Zum zweiten Mal seit dem Aufstieg in die Landesliga Nordost 2017 hat der SV Friesen sein Ziel erreicht. Diesmal sogar noch etwas früher als im vergangenen Jahr. Der 5:2-Heimerfolg gegen den FC Herzogenaurach sicherte den Klassenerhalt bereits vier Spieltage vor Saisonende.

Entsprechend positiv fällt das Fazit des Vorsitzenden Alexander Graf aus: "Mit unserer Mannschaft kann nur der Klassenerhalt das Ziel sein. Insgesamt sind wir im Verein zufrieden gewesen mit dieser Saison. Wir hatten Pech, dass wir in den ersten vier Spielen auf Mannschaften getroffen sind, die am Ende auf den ersten sechs Plätzen landeten." In der Tat verlief der Saisonstart alles andere als gut. Aus den angesprochenen Begegnungen holten die Friesener nur zwei Punkte und steckten bereits mitten im Abstiegskampf.

Derby als Tiefpunkt

Auf den zwischenzeitlichen 1:0-Heimsieg gegen Aufsteiger SC Großschwarzenlohe folgte Grafs persönlicher Tiefpunkt der Saison. Nach der 2:3-Niederlage beim FC Lichtenfels befürchtete er das Schlimmste für die restliche Spielzeit. Eine 1:0- und eine 2:1-Führung brachten die Frankenwälder nicht ins Ziel - und das obwohl die Lichtenfelser knapp eine Stunde lang in Unterzahl agierten. In den letzten fünf Minuten drehte der FCL mit zwei Treffern das Spiel. "Gott sei Dank kam gleich danach eine gute Serie, nach der wir wieder im Mittelfeld dabei waren. Nachdem der Saisonverlauf anfangs etwas holprig war, haben wir uns dann gut gehalten und mussten uns keine großen Sorgen mehr machen."

Mit vier Siegen in Folge und einem Remis gegen Vorwärts Röslau befreite sich das Team von Trainer Armin Eck aus dem Gefahrenbereich und hielt anschließend weitgehend Distanz zu den Abstiegsrängen. Dabei sorgte es auch für den einen oder anderen Höhepunkt, etwa beim 4:1-Heimerfolg gegen den späteren Meister FC Eintracht Bamberg. "Das Spiel gegen Bamberg war eines der Besten. Sie hatten ja bis dahin noch kein Spiel verloren." Auch mit dem 5:0-Sieg beim TSV Buch am Osterwochenende hätte Graf in dieser Höhe nicht gerechnet. "Danach waren wir eigentlich so gut wie durch."

Wolf springt in die Bresche

Geplagt wurden die Friesener über die gesamte Spielzeit erneut von großen Verletzungssorgen. Zeitweise fielen gleich mehrere Leistungsträger aus. "Die vielen Ausfälle haben und schon Probleme bereitet. Der schlimmste war unser Torwart Tobias Bauerschmidt, aber Leon Wolf hat das gut gemacht trotz seiner Doppelbelastung, denn er spielte zusätzlich noch in der A-Jugend. Letztlich sind wir zufrieden, dass gerade die Jungen ihre Sache sehr gut gemacht haben", lobt Graf.

Dominik Zwosta kehrt zurück

Auf den Nachwuchs werden die Friesener auch in der kommenden Spielzeit wieder vermehrt setzen. Dennoch gelang es, zwei erfahrene Akteure ins Frankenwaldstadion zu locken, darunter auch einen alten Bekannten: Dominik Zwosta (32) wird nach zwei erfolgreichen Jahren als Spielertrainer beim Kreisklassisten SCR Steinbach am Wald wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren.

Der Königstransfer kommt aber vom FC Coburg: Lukas Mosert (30), mit neun Treffern Toptorjäger der Vestekicker in der abgelaufenen Landesligasaison, soll die Offensive verstärken. In seinen vier Jahren beim FCC kam der Thüringer auf 119 Einsätze in der Landes- und Bezirksliga.

