Sicherlich gibt es Spitzenmannschaften wie den TSV Ludwigsstadt in der Kreisliga, den TSV Weißenbrunn in der Kreisklasse oder auch in den A-Klassen einige Teams, die entweder noch unbesiegt sind oder aber gerade mal ein Spiel verloren haben. Es gibt aber auch Mannschaften aus der zweiten Reihe, die seit Wochen konstant gute Leistungen zeigen und sich vom hinteren Tabellendrittel sukzessive nach vorne gearbeitet haben. Beispielhaft dafür sind der SV Rothenkirchen in der Kreisliga und der FC Wallenfels in der Kreisklasse.

Mehr erhofft

Die Rothenkirchener wurden vor der Saison zwar nicht zu den Topfavoriten auf die Meisterschaft gezählt, von ihrem Potenzial her wurden sie aber im vorderen Tabellendrittel erwartet. Mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen verlief der Saisonstart vergleichsweise gut, wenngleich man sich im ersten Spiel in Haig sicherlich mehr erhofft hatte als ein 3:3. Doch schon am dritten Spieltag gab es einen herben Dämpfer, als man beim SC Steinbach mit 0:2 den Kürzeren zog. Und auch in den folgenden drei Begegnungen verließen die Rothenkirchener den Platz jeweils nicht als Sieger.

Nach neun Spielen stand der SVR mit nur acht Punkten auf dem elften Platz und lag damit nur drei Zähler von einem Abstiegsplatz entfernt. Höhepunkt im negativen Sinne war wohl die 1:6-Niederlage gegen den TSV Ludwigsstadt. Die Talfahrt der Rothenkirchener hatte aber ihre Gründe. Die Mannschaft musste krankheitsbedingt nicht nur auf ihren Trainer verzichten, sondern zudem immer wieder auf eine Vielzahl an Spielern, so dass keine Kontinuität ins Spiel kommen konnte.

Verdienter Lohn

Dies sollte sich allerdings ab 22. September ändern, als Rothenkirchen beim klar favorisierten SV W/Neuengrün antreten musste, der damals noch punktgleich mit dem TSV Ludwigsstadt an der Tabellenspitze stand. Norbert Neubauer, der bereits zuvor für Uwe Beetz als Trainer eingesprungen war, stellte die Mannschaft taktisch gut ein. Der verdiente Lohn war ein 2:0-Sieg, bei dem der SVR vor allem durch seine Defensivarbeit überzeugen konnte.

Danach sollte ein Siegeszug folgen, der bis heute noch kein Ende gefunden hat. Aus sieben Spielen wurde die Optimalausbeute von 21 Punkten geholt. Und bei einem Blick aufs Programm ist nicht auszuschließen, dass zumindest auch in den nächsten beiden Spielen ein Sieg herausspringen könnte. Gegner in den nächsten beiden Wochen sind nämlich die Kellerkinder SC Steinbach und SV Neuses - und dabei hat man jeweils Heimrecht. Erst danach könnte die Serie ernsthaft in Gefahr sein, wenn die Rothenkirchener nämlich bei der SG Roth-Main (3.) antreten müssen - dann aber erst im neuen Jahr.

Einen ähnlichen Saisonverlauf wie der SV Rothenkirchen hat der FC Wallenfels bislang in der Kreisklasse durchlebt. Auch die Wallenfelser hatten nach zwei Spielen vier Punkte auf dem Konto. Und auch sie hatten sich im ersten Spiel beim 1:1 gegen den SSV Lahm/Hesselbach sicherlich mehr erwartet. Danach setzte eine Phase ein, in der es immer wieder Rückschläge wie gegen Mitwitz II (1:3) oder in Tschirn (0:4) zu verzeichnen gab. Auch das 1:5 in Stockheim gehörte nicht zu den besten Auftritten der Wallenfelser, denen selbst vom eigenen Spielberichterstatter schwache Leistungen und Unzulänglichkeiten attestiert wurden.

Blick richtete sich nach hinten

Nach neun Spieltagen betrug der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch einen Punkt. Die Köstner-Truppe musste ihren Blick deshalb nach hinten richten. Wo das Problem bis zu diesem Zeitpunkt lag, sieht man bei einem Blick auf das Torverhältnis. Zwar wies man mit 20 Gegentreffern einen durchschnittlichen Wert auf, doch die Anzahl der erzielten Tore offenbarte Schwächen in der Offensive. Nach neun Spielen hatte die Mannschaft gerade einmal zehn Tore geschossen - zu diesem Zeitpunkt der schlechteste Wert der Liga.

Doch wie beim SV Rothenkirchen platzte auch beim FC Wallenfels der Knoten am zehnten Spieltag. Mit 3:0 wurde nämlich der ASV Kleintettau II besiegt. Das Spiel sollte letztlich eine Signalwirkung haben, denn auch in den folgenden sechs Spielen verließen die Wallenfelser den Platz jeweils als Sieger und kämpften sich damit auf den dritten Platz vor. Alleine in den vergangenen sieben Spielen traf der FC 18-mal ins Schwarze, so dass die ehemals vorhandenen Sorgen in der Offensive mittlerweile der Vergangenheit angehören. Bester Torschütze seiner Mannschaft ist mit acht Treffern Routinier Michael Herrmann.

Am kommenden Wochenende ist die Serie der Wallenfelser allerdings ernsthaft in Gefahr, müssen sie doch beim bislang unbesiegten TSV Weißenbrunn antreten. In diesem Spiel wird sich vermutlich zeigen, ob sich der FC Wallenfels als eine Spitzenmannschaft bezeichnen darf. Das Ergebnis wird dabei nur zweitrangig sein, da Weißenbrunn mit 15 Punkten Vorsprung bereits außer Reichweite ist. Vielmehr wird es darauf ankommen, ob die Köstner-Truppe dem souveränen Spitzenreiter spielerisch Paroli bieten kann.