Der SV Reitsch zählte eigentlich gar nicht zu den engeren Favoriten. Der FFC Hof und die Spvg Eicha, die den Titel in den letzten Jahren unter sich ausspielten, wollten auch in diesem Jahr wieder erfolgreich sein. Doch am Ende lachten dieses Mal die Reitscherinnen. Sie zeigten sich während des gesamten Turnierverlaufes kampfstark, siegeswillig und demonstrierten mannschaftliche Geschlossenheit.

In ihrer Gruppe B sollte sie ein vermeintlich leichtes Los erwarten. Mit der TSG Bamberg, dem SV Frensdorf (beide Bezirksoberliga) und dem TSV Thurnau (Kreisliga) sollten sie den großen Brocken zunächst aus dem Weg gehen. Dennoch traten die Reitscherinnen konzentriert und engagiert auf und gingen gegen Thurnau durch ein Tor von Linda Querfurth mit 1:0 in Führung. Thurnau warf danach alles nach vorne, musste jedoch durch Sophia Dietze den zweiten Treffer hinnehmen. Mit einem Sieg gegen die TSG Bamberg konnte der SV Reitsch bereits ins Halbfinale einziehen. Mit dem schnellsten Treffer des Turniertages führte Linda Querfurth ihre Mannschaft auf die Siegerstraße. Als dann binnen weniger Sekunden Ramona Pauli und Sophia Dietze nachlegten, war das Spiel bereits entschieden. Tanja Böhnlein markierte schließlich kurz vor Schluss noch das 4:0. Gegen Frensdorf schoss erneut Linda Querfurth ihre Mannschaft in Führung. Als Reitsch nach einer gelb-roten Karte in Unterzahl war, fiel der Ausgleich.

Halbfinale

Im Halbfinale wartete die Spvg Eicha. Binnen kürzester Zeit führten die Reitscherinnen durch Treffer von Sophia Dietze und Linda Querfurth mit 2:0. Allerdings zeigten sie sich im weiteren Verlauf nervös, so dass Eicha zum Ausgleich kam. Die neuerliche Führung für den SV Reitsch sollte aus einem Freistoß an der Strafraumgrenze resultieren. Wurde ihr erster Schussversuch noch abgeblockt, jagte Ramona Pauli den Abpraller volley in den Winkel. Mit Hilfe des Innenpfostens glich Eicha kurz vor Schluss erneut aus, so dass die Entscheidung im Siebenmeterschießen fiel. Nachdem zunächst alle Schützinnen erfolgreich waren, lag es an den beiden Torfrauen. Nachdem Trächer-Torfrau Leipold ihren Siebenmeter neben das Tor gesetzt hatte, behielt Christin Stöcker die Nerven und netzte zum Sieg ein.

Endspiel

Im Finale trafen die Reitscherinnen nun auf den 1. FFC hof. Es entwickelte sich ein munteres und ansehnliches Spiel, das nun über zweimal acht Minuten ging. Wie in allen Spielen zuvor ging der SV Reitsch nach einer Eckballvariante durch Ramona Pauli in Führung. Die Hoferinnen spielten danach zielstrebiger nach vorne, nutzten geschickt die Bande und gingen binnen weniger Minuten mit 2:1 in Führung. Doch noch vor dem Seitenwechsel glich Linda Querfurth mit ihrem fünften Turniertreffer aus.

Auch die zweite Halbzeit bot den Zuschauern sehenswerten Fußball. Nur Tore sollten keine mehr fallen, so dass auch das Finale im Siebenmeterschießen entschieden werden musste. Wiederum zeigten sich zunächst die Schützen der beiden Mannschaften abgebrüht. Als dann aber Nicole Munzert vom 1. FFC Hof die Kugel gnadenlos über das Tor jagte, konnte Katrin Weiß den Turniersieg herbeiführen. Doch auch sie scheiterte. Dann mussten wieder die Torfrauen ran. Dieses Mal musste Christin Stöcker vorlegen. Und wieder verwandelte sie souverän. Als sie anschließend den von FFC-Torhüterin Claudia Mühlstädt getretenen Siebenmeter parierte, war der Jubel groß. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gewinnt damit die Frauenmannschaft des SV Reitsch die oberfränkische Hallenbezirksmeisterschaft.

Der SV Reitsch ist nun für die bayerische Hallenmeisterschaft am 17. Februar in Speichersdorf qualifiziert. Dort trifft man größtenteils auf Ligakonkurrenten. Bereits qualifiziert haben sich der SV Frauenbiburg (Niederbayern), FC Karsbach (Unterfranken) und FC Memmingen (Schwaben). Hinzu kommt der FFC Hof, der als Zweitplatzierter ebenfalls teilnehmen darf. rp