Nach einer Winterpause, die für den SV Friesen sehr viel länger ausfiel als erwünscht, stand am Samstag in der Landesliga Nordost gleich zum Auftakt das Derby gegen den wiedererstarkten VfL Frohnlach an. Mit einem 2:2 gegen die SpVgg Erlangen rundete die Eck-Elf ein erfolgreiches Osterwochenende ab.

SV Friesen - VfL Frohnlach 4:2 (2:2)

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Die Flößer-Elf hatte Anstoß und David Daumann startete über die linke Seite. Sein Flachpass fand Nils Firnschild in zentraler Position, der eiskalt zum 1:0 einschob (1.). Die Antwort der Gäste ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Die SVF-Abwehr ließ die Gäste über links gewähren. Der Friesener Torhüter Sigi Kirschbauer konnte einen Schuss von Sayko Rawally zwar noch parieren, doch hatte er beim Nachschuss von Lukas Pflaum ins untere rechte Eck das Nachsehen (3.). In der Folge verflachte das Spiel. Zahlreiche unnötige Foulspiele auf beiden Seiten prägten die Partie. Die besseren Torchancen lagen auf Seiten der Gäste. In der 21.
Minute traf Swen Wieczorek nach einem Freistoß aus gut 30 Metern zur 2:1-Führung des VfL Frohnlach. Nur drei Minuten später griff der SVF mit Marcel Lindner erneut über links an. Seine flache Hereingabe erreichte Cancut Civelek, dessen Schuss gerade noch geblockt und übers Tor zum Eckball abgefälscht wurde. Den anschließenden Eckball trat David Daumann, dessen Hereingabe den Kopf von Nils Firnschild fand, der zum 2:2-Ausgleich einköpfte (25.). Nach einem sehenswerten Alleingang von Marco Haaf vom eigenen Strafraum heraus über das gesamte Spielfeld konnte dieser von Yannick Teuchert an der Strafraumgrenze der Gäste nur mit einem Foul regelwidrig am Torschuss gehindert werden, wofür Teuchert in der 28. Spielminute die Rote Karte sah. Nach einem unnötigen Einsatz des bereits Gelb vorbestraften Sayko Trawally sah dieser noch vor dem Halbzeitpfiff die Gelb-Rote Karte.

Nach der Halbzeit gab es nur noch Aktionen der Heimelf. In der 57. Minute erlöste Spielführer Nils Firnschild mit dem 3:2 die SVF-Fans. Der eingewechselte Nico Gehring hatte mit einer Flanke den im Zentrum lauernden Firnschild bedient, der sicher einschob. Den Schlusspunkt setzte Nico Gehring mit einem sehenswerten Kopfballtreffer erneut nach Eckball von Daumann (66.).


SV Friesen:
Kirschbauer - Baier, Lindner, Nützel, Fugmann, Sesselmann (53. Gehring), Scholz, Civelek (71. Zapf), Daumann, Firnschild, Haaf (78. Rödel).
VfL Frohnlach: Mozzo - Teuchert, Trawally, Knie (35. Werner/72. Lauerbach), Hartmann (85. Schramm), Autsch, Rebhan, Wieczorek, Schramm, Pflaum, Göhring.
Tore: 1:0 Firnschild (1.), 1:1 Pflaum (3.), Wieczorek (21.), 2:2 Firnschild (25.), 3:2 Firnschild (57.), 4:2 Gehring (66.).
Rot: -/Teuchert (28.)
Gelb-Rot: -/Trawally (45. + 1)
SR: Steffen Ehwald
Zuschauer: 150 gra

SV Friesen - SpVgg Erlangen 2:2 (1:0)

Die Begegnung begann aus Sicht der SV-Fans durchaus vielversprechend, als nach einem langen Ball von Cancut Civelek Nils Firnschild mit dem Kopf an den Ball kam und den bei dieser Aktion nicht ganz sicher wirkenden Gästekeeper Manicki erstmals prüfte. Nur wenig später bot sich auch den Gästen, die sich nicht versteckten, die erste Kopfballmöglichkeit durch Dominik Beier. Die Friesener Akteure wirkten nun unsicher und es kam wenig Kombinationsspiel zustande. Mit dem wohl schönsten Angriff des Spiels setzte Cancut Civelek mit einem wunderbaren Pass Nils Firnschild über links in Szene, dieser umspielte den Torwart und schob aus halblinker Position zur 1:0-Führung des SVF ein (37.).