Auch Dennis Nguyen (20, FC Kronach) bringt schon etwas Erfahrung mit. In der Hinrunde lief er für den ASV Kleintettau 15 Mal in der Bezirksliga auf. In der Rückrunde bestritt er noch zehn Begegnungen für den FC Kronach in der Kreisklasse 2, für den er im Jahr zuvor schon in der Kreisliga 24 Partien absolviert hatte. Bezirksligaluft schnupperte auch Neuzugang Nummer 4: Nico Do Adro (19) kommt vom ATS Kulmbach, für den er heuer in 28 Bezirksligaspielen fünfmal traf. Zuvor lief er beim SSV Kasendorf schon vierzehn Mal in der Bezirksliga Ost auf.

U19-Torjäger kommt

Ansonsten stoßen erneut junge Kicker, die aus dem Landkreis stammen, zur Mannschaft hinzu. Vom U19-Kreisliga-Meister SG Neuses kommt Rico Nassel, mit 55 Treffern Torschützenkönig der abgelaufenen Saison. Maximilian Graf und Jonathan Müller kommen von der U19 der SpVgg Bayern Hof. Müller durfte heuer sogar schon zweimal in der Hofer Bayernliga-Mannschaft ran. Weitere Neuzugänge aus dem A-Jugendbereich sind Luis Te Kloot (FC Eintracht Bamberg) und die beiden Eigengewächse Max-Laurin Thiele und Johannes Emrich (beide JFG GW Frankenwald). "Sie werden logischerweise ein bisschen brauchen, um da rein zu wachsen", sagt der Vorsitzende. "Wir hoffen, dass die einschlagen werden."

Ein Nachwuchs-Kicker wird den Verein hingegen verlassen. Yannik Stumpf schließt sich dem Kreisklassisten FC Wallenfels an. Dazu gehen Tammo Kemnitzer (FC Mitwitz) und Nico Gehring (SpVgg Uehlfeld). Am schwersten wiegen jedoch die Abgänge von Christian Brandt (SCR Steinbach) und Marcel Lindner (VfR Johannisthal). Damit verlieren die Friesener nicht nur reichlich Erfahrung. Das Duo erzielte auch 32 der insgesamt 62 Friesener Saisontreffer. "Das ist natürlich bitter für uns. Es ist nicht einfach, beide zu verlieren. Wir müssen versuchen, das mit unseren jungen Leuten zu kompensieren", sagt Graf.

Bitter war für den Verein auch die ursprüngliche Einteilung der Landesligen. Wie schon in den beiden Jahren zuvor wurde der SV Friesen der Nordost-Staffel zugeteilt. Doch die Nachbarn aus Coburg, Frohnlach und Lichtenfels landeten im "Nordwesten". "Wir waren nicht zufrieden damit, weil wir dadurch kein richtiges Derby mehr hatten. Das wäre für uns und vor allem für die Zuschauer ziemlich uninteressant gewesen", erklärt Graf.

Eindeutiges Votum

Unzufrieden war auch der TuS Feuchtwangen mit seiner Einteilung in die Landesliga Nordwest - als einziger mittelfränkischer Vertreter. Doch beide Vereine einigten sich auf einen Tausch. "Die Abstimmung im Verein war eindeutig", erzählt Graf. Die Friesener treten nun in der Landesliga Nordwest an, in der sie erneut den Klassenerhalt erreichen wollen. "Es wird bestimmt nicht einfacher als in der Nordost-Staffel. Die meisten Gegner sind uns unbekannt. Wir hoffen aber, dass wieder mehr Zuschauer kommen, um sich mal andere Vereine anzuschauen."

Die Saison des SV Friesen in Zahlen

Saisonbilanz: Elf Siege, neun Unentschieden, 14 Niederlagen - 62:67 Tore, Platz 12.

Höchster Sieg: 7:1 beim TSV Sonnefeld.

Höchste Niederlagen: 1:5 gegen die SpVgg Selbitz, 2:6 gegen die SG Quelle Fürth, 0:4 beim SC Feucht. Meiste Einsätze: Christian Brandt (34), Marcel Lindner (33), Maximilian Sesselmann, Alexander Kunz (je 31), Nikolai Altwasser (28), Felix Müller (25).

Meiste Treffer: Christian Brandt (22), Marcel Lindner (10), Max Schülein (6). Zuschauer: 192 im Durchschnitt (Platz 8), bester Besuch: 350 (gegen FC Eintracht Bamberg), schwächster Besuch: 90 (gegen SC Feucht).