Das Projekt geht voran. Wie der Fränkische Tag bereits im November berichtet hatte, will der FC Stockheim einen Kunstrasenplatz bauen. Nun haben Vorstand, Ausschuss- und Ehrenmitglieder bei der jüngsten Zusammenkunft im Sportheim eine Umsetzung sowie eine Kreditaufnahme einstimmig befürwortet - das bedeutet grünes Licht für das Gesamtprojekt.

Es wäre der erste Kunstrasenplatz im Landkreis Kronach. Der Bedarf an solchen Plätzen ist zwar groß, aber die Anschaffungskosten sind sehr hoch. Fakt ist allerdings: Obwohl das durchschnittliche Investitionsvolumen an die 700 000 Euro beträgt, liegen Kunstrasenplätze in anderen Spielkreisen im Trend - erst vor kurzem wurde etwa der Platz in Bad Staffelstein eingeweiht.

Vor allem die Aktiven nehmen solche Plätze gerne an. Mittlerweile sind für eine zukünftige Nutzung in Stockheim 31 Absichtserklärungen von Vereinen, Schulen und Sozialeinrichtungen eingegangen. Attraktive Fördermittel stünden für solche Vorhaben abrufbereit, argumentieren die Initiatoren.

Großer Andrang bei 14 Teams

Der Stockheimer Fußballclub ist fest entschlossen, die Initiative zu ergreifen. Die Notwendigkeit ist gegeben, denn der FC Stockheim betreut gemeinsam mit dem SV Friesen in der JFG Grün-Weiß Frankenwald zwölf Nachwuchsmannschaften mit 170 Kindern. Außerdem nehmen zwei Herrenmannschaften des FC Stockheim am Spielbetrieb teil. Hauptplatz und Trainingsplatz seien durch diesen Andrang überfordert. Dadurch sei ein leistungsförderndes Training kaum möglich, sind sich die Verantwortlichen einig. Aufgrund der unterschiedlichen Witterungsbedingungen ergeben sich zusätzliche Vorteile für die Kicker.

Anlieger protestierten

Das Projektteam mit Daniel Weißerth, René Schubart, Robert Pötzinger, Andreas Scherbel, Stefan Förtsch, Reiner Wachter und Sven Scherbel hat sich in den letzten fünf Monaten mächtig ins Zeug gelegt, um eine Realisierung voranzutreiben. Zunächst war geplant, nördlich des neuen Sportplatzes den Kunstrasenplatz anzulegen. Dies wäre eine optimale Lösung für den Spielbetrieb gewesen. Schließlich hätten dann drei Spielfelder zur Verfügung gestanden. Allerdings protestierten einige Anlieger vehement gegen dieses Vorhaben. Ihr Argument: "Ruhestörung". Dafür hatten die FC-Verantwortlichen kaum Verständnis, denn die Anlieger an der Bundesstraße 85 würden Tag und Nacht mit Autolärm belästigt.

Auf der Suche nach einer Alternative entschloss sich das Projektteam, den alten Maxschacht mit einem Kunstrasenplatz zu versehen. Im Falle einer Realisierung muss allerdings der Humus für das vor einigen Jahren für 35 000 Euro angelegte Kleinspielfeld abgetragen werden.

Aktuell stehen hohe Fördermittel für Kunstrasenplätze zur Verfügung. Alleine aus dem Leaderprogramm werden 280 000 Euro nach Stockheim fließen. Aus dem Projekt "Landaufschwung" kämen weitere 105 000 Euro hinzu. Mit finanzieller Unterstützung kann auch vom Landkreis Kronach, von der Gemeinde Stockheim und von der Oberfrankenstiftung gerechnet werden. Eingeplant ist eine Eigenleistung von rund 170 000 Euro.

Bürgermeister ist optimistisch

Bürgermeister Rainer Detsch ist sich sicher, dass der Traditionsclub diese große Aufgabe bewältigen werde. Schließlich sei der Idealismus der "Bergleute" legendär. Andreas Scherbel sieht in der Verwirklichung eine große Chance für den FC Stockheim, für die Gemeinde und für den Landkreis Kronach. Außerdem bestehe die Möglichkeit, durch Vermietung des Platzes an andere Vereine weitere Geldquellen anzuzapfen.

In den nächsten Wochen gilt es, bürokratische Hindernisse zu überwinden. Bis Ende September - wenn dann die Förderbescheide eingegangen sind - wisse man, wohin die Reise gehen wird. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen", sagt René Schubart. Der Kunstrasenplatz sei vor allem für den Landkreis Kronach, für Vereine und Schulen eine Bereicherung. Die Verantwortlichen seien fest entschlossen, den Traum von einem eigenen Kunstrasenplatz zu verwirklichen. Schließlich würde die Realisierung einen Motivationsschub in der Fußballszene auslösen.