Das Freizeit- und Tourismuszentrum "Am Rennsteig" wird generalsaniert, erweitert und attraktiver. Bei der Gemeinderatsitzung am Dienstagabend war einmal mehr die Vorfreude auf das Leuchtturmprojekt, das weit über die Rennsteigregion hinaus strahlen soll, spürbar. Dieses Mal ging es um den Planungsstand für den Kur- und Erholungspark sowie der Innenarchitektur und Gastronomie, die von Gerd Peter Lauer vom Architekturbüro Lauer & Lebok sowie Landschaftsarchitekt Thomas Wirth vorgestellt wurden. Die aktuellen Planungen bilden die Grundlage für den späteren Zuwendungsantrag und die Detailplanung.
Vorgabe für die Neugestaltung der Freianlagen sei, so Lauer, eine direkte Verbindung des Rennsteig-Wegs mit dem Kur- und Erholungspark. Da man beim Wäldchen hinter dem Parkplatz nicht durch das fremde Grundstück dürfe, sei man auf den Gedanken gekommen, das Umfeld der evangelischen Kirche mit einzubeziehen. Bei der ersten Planung habe man versehentlich den Weg durch den Pfarrhausgarten geplant, wofür er sich entschuldigte.


Eventuell weitere Fördergelder

Nach Rücksprache mit der Gesamtverwaltungsstelle Michelau habe man die Unstimmigkeiten beseitigen können und sich - im zweiten Schritt - darauf verständigt, das Kirchenumfeld in Verbindung mit dem sanierten Gotteshaus einzubeziehen. "Sie werden etwas Tolles bekommen", schürte Wirth schon einmal die Vorfreude. Auf dem Rundweg sollen auf verschiedenen kleinen Infopunkten für die Region typische Materialien im Mittelpunkt stehen - wie beispielsweise aufgeschichtetes Holz, Schiefer, Glas. Es soll auch einen etwas kürzeren, ebenfalls barrierefreien Weg geben. Weitere Themen könnten "Sagen und Geschichten" - eventuell beim Kirchenumfeld - wie auch die Flößerei sein. Hier könnte er sich am Ende der Achse einen Jägerstand als Aussichtspunkt vorstellen. Bei der Terrasse auf dem Vorplatz der Gastronomie will man einen kleinen Spielpunkt schaffen, wahrscheinlich einen Sandkasten. Der Spielplatz selbst soll zum absoluten Highlight werden. Dafür investiere man viel Geld. "Der muss so bekannt sein, dass die Leute deswegen mit ihren Kindern nach Steinbach fahren", appellierte er. Derzeit sei man mit verschiedenen Herstellern im Gespräch.
Nur für die reine Fläche rechne man mit Kosten von netto 1,24 Millionen Euro. Bei einer Fläche von fast 1000 qm ergebe sich ein Quadratmeter-Preis von 75 Euro. Aufgrund der boomenden Baukonjunktur empfahl er dringend, einen Baukostenindex zu berücksichtigen. Als Puffer empfahl er 30 000 Euro. Hinzu kämen Nebenkosten mit nochmals rund 25 Prozent. Alles in allem summierten sich die Kosten auf etwa 1,7 Millionen. Bei einer Bezuschussung von 70 Prozent lägen die Eigenmittel bei 527 000 Euro. Beziehe man, so Wirth, den Parkplatz mit der Zufahrt sowie das Umfeld der Kirche mit ein, liege man netto bei etwa 1,57 Millionen Euro und die Eigenbeteiligung erhöhe sich auf etwa 581 000 Euro. Laut Kämmerer Karl-Heinz Häusler habe man Bescheid erhalten, dass aufgrund neuer Berechnungskriterien die Maximalförderhöhe lediglich 65 Prozent betrage. Da das Projekt überregionalen Charakter habe, könne man eventuell weitere Fördergelder generieren - beispielsweise seitens der Oberfrankenstiftung. Von einer "Riesenaufwertung" durch Einbezug des Kirchenvorplatzes sprach Bürgermeister Thomas Löffler (CSU). Die Planungen sollte man auf alle Fälle weiterverfolgen. Bei einem Gespräch Mitte September mit der Regierung von Oberfranken werde man die Höhe der Förderung im Bereich der Kirche abklären. Das Gremium stimmte den Planungen einstimmig zu. Auch Pfarrerin Claudia Grüning-Göll bekundete, dass ihr die Planung gut gefalle. Lauer stellte auch den aktuellen Entwurf für die Innenarchitektur der Gastronomie vor, den sein Büro in Zusammenarbeit mit einem Fachmann erstellt habe. Dieser orientiert sich an den Leitlinien der Namensgebung sowie des Konzeptes für das Tourismuszentrum im Obergeschoss. Den Zuschlag für die in das Freizeitzentrum integrierte Gastronomie hatte die Pächterin Dunja Wittmann erhalten, die fränkische Küche mit regionalen Produkten im Restaurant "Fichtenstube" anbieten möchte. Ergänzend gibt es im Glasbistro kleinere Gerichte. Die "Fichtenstube" erhalte einen zugleich modernen wie auch fränkischen Charakter, unter anderem auch mit einem Kachelofen. Im Glasbistro werde es 30, in der "Fichtenstube" 60 Plätze, zusammen also 90 Plätze geben. Angedacht sind auch Sitztheken und Stehtische. Als Bodenbelag sollen Baubuchen-Paneelen verwendet werden, da Fichte nicht geeignet sei. Für die Bezüge im Glasbistro ist ein Grün angedacht, ansonsten ein bräunlicher Erdton.
2. Bürgermeisterin Monika Barnickel (CSU) fragte nach der zeitlichen Umsetzung. "Das ist momentan wie an der Börse, wir wissen das nicht wirklich", antwortete Lauer, der von einem Bauboom einer "eigenartigen Dimension" sprach. Dies werde sich auch in absehbarer Zeit kaum ändern. "Die Schwierigkeit liegt darin, einen guten Innenarchitekten zu finden wie auch leistungsfähige Firmen, die picobello saubere Handwerksarbeit leisten", erklärte er. Auch der Bürgermeister drängte auf eine baldige Fertigstellung, da man im Oktober eröffnen wolle. Dem schloss sich die ebenfalls anwesende Pächterin an. Ihr Koch sei zum 1. September eingestellt. Aktuell werde die Küche installiert, der Gastraum wird sich zeitnah anschließen. Mit den gestalterischen Planungen zeigte sich das Gremium einverstanden.


