Schafft der SV Friesen noch den Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga Nordost? Oder folgt nach vier Jahren auf Verbandsebene wieder der Abstieg in die Bezirksliga? Dies wird sich möglicherweise schon in den kommenden Wochen entscheiden, denn es stehen für die Schützlinge von Trainer Carlo Werner richtungsweisende Spiele auf dem Programm.
Mit 15 Punkten aus 21 Spielen mussten die Friesener als Tabellenschlusslicht überwintern. Einen Zähler mehr (und ein Spiel weniger) hat der SV Poppenreuth. Diese zwei Teams liegen im Moment auf den Abstiegsplätzen.
Die Mannschaften auf den Plätzen 14 bis 16 müssen ihr Glück in der Relegation versuchen. Diese Plätze belegen der SSV Kasendorf (22 Punkte, 20 Spiele), der Baiersdorfer SV (21/20) und der SV Seligenporten II (19/21). 23 Punkte hat der ASV Veitsbronn-Siegelsdorf auf dem ersten Nichtabstiegsplatz auf dem Konto. Der Rückstand der Friesener zu Platz 13 beträgt also stolze acht Punkte.
Dieser Rückstand ist am vergangenen Wochenende noch etwas größer geworden, denn da fanden zwei Nachholspiele statt, in denen der FSV Stadeln (3:0 gegen Seligenporten II) und der SSV Kasendorf (0:0 beim FSV Erlangen-Bruck) punkten konnten.
Die Erlanger sind am Sonntag auch der erste Gegner für die Friesener. Anstoß auf dem FSV-Platz ist bereits um 14 Uhr. Dass das Team aus Erlangen-Bruck nur zwei Punkte Vorsprung vor dem ersten Relegationsplatz hat, macht die Aufgabe nicht einfacher. Das Hinspiel am 8. August endete mit einem 1:1, als die Friesener immer wieder am überragenden Torwart Pröll scheiterten.
Damals stand noch Andreas Lang als Trainer an der Außenlinie. Dieser trat Anfang November nach der Niederlage gegen den ASV Vach von seinem Amt zurück und wurde zwei Tage später durch Carlo Werner ersetzt, der damit an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte.
In den ersten drei Anläufen unter seiner Regie gelang der dringend benötigte "Dreier" jedoch nicht. Dem 0:1 beim TSV Nürnberg-Buch folgten ein 1:1 gegen Veitsbronn-Siegelsdorf und eine 0:5-Schlappe beim Rangzweiten TSV Kornburg.
Dennoch besteht im Lager der Friesener noch Hoffnung, dass der Abstieg verhindert werden kann. Ein Auswärtssieg in Erlangen käme da sicherlich sehr gelegen und brächte für die "Wochen der Wahrheit" viel Rückenwind. Nächste Woche kommt Spitzenreiter ASV Neumarkt nach Friesen, dann geht's zur SG Quelle Fürth, ehe am Osterwochenende zwei Heimspiele gegen Mitkonkurrenten folgen.
SV-Trainer Carlo Werner war zwar nicht mit der Trainingsbeteiligung, aber doch mit den Auftritten seiner Schützlinge in den Vorbereitungsspielen recht zufrieden, auch wenn es zuletzt Niederlagen gegen den FC Coburg (1:2) und den VfL Frohnlach (2:4) Niederlagen gab. Für ihn zählt jedoch nur, wie sie sich in den letzten 13 Saisonspielen präsentieren.
"Wir dürfen nicht auf andere schauen, sondern müssen uns auf uns konzentrieren. Und wir müssen den Abstiegskampf annehmen", fordert er. Wie schnell es im Fußball gehen kann, zeigt für ihn ganz aktuell das Beispiel des TSV 1860 München, der nach zwei Siegen in Folge mittlerweile wieder den Klassenerhalt in der 2. Liga fest im Blick hat. Fraglich ist noch, ob Patrick Sudol schon so fit ist, dass er dabei sein kann.
Für Carlo Werner hat das morgige Spiel übrigens noch eine ganz besondere Bedeutung. Seine Fußball-Karriere hat nämlich in Erlangen begonnen. Hier ist er aufgewachsen und hat in der Schüler und Jugend beim BSC Erlangen gespielt, ehe ihn sein Weg über den 1. FC Nürnberg und den VfL Frohnlach zu Fortuna Düsseldorf führte. Seine Eltern leben nach wie vor in Erlangen.
SV Friesen: M. Fröba/Kirschbauer - Woitschitzke, Roger, Kestel, Zwosta, Zapf, Fugmann, Brandt, Marzog, Daumann, Firnschild, N. Fröba, Sudol (?), Gehring, Gleich, Queck.