Fünf Spiele vor Saisonschluss in der Kreisliga 2 gehört der TSV Weißenbrunn zu den vier Mannschaften, die sich berechtigte Hoffnungen auf den zweiten Platz und damit auf die Relegation machen können. Trainer der "Bierbrauer" ist seit Saisonbeginn Markus Schlund, in dessen Truppe mehrere Spieler stehen, die er vor vielen Jahren bei den D-Junioren übernommen hat. Wie schätzt er die Chancen des TSV ein? Wir haben nachgefragt.

Nach dem Abstieg und vielen Abgängen wurde dem TSV Weißenbrunn von vielen eine weitere schwere Saison prophezeit. Hattest Du ähnliche Befürchtungen?
Markus Schlund: Ehrlich gesagt ja. Dass wir jetzt so gut dastehen, hat aber mehrere Gründe, etwa dass wir mit Sayko Trawally einen so guten Spieler bekommen haben und dass viele A-Jugendliche ausgeholfen haben. Wir haben eine Riesenvorbereitung absolviert, in der ich den Jungs vermitteln konnte, dass es nur über die Gemeinsamkeit und über eine sehr gute Trainingsbeteiligung geht. Sie haben das bisher überragend umgesetzt. Auch die Kameradschaft ist riesig.

Überrascht es Dich, dass Ihr fünf Spieltage vor Schluss noch die Möglichkeit habt, Platz 2 und die Relegation zu erreichen?
Wenn man sieht, wie sich die Spieler entwickelt haben und wie engagiert sie bei der Sache sind, überrascht mich das keineswegs. Allerdings hatten wir nach der Winterpause einige Probleme. Das lag vermutlich daran, dass ich in der Vorbereitung Platz 2 als Ziel ausgegeben habe. Damit habe ich die Jungs wohl zu sehr unter Druck gesetzt, und das hat sie sichtlich gehemmt. Da hätte ich mir einen erfahrenen Spieler in der Mannschaft gewünscht, der Ruhe ausstrahlt und die Jungs führt, aber einen solchen haben wir nicht. Wir sind aber dran, einen solchen zu bekommen.

Ihr habt Euch in der Winterpause mit Jermaine Mullen und Jannik Pfreundner verstärkt. Wie haben sie eingeschlagen?
Sie sind eindeutig Verstärkungen für uns. Ihre Verpflichtung war auch deshalb sehr wichtig, weil wir doch einige Ausfälle haben, etwa Philip Spindler, der nach längerer Pause in Wolfergrün zumindest wieder einen Kurzeinsatz hatte. Und Sayko Trawally hat im Moment nicht die Form der Vorrunde. Aber das ist aufgrund seiner ungewissen Zukunft nachvollziehbar. Er stammt aus Gambia, einem als sicher eingestuften Land. Daher ist sein Asylantrag abgelehnt worden. Er kann von heute auf morgen ausgewiesen werden.
Die Mannschaft hat sich zuletzt wieder gesteigert. Wie stehen die Chancen, den Relegationsplatz noch zu holen?
Das ist schwer zu sagen, denn wir haben noch einige schwierige Spiele vor uns, etwa gegen den Spitzenreiter Lettenreuth und dann noch bei unseren direkten Kontrahenten TSV Ludwigsstadt und SCW Obermain. Ob es am Ende Platz 2 wird oder nicht, ist für mich allerdings nebensächlich. Wir spielen eine sehr gute Saison und müssen nicht unbedingt aufsteigen. Primäres Ziel ist, die Mannschaft, die überwiegend aus Weißenbrunnern besteht, weiterzuentwickeln, damit sie guten Fußball spielt. Der Rest kommt dann von allein.


Zur Person

geboren am: 27. 1. 1971
Wohnort: Weißenbrunn/Sachspfeife
Familienstand: verheiratet, 2 Kinder
Beruf: CNC-Fräser
Stationen als Spieler: TSV Weißenbrunn, FC Kronach
Stationen als Trainer: TSV Weißenbrunn (neun Jahre Jugendarbeit, zwei Jahre 2. Mannschaft, seit Juli 2016 1. Mannschaft)
Lieblingsverein: Bayern München


Tipps

FC Creußen - SV Friesen 1:2
Ebensfeld - Kleintettau 1:1
Merkendorf - Mitwitz 2:2
Stockheim - Ludwigsstadt 2:1
W/Neuengrün - Friesen II 2:0
Rothenkirchen - Johannisth. 0:2
Steinberg - Schwürbitz 1:1
Weißenbrunn - Lettenreuth 1:1
Theisenort - Kronach 2:1
Obermain - Arnstein 3:1
Roth-Main - Marktgraitz 1:0
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Felix Köhlmann (FC Wallenfels) holte sieben Punkte (zwei Spiele fehlen).