Nach vier Niederlagen in Serie und vor allem 15 Gegentoren in drei Spielen sind die Verantwortlichen des FC Kronach am Dienstagabend zu dem Entschluss gekommen, die Zusammenarbeit mit Trainer Christian Karl zu beenden.

Wie der Verein mitteilte, wird Klaus Uwira die Nachfolge Karls antreten. Uwira trainiert im Übrigen nicht zum ersten Mal die erste Mannschaft des FCK. Bereits 2003 war er für kurze Zeit zusammen mit Hans-Joachim Barnickel an der Seitenlinie aktiv. Zudem stand er bis 1989 viele Jahre an der Hammermühle als aktiver Spieler auf dem Platz: "Ich habe meine schönsten Zeiten beim FC Kronach erlebt. Es ist mir eine Herzensangelegenheit", freute er sich über die neue Aufgabe. "Es ist ein Schritt in meine Vergangenheit, um dem FCK etwas zurückzugeben, was er mir geschenkt hat."

Laut Uwira sei die Entscheidung recht kurzfristig gefallen, nachdem ein Trainerwechsel am Wochenende noch nicht absehbar gewesen sei. Auf Grund der Verbundenheit zum Verein habe er schließlich nicht lange überlegen müssen, um das Angebot des anzunehmen.
Seit der vorletzten Saison ist Klaus Uwira als Trainer bei den C-Junioren aktiv. Hier forcierte er die Zusammenarbeit mit den Nachbarvereinen TSV Weißenbrunn und FC O/Unterrodach. Uwira wird weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Für das Training der beiden C-Juniorenteams werden wie schon seit Saisonbeginn als Trainer Kevin Uwira mit Betreuer Michael Monheim und Dominik Mairoser mit Betreuer Thilo Kleylein weiterarbeiten. Um zusätzliche Erfahrungen für eine Trainerarbeit im Seniorenbereich zu sammeln, hospitierte Uwira in der vergangenen Saison für einige Monate bei Christoph Böger, Trainer des SV Friesen.

Mit dem FC Kronach will er nun erstmal wieder in ruhiges Fahrwasser kommen und am Ende den Klassenerhalt schaffen: "Dass die Jungs Fußball spielen und auch laufen können, haben sie schon mehrfach bewiesen." Nach der Niederlagenserie wird es nun zunächst darum gehen, den Spielern das verloren gegangene Selbstvertrauen zurückzugeben. "Heute ist der Tag null. Die Vergangenheit zählt nicht mehr", betonte Uwira, der gestern Abend zum ersten Mal das Training leitete. "Ich werde jetzt erstmal mit den Jungs reden", bat er jedoch um Verständnis, dass er keine Wunderdinge vollbringen könne. "Ich kann nicht den Zauberstab heben. Wir brauchen Geduld, damit ich Schritt für Schritt mein Konzept umsetzen kann." Näheres dazu wollte er allerdings nicht sagen. Dennoch muss die Mannschaft offenbar nicht fürchten, komplett umgekrempelt zu werden: "Wir müssen das Rad nicht neu erfinden."

Uwira wird nun am ersten Mal am Samstag an der Seitenlinie stehen, wenn der FC Oberhaid an der Hammermühle zu Gast sein wird. Ein wichtiges Spiel für die Kronacher, haben doch die Oberhaider einen Punkt weniger auf dem Konto. Uwira hofft nun auf einen neuen Schub und will eine Aufbruchstimmung erzeugen: "Ich freue mich und bin hochmotiviert", geht er schon einmal mit gutem Beispiel voran.

Der Vereine teilte mit, Christian Karl für sein Engagement sehr dankbar zu sein. "Es war eine sehr angenehme Zusammenarbeit", betonte Vorsitzender Fred Sommer. Allerdings musste aus Sicht des Vorsitzenden mit Blick auf die bevorstehenden Spiele gehandelt werden. In diesem Begegnungen geht es mehrfach gegen Gegner, die ebenfalls im hinteren Tabellenteil rangieren. Sollten diese ebenfalls verloren gehen, würde die Wahrscheinlichkeit eines Abstiegs immer größer werden. Das will man in Kronach natürlich vermeiden.

Sommer äußerte sich auch zum Nachfolger Karls: "Es sollte jemand aus den eigenen Reihen sein - jemand, der Verein und Spieler kennt und der über eine außerordentlich große Erfahrung als Fußballer verfügt." Klaus Uwira war nach Ansicht der Verantwortlichen genau der Richtige dafür. "Wir wollen wieder frischen Wind in die Segel bekommen", so Sommer.