Für den SV Friesen muss das Spiel beim FC Trogen einem Déjàvu gleichgekommen sein. In der Relegation zur Bayernliga führten die Friesener 3:0, mussten dann aber am Ende noch im Gefühl des sicheren Weiterkommens noch das 3:3 hinnehmen. Im Juni störte der späte Ausgleich überhaupt nicht, doch am vergangenen Sonntag war dies anders. Trainer und Spieler waren geknickt angesichts des zweiten Treffers der Trogener mit deren letzten Aktion. Gerade nach der durchwachsenen Vorbereitung hatten die Friesener auf ein Aha-Erlebnis in Form eines Sieges gehofft.

Und dieser wäre auch locker möglich gewesen, hätte man nicht so viele hundertprozentige Chancen fahrlässig liegen lassen. Alleine acht Großchancen haben Beobachter des Spiels gezählt, fünfmal stand man gar völlig alleine vor dem gegnerischen Torwart - aber nur zweimal sollte der Ball im Netz landen. Hinzu kommt noch der verschossene Elfmeter von Tobias Dalke. Wäre der Ball reingegangen, hätte es 3:0 gestanden - die Vorentscheidung wäre damit wohl gefallen gewesen. Dass es anders kam, ist hinlänglich bekannt. Mit diesem Unentschieden hat die Mannschaft nun definitiv zwei Punkte verloren, da der FC Trogen gemeinhin als nicht sonderlich stark eingeschätzt wird.

Trotz dieser Umstände hat der SV Friesen gerade in den ersten 45 Minuten eine bärenstarke Leistung gezeigt. Und genau darauf kann man aufbauen. Die Mannschaft wird gesehen haben, dass sie trotz des Weggangs wichtiger Spieler wie Aleksander Hurec oder Maurice Koch nach wie vor in der Lage ist, attraktiven und mit dem nötigen Quäntchen Glück auch erfolgreichen Fußball zu spielen.

Trainer Christoph Böger wird dies auch zur Kenntnis genommen haben und es seiner Mannschaft in der Vorbesprechung auf das Spiel am Mittwoch entsprechend verdeutlichen. Wenn sich dies die Spieler vor Augen führen und verinnerlichen, sollte einem erfolgreichen Heimauftakt nichts mehr im Wege stehen. Der SV Friesen darf jedoch nicht den Fehler machen, den ASV Veitsbronn-Siegelsdorf zu unterschätzen. Der Gegner hat nämlich sein Auftaktspiel gegen den ASV Vach 1:2 verloren. Als Aufsteiger in die Landesliga hat er zudem zum aktuellen Zeitpunkt vielleicht noch nicht das Renommee, um hundertprozentig wahrgenommen zu werden. Aber genau dieser Aspekt birgt ein Stück weit Gefahr. Der SV Friesen wird deshalb voll konzentriert zur Sache gehen müssen. Mit der nötigen Entschlossenheit und einer Leistung wie in der ersten Hälfte in Trogen sollte es mit einem Sieg klappen.

SV Friesen: Mayer/Walther - Roger, Woitschitzke, Zwosta, Meyer, Beetz (?), Dalke, Fugmann Lindner, Sudol, Schubart, Hahn, Köcher, Scholz, Münch, Kestel. Es fehlen Baier (Urlaub), Fleißner (verletzt) und Baumann (Aufbautraining).