Gehörten die Frankenwälder nach Meinung vieler so genannter Fußballexperten Mitte August zu den sicheren Absteigern, so peilen sie nun einen festen Platz im vorderen Tabellendrittel an. Die letzte Niederlage der jungen Truppe des ehrgeizigen Trainers Andreas Lang liegt fast drei Monate zurück. Das Team ist in relativ kurzer Zeit gereift und zusammen gewachsen.

Die Mischung aus Routiniers und Youngstern entfacht den frenetischen SV-Fans derzeit ein Zungenschnalzen. Kapitän Lars Meyer erlebt seinen zweiten Frühling und organisiert seine Abwehr bravourös. Als Dreh- und Angelpunkt agieren der torgefährliche Frank Fugmann und der überragende Hannes Nützel im Mittelfeld. Die Neuzugänge haben sich zwischenzeitlich voll integriert, so dass die Mannschaft homogen auftritt und schier unschlagbar erscheint, wenn sie sich nicht mit dem eigenen Schlendrian bestraft.

Aber zum Spiel: Die Gastgeber begannen forsch. Um Haaresbreite rutschte Nico Fröba an einer scharfen Hereingabe von Frank Fugmann vorbei (7.), und der auffällige Hannes Nützel drosch das Leder aus der zweiten Reihe knapp übers Gehäuse (9.). Kein Problem hatte Torwart Siggi Kirschbauer bei einem Flachschuss von Enes Turhan.

Sehenswert war der Führungstreffer der Hausherren. Schlitzohrig schoss der starke Fugmann unter die hochspringende Mauer der Gäste ins Netz (17.). Die "Grün-Weißen" hatten weitere Chancen. Lars Meyer scheiterte mit einem Distanzschuss (24.), und der agile Hendric Marzog verzog nach schönem Solo knapp (35.).

Erst nach dem Wiederanpfiff verstärkten die Gäste die Gegenwehr. Benjamin Pommer, vom einsatzfreudigen Dominik Woitschitzke gut an die Kette gelegt, brachte mit einem Schrägschuss keine wirkliche Gefahr. Und Christopher Meier hatte einen Kopfball zu hoch angesetzt (51.) Die sattelfeste SV-Defensive überstand diese Drangperiode unbeschadet. Wieder konnte Pommer abgedrängt werden, und Siggi Kirschbauer hatte keine Probleme mit einem Distanzschuss von Christian Haag (59.).

Sofort nach seiner Einwechslung setzte sich der quirlige Phi lipp Gleich in Szene, überlupfte den Fürther Torwart, doch senkte sich der Ball erst hinter dem Tor (60.). Auf engstem Raum tanzte der erneut gut aufgelegte Patrick Sudol die Gästeverteidiger aus und passte auf Philipp Gleich, der das Leder an den Pfosten ballerte (63.).

Nach einer guten Stunde war die Partie entschieden. Mit einem sensationellen Flügellauf überrannte der pfeilschnelle Kevin Roger die Quelle-Abwehr und passte auf Frank Fugmann, der sicher verwandelte. Die Friesener kontrollierten dann das Spiel und ließen bis zur Schlussphase Ball und Gegner laufen. Kurz vor dem Abpfiff musste Kirschbauer doch nochmals mit einer Blitzreaktion sein Können aufbieten und hatte Glück, als Pommer den Ball an die Unterkante der Latte knallte (89.). Der Jubel im SV-Lager kannte schon wieder keine Grenzen, denn Maximilian Stammberger setzte sich gegen Torhüter Koch durch und markierte den Endstand. SR Julian Kreye leitete die Begegnung souverän.

SV Friesen: Kirschbauer - Woitschitzke, Roger, Meyer, Nützel, Fugmann (90. Ladur), Fröba (59. Gleich), Marzog (81. Stammberger), Sudol, Köcher, Firnschild
SG Quelle Fürth: Koch - Diesner, Seiler, Gerber, Fürsattel, Pommer, Cortus, Meier (76. Menz), Hutter, Turhan (68. Waldhauser), Haag (68. Garcia)
Tore: 1:0 Fugmann (17.), 2:0 Fugmann (65.), 3:0 Stammberger (90.)
SR: Kreye (SSV Warmensteinach)
Zuschauer: 150
Gelbe Karten: - / Seiler, Wal dhauser