Geschwindigkeitsbegrenzung

Für den Ausbau der KC 18 zwischen Windheim und Hirschfeld wird diese für die Dauer der Bauzeit für den Gesamtverkehr gesperrt. Da die Heeresstraße mit Sicherheit vermehrt als Umleitung genutzt wird, beschloss das Gremium, während der Sperrung die zulässige Höchstgeschwindigkeit in der Heeresstraße innerorts auf 30 km/h zu begrenzen. Der Spatenstich für den Ausbau erfolgt am nächsten Mittwoch um 11 Uhr in Beisein von Landrat Klaus Löffler.


Firma Wiegand will Lärm reduzieren


Glasrecyclinganlage Grünes Licht gab es für den Antrag der Firma Wiegand-Glashüttenwerke zur wesentlichen Änderung der Glasrecyclinganlage. Dabei ging es um Änderungen beim Abgasvolumenstrom mit Erhöhung von drei bestehenden Stahlkaminen und bei der Trocknungstechnik in der Anlage 2.

Haldenförderband Eingangs der Sitzung hatten Uwe Eichhorn und Aaron Sieber von der Firma Wiegand den komplexen Sachverhalt dargestellt. Demzufolge wurde zur Befüllung der Lagerplätze ein mobiles Haldenförderband mit einer Abwurfhöhe von 9,4 m angeschafft. Dadurch finde kein Radladerverkehr mehr auf den Scherbenhalden statt. Somit entfallen die durch diese Fahrbewegungen bedingten Lärmemissionen. Außerdem entfällt die unkontrollierte Zerkleinerung der Scherben, wodurch die Wahrscheinlichkeit des Abwehens von Feinkorn reduziert wird.

Nachtzeit Bei den Scherbenlagerplätzen erfolgt künftig während der Nachtzeit kein Radladerverkehr mehr. Der Bürgermeister erhoffte sich durch die Maßnahmen eine Verbesserung der teilweise enormen Lärmbelästigung, von der er sich selbst - von einem Balkon eines Anwohners aus - einen Einblick verschafft habe. "Es gibt ein Riesenproblem, das wir lösen müssen", bestätigte Eichhorn. Obwohl man die Grenzwerte nachweislich Tag und Nacht einhalte, könne man den Unmut der Anwohner nachvollziehen.

Siloanlage Grünes Licht gab es für den Bauantrag der Firma auf Neubau einer Siloanlage für Glasstaub. hs