Alle Jahre wieder steht für die Triathleten der Challenge Roth auf dem Programm, das älteste Langdistanz-Rennen in Europa und wie der Ironman Hawaii das bekannteste und beliebteste weltweit. Wie alle Jahre seit dem Debüt im Jahr 1988 startet auch Thomas Geiger vom ASC Kronach-Frankenwald in Roth, heuer also zum 29. Mal.
Der Reitscher hat nicht nur an allen Rennen teilgenommen, er hat auch alle "gefinisht", wie es die Triathleten nennen, wenn man das Ziel erreicht hat. Und das ist über die ganzen Jahre hinweg das Hauptziel. Erst dann folgt in der Regel als Ziel eine bestimmt Platzierung. Heuer wollte er unter die ersten sechs in seiner Altersklasse kommen, da dies die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Jahr 2017 bedeutet hätte. Dieses Ziel verfehlte er allerdings.


Mit Jan Frodeno am Start

Am Start um 6.30 Uhr im Rhein-Mai-Donau Kanal bei Hilpoltstein war diesmal auch der Hawaii-Sieger von 2015 und Goldmedaillen-Gewinner von 2008 in Sydney, Jan Frodeno. Er war gekommen um die Weltbestzeit von 2008 zu unterbieten. In welchem Sport ist es sonst möglich, zeitgleich mit Weltmeistern und Olympia-Siegern zu starten?
Schon beim Schwimmen konnte Thomas seine geplante Zeit von unter einer Stunde nicht halten. Obwohl er ein gutes Gefühl hatte, kam er erst nach 1:02:15 Stunden aus dem 19 Grad kalten Wasser. Nach einem schnellen Wechsel ging er zum Radfahren und lag auf der ersten Runde noch voll in seinem Zeitplan. Umso schwerer fiel ihm die zweite Runde. Eine geänderte Position auf der neuen Rennmaschine machte ihm zu schaffen, da ihm hier Trainingskilometer fehlten. 5:05:40 Stunden brauchte der ASC-Triathlet für die 180 Kilometer.
Den abschließenden Marathon lief er routiniert in 3:40:21 Stunden. Mit einer Gesamtzeit von 9:52:03 Stunden belegte er Platz 15 in seiner Altersklasse und blieb somit hinter den eigenen Erwartungen zurück.
Nicht so Jan Frodeno, der schon nach dem Schwimmen in 45:22 Minuten in Führung liegend auf die Radstrecke ging. Zwei brenzlige Situationen brachten ihn nicht aus der Ruhe. Einmal musste er in einer schnellen, aber rutschige Kurve geradeaus in einen Feldweg fahren, und einmal fuhr ein Autofahrer auf die abgesperrte Radstrecke und fast in den Triathleten hinein. In 4:08:07 Stunden bewältigte er die 180 Radkilometer und lief anschließend unter dem Jubel der etwa 250 000 Fans den Marathon in 2:39:18 Stunden. Mit 7:35:39 Stunden unterbot er die alte Bestleistung aus dem Jahr 2011 von Andreas Raelert (7:41:36) deutlich.
Eine kleine Geschichte am Rande: Frank Fleischmann und Andreas Hilbich aus Hochstadt (ebenfalls ASC Kronach-Frankenwald) beschlossen bei einer Mountainbike-Ausfahrt aus einer Laune heraus, in Roth an den Start zu gehen. Doch so einfach ist das neben der rein sportlichen Herausforderungen nicht, muss man doch erst mal einen Startplatz bekommen. Im letzten Jahr waren 30 Sekunden nach dem Öffnen der Online-Anmeldung die 4000 Startplätze weg. Es stehen jedoch am Tag nach dem Rennen 1000 Startplätze für das nächste Jahr zur Verfügung; man muss sich aber persönlich einschreiben.


Nächstes Jahr zu dritt

So fuhren Andreas und Frank am Renntag in der Früh nach Roth, schauten sich den Wettkampf und die Siegerehrung an, um sich anschließend gegen 24 Uhr anzustellen. Nach etwa zehn Stunden schrieben sich beide dann in die Starterliste ein. So starten nun im nächsten Jahr drei ASC-Triathleten beim weltweit größten Langdistanz-Triathlon in Roth: Andreas Hilbich und Frank Fleischmann erstmals und Thomas Geiger zum 30. Mal.
Ebenfalls in Roth am Start war vom ASC Kronach-Frankenwald heuer Winfried Adolf aus Lichtenfels. Seine Gesamtzeit betrug 12:49:47 Stunden (1:26:34 - 6:12:10 - 5:00:23).