Nach dem Wechsel war es zunächst wieder der SVF, der das Heft in die Hand nahm. Hannes Nützel spielte aus der eigenen Hälfte erneut über links mit viel Übersicht Cancut Civelek an. Sein genaues Zuspiel erreichte den zentral postierten Marcel Lindner, der zum 2:0 für den SVF verwandelte (51.). Das hätte eigentlich den Sieg für die Hausherren bedeuten müssen. Die Spieler um Trainer Armin Eck überließen aber nun das Mittelfeld ganz den Gästen. Es dauerte nach der Führung nur fünf Minuten, ehe der Anschlusstreffer für Erlangen fiel. Johannes Winkelmann sorgte mit einem nicht unhaltbaren Flachschuss für das 2:1 (56.). Nach einem unnötigen Foul eines Friesener Abwehrspielers an der Strafraumgrenze zeigte Schiedsrichter Felix Scharf, der ein guter Leiter der Partie war, auf den Elfmeterpunkt. Colin Diederichs vollendete sicher zum 2:2-Ausgleich (77.). gra

SV Friesen: Kirschbauer - Baier, Lindner, Nützel, Wiebach, Sesselmann, Scholz, Civelek (70. Schubert), Daumann, Firnschild, Haaf.
SpVgg Erlangen: Manicki - Ulrich, Karius (66. Keller), Winkelmann (72. Ruppert), Singer, Beier (89. Lehmann), Zollhöfer, Exner, Hartmann, Y. Diederichs, C. Diederichs.
Tore: 1:0 Firnschild (37.), 2:0 Lindner (51.), 2:1 Winkelmann (56.), 2:2 C. Diederichs (78./FE).
SR: Felix Scharf
Zuschauer: 120



Kommentar von Christoph Böger


Mit dem VfL Frohnlach kreuzt ein starker Gegner bei uns auf. Sie haben bewiesen, dass sie gegen jeden Gegner bestehen können. Sie werden auf Teufel komm raus unser Tor berennen...
Mit dieser Lobeshymne auf den Lokalrivalen hat Armin Eck im Friesener Stadionblatt dick aufgetragen. Der ehemalige Bayern-Profi hob warnend den Zeigefinger. Das ist in einem Vorwort nicht unüblich, ging in diesem Fall aber völlig an der Realität vorbei. Auch SVF-Boss Sepp Geiger erinnerte an die schlechteste Saisonleistung in der Hinrunde - ausgerechnet gegen diesen Gegner. Er wollte damit den Besuchern im Frankenwaldstadion - nicht einmal 200 Zuschauer kamen zum Derby - klarmachen, dass das erste Spiel nach der viereinhalbmonatigen Winterpause gegen das Landesliga-Schlusslicht kein Selbstläufer wird. Doch genau zu so einem entwickelte sich dieses einstige Prestigeduell.

Vom befürchteten Frohnlacher Selbstbewusstsein nach dem letztwöchigen Überraschungssieg gegen Feucht war nur 20 Minuten lang etwas zu sehen. Denn nach ihrer 2:1-Führung gegen die bis dahin noch nach Orientierung suchenden Gastgeber schlugen sich die "Blau-Weißen" wie so oft in dieser Saison wieder einmal selbst.

Zwei diskussionswürdige, aber völlig unnötige Platzverweise schon vor der Pause und eine ärgerliche "Knie-Verletzung" machten es der Eck-Elf leicht. Dazu kam eine krasse Fehlentscheidung beim dritten Tor des Friesener "Knipser-Kapitäns" Nils Firnschild. Weshalb keiner der VfL-Spieler oder -Funktionäre bei der klaren Abseitsstellung protestierte, ist auch ein Indiz von längst verloren gegangenem Glauben. Oder von fehlender "Gier und Geilheit", wie es Friesens Routinier Frank Fugmann nach dem vierten Tor lautstark und treffend formulierte. Der Oldie stach inmitten vieler Talente mit unbändigem Siegeswillen heraus. An der Einstellung des Ex-Frohnlachers hätte sich so mancher ein Beispiel nehmen können. Obwohl er längst den Zenit seines fußballerischen Schaffens überschritten hat, trat der Linksfuß in diesem Spiel als Leitwolf auf. Da spielte es auch keine Rolle, dass Fugmann (35) auf der eher weniger zentralen Position - nämlich hinten links - kickte. Die Präsenz spricht zweifelsohne für diesen Sportsmann, aber ganz sicher nicht für die angeblich so starke Qualität des Gegners.

Die Schuld nach der Partie beim Schiedsrichter zu suchen, so wie es VfL-Abteilungsleiter Michael Werner und sein Coach Oliver Müller versuchten, ist zu plump. Fakt ist vielmehr, dass die langjährige Nummer eins des Fußballkreises II in der am Samstag gezeigten Verfassung sang- und klanglos absteigt. Es sei denn, Müller impft seinen Jungs auf der Zielgerade diese "Fugmännische Gier und Geilheit" ein, dann könnte es zumindest noch für die Relegation reichen.