Landesliga das Saisonziel nicht zuletzt von Sponsor Josef Geiger. "Wir liegen also voll im Trend und können mit der Vorrunde insgesamt sehr zufrieden sein", sagt Vorsitzender Norbert Kraus, der nach 19 Spielen somit ein positives Fazit zieht.

Dass die Mannschaft schon 40 Punkte geholt hat, ist normalerweise aller Ehren wert. Spieler und Verantwortliche wissen aber, dass es zum Meistertitel voraussichtlich nicht reichen wird. "Es ist schade, dass mit Weiden eine so dominierende Mannschaft dabei ist", so Kraus. "Aber uns war schon vor Saisonbeginn klar, dass die Weidener klarer Favorit sein würden."

Diesem Anspruch wurden die Oberpfälzer bislang auch vollauf gerecht. Sie mussten nur eine Niederlage hinnehmen, und zwar eine saftige (0:4) beim SV Friesen. Der untermauerte nicht zuletzt in diesem Spitzenspiel zur Kirchweih, dass er zumindest im Kampf um den Relegationsplatz 2 ein gewichtiges Wörtchen mitsprechen wird. Dieser Platz berechtigt bekanntlich zu Aufstiegsspielen in die Bayernliga Nord.

Dass der Aufstieg keine Utopie sein muss, liegt vor allem daran, dass Trainer Christoph Böger über einen größeren und ausgeglichener besetzten Kader verfügt als noch vor einem Jahr. "Die Rotation durch den Trainer hat natürlich immer wieder für Diskussionen gesorgt, aber unsere Mannschaft hat sich bisher hervorragend geschlagen", lobt der Vorsitzende. "Die Stimmung ist gut, die Kameradschaft ebenfalls, und die Zugänge haben sich sehr gut integriert. Es läuft im Moment bestens."


Hurec ist bester Torschütze


Dass es in der Vorrunde auch schlechtere Spiele gegeben hat, verhehlt Norbert Kraus nicht und denkt dabei vor allem an die Begegnungen in Vach und Etzenricht ("diese Niederlagen waren absolut unnötig"). Und er erinnert auch daran, dass man einige Male auch viel Glück gehabt habe, etwa zuletzt beim knappen 2:1-Sieg bei der SG Quelle Fürth. Da traf erneut Sturmführer Aleksander Hurec, der mit 14 Treffern die Torschützenliste der Landesliga Nordost anführt.

Aber der Vorsitzende hat auch registriert, dass die Mannschaft in zahlreichen Partien sehr attraktiven Fußball gezeigt hat. "Bedauerlich ist, dass nicht mehr Zuschauer zu unseren Heimspielen kommen. Aber das ist kein Friesener Problem, sondern ein allgemeiner Trend, der eng mit der Übertragung der Bundesliga-Spiele auf Sky zusammenhängt", weiß er.

Umso dankbarer ist der Vorsitzende, dass die Sponsoren den Verein auch weiterhin unterstützen. "Sie sorgen maßgeblich dafür, dass ein Spielbetrieb in der Landesliga aufrecht erhalten werden kann. Über Zuschauereinnahmen allein wäre das nicht möglich."

Umso interessanter und auch lukrativer wäre es, wenn dem SV Friesen tatsächlich der Aufstieg in die Bayernliga Nord gelänge. In dieser Serie gibt es mit dem FC Burgkunstadt nur einen Gegner, gegen den man mit Abstrichen von einem Nachbarderby sprechen kann. Die Bayernliga hätte dagegen einige Mannschaften zu bieten, die im Frankenwald einen sehr guten Namen haben. Die SpVgg Bayreuth gehört dazu, vermutlich auch die SpVgg Bayern Hof und womöglich sogar der VfL Frohnlach.

So weit voraus will Norbert Kraus allerdings noch nicht schauen. "Jetzt wollen wir erst einmal Platz 2 bis zur Winterpause verteidigen", lautet seine Devise. Wenn es die Witterung zulässt, stehen heuer noch fünf Begegnungen auf dem Programm. Den Auftakt macht das Gastspiel beim FSV Stadeln am kommenden Samstag. Zum Abschluss (2. Dezember) geht es dann zum ASV Pegnitz, gegen den man im Hinspiel die damals erste Niederlage kassierte.