Nach fünf recht sorgenfreien Jahren in der Bezirksliga muss der FC Mitwitz in dieser Saison um den Klassenerhalt kämpfen. Von Spieltag 1 an - nach der Auftaktniederlage gegen den Aufsteiger FSV Buttenheim (1:2) - steckte der FCM im Abstiegskampf und muss auf dem Relegationsplatz 13 überwintern. Der Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze beträgt nur einen Punkt, der Rückstand auf den rettenden Rang 12 ebenfalls einen Punkt; wobei der SV Coburg-Ketschendorf ein Spiel weniger ausgetragen hat. Nach dem letzten Spiel vor der Winterpause gegen den TSV Mönchröden (0:6) trat zudem der langjährige Trainer Johannes Müller aus privaten Gründen zurück (wir berichteten). Der Verein betraute dessen bisherigen Co-Trainer Erik Vetter mit der Aufgabe, die Klasse zu halten.

Viele Unentschieden

Doch trotz der gefährlichen tabellarischen Lage gerät man im Verein nicht in Panik. Schließlich war es nach dem Umbruch im Sommer und dem Abgang einiger Leistungsträger abzusehen, dass eine schwierige Saison bevorstehen würde. "Wir können damit leben", bilanziert Erik Vetter die Situation nach 19 Spieltagen. "Wir hatten uns darauf eingerichtet. Aber natürlich hätte das ein oder andere Spiel besser laufen können." Vor allem bei den vielen Unentschieden (7) sei teilweise mehr drin gewesen, sagt der Trainer. Andererseits hätte man mit etwas Pech manche davon auch noch verlieren können. "Es waren alle Ergebnisse dementsprechen gerecht", zeigt sich Vetter insgesamt zufrieden.

Ganz und gar nicht gefallen hat ihm der Auftritt der Mannschaft gegen den SV Coburg-Ketschendorf - und das ausgerechnet zur Kirchweih. "Da haben wir grundsätzlich alles vermissen lassen, was im Abstiegskampf dazugehört", ärgert er sich über die verdiente 0:1-Heimniederlage.

Ein ganz anderes Gesicht zeigten die Steinachtaler etwa im Gastspiel beim SV Merkendorf, bei dem die Mitwitzer die späte 1:0-Führung durch Niklas Arm noch über die Zeit gerettet haben - Vetters persönlicher Saisonhöhepunkt: "Wir haben bis zum Umfallen gearbeitet und uns bis zur letzten Minute zerrissen. Das hat mir imponiert."

Starke Zweikämpfer

Für den Coach ist genau dieser Einsatzwille der Trumpf im Abstiegskampf. "Das ist unsere Karte, die wir ausspielen wollen. Damit kommen nicht alle Mannschaften zurecht. Wir haben viele zweikampfstarke Monster im Team, wie zum Beispiel Marc Hofmann, Christoph Müller, Moritz Büttner oder Mario Totzauer."

Eigentlich wollte Totzauer seine aktive Laufbahn in der "Ersten" bereits beenden. Doch in dieser Saison stand er wieder 17 Mal auf der linken Verteidigerposition auf dem Feld. "Mit seinen 39 Jahren mag ich ihn immer noch nicht missen. Das ist eine Urgewalt", freut sich der Trainer und fügt an: "Seine Ankündigung für die Rückrunde ist, dass er wieder so fit wie vor zehn Jahren werden will. Da kann sich jeder vorstellen, was das für eine Arbeit sein wird. Aber er geht es an und will alles noch mal reinwerfen."

Doch nicht nur über die gestandenen Spieler ist Vetter froh. Auch die jungen Neuzugänge konnten ihren Trainer überzeugen. Da wäre etwa Janko Weiß. Der 20-Jährige, der vom SC Sylvia Ebersdorf kam und eigentlich gelernter Torwart ist, hat Vetter auf seiner neuen Position überrascht. "Er ist jetzt auf der 9 eine gestandene Größe, macht das richtig gut und hat innerhalb von zwei, drei Monaten wirklich gute Laufwege gezeigt. Sich innerhalb eines so kurzen Zeitraumes auf einer neuen Position so gut zurechtzufinden ist schon aller Ehren wert."

Auch Niklas Arm, vor der Saison vom TSV Neukenroth gekommen und bester Mitwitzer Torjäger, überzeugte: "Wir hatten gehofft, dass er einschlägt und das hat funktioniert. Das, was wir erwartet haben, setzt er um." Dass der Nachwuchskicker mit seinen neun Treffern der mit Abstand erfolgreichster Schütze der Mannschaft ist, zeigt, dass sich der FC Mitwitz heuer vor allem in der Offensive schwertut. Die Abgänge haben in diesem Bereich viel Qualität gekostet. Mit gerade einmal 17 Toren stellen die Steinachtaler eine der harmlosesten Offensivabteilungen der Liga. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten sie zum gleichen Zeitpunkt 35 Tore erzielt. Dabei mangelt es nicht unbedingt an Effizienz, sagt der Trainer: "Wir haben weniger Chancen als andere Mannschaften, aber die wenigen nutzen wir größtenteils."

In der Vorbereitung will Vetter nun besonderen Wert auf die Fitness seiner Spieler legen. "Wir müssen 20 bis 30 Prozent fitter sein als andere Mannschaften. Wir kommen viel über unsere mentale Stärke und Gemeinschaft. Aber wenn man einen Tick fitter ist, fällt manches in den wichtigen Situationen vielleicht noch mal leichter."

Vorbereitung in Tschechien

Die Mitwitzer werden auch in diesem Winter wieder ins Trainingslager gehen. Kurz vor dem Start in die Restrückrunde fahren sie vom 5. bis 8. März ins tschechische Sokolov, um sich auf die bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten.

Die haben es nach der Pause gleich in sich. Jura Arnstein, TSV Ebensfeld, SV Ketschendorf und TSV Marktzeuln heißen die ersten vier Gegner - allesamt Konkurrenten im Tabellenkeller. "Das sind richtungsweisende Spiele. Wir wissen, dass wir da fit sein müssen, und das muss in die Köpfe rein und in jeder einzelnen Einheit bemerkbar sein", weiß Vetter, der auch nach dem Winter mit einer eingespielten Mannschaft arbeiten kann, denn Zu- oder Abgänge sind nicht geplant.

Der FC Mitwitz in Zahlen

Aktuelle Bilanz Platz: 13, 19 Punkte, 17:33 Tore; 4 Siege, 7 Unentschieden, 8 Niederlagen

Höchste Siege 2:1 gegen SC Jura Arnstein und SpVgg Ebing

Höchste Niederlage 0:6 gegen den TSV Mönchröden

Beste Torschützen Niklas Arm (9), Marc Hofmann, Christoph Müller, Janko Weiß (je 2), Lukas Föhrweiser, Johannes Schmidt (je 1)

Meiste Einsätze Niklas Arm, Lukas Föhrweiser, Johannes Schmidt (je 19), Christoph Müller, Mario Totzauer, Janko Weiß (je 17)

Zuschauer 1355 gesamt (Schnitt 150, Vorjahr 175), Rekordbesuch: 204 gegen den SV Ketschendorf; Minusrekord: 102 gegen den FSV Buttenheim