Die Familie Josef und Klara Schmidt stellt - als Nachfahren von Margareta und Josef Nickel (Großeltern) - den über 100 Jahre alten Altar zum Fronleichnamsfest schon seit 1956 auf. Erstmals wurde er 1914 durch die Vorfahren aus der Familie Nickel bei der ersten Fronleichnamsprozession der im Jahr 1913 gegründeten Kirchengemeinde Herz-Jesu Pressig aufgebaut.

Bis 1955 war dieser Altar die dritte Station, nun ist er die zweite bei der Fronleichnamsprozession in Pressig. "Früher", erinnert sich Klara Schmidt, "wurde der Altar dort errichtet, wo heute ein Lindenbaum und eine Verkehrsinsel stehen, also wenige Meter vom Wohnhaus entfernt, wo jetzt, unmittelbar vor der Garteneingangstür der Altar aufgebaut wird". Und er sei früher zweimal aufgestellt worden, nämlich am Hochfest Fronleichnam und am folgenden Sonntag, weil es zwei Prozessionen gegeben habe.

Aufbau vor über 50 Jahren übernommen

Im Jahr 1956 übernahm die Familie Schmidt den Aufbau des Altars. "Es ist eine mühsame Vorbereitungsarbeit. Der Altar selbst besteht aus vielen Einzelteilen, die geputzt und zusammengebaut werden müssen. Fertiggestellt ist er über zwei Meter hoch", erklärt Klara Schmidt. "Die Büsche und Bäume besorgen wir alle selbst aus dem eigenen Wald. Auch die zahlreichen Blumen nehmen wir aus dem eigenen Garten oder aus den Gärten der Kinder und der Schwester." Je nachdem was gerade blühe, werde der Blumenteppich bunt und wie ein Mosaik Blume für Blume zu einem schönen Bild zusammengestellt.

"Mit dem Aufbau beginnen wir an Fronleichnam gegen 5 Uhr. Wir sind dann gerade zur Prozession, also gegen 8.30 Uhr, mit allem fertig. Soweit wir uns erinnern können, wurde das Altarbild in unserer Zeit vor etlichen Jahren von Josef Neubauer aus Pressig restauriert und nachgemalt", meinen der 82-jährige Josef Schmidt und seine 78-jährige Ehefrau Klara.

Kein Zwang, sondern Idealismus

"Wir haben weder Gelübde noch eine Verpflichtung zum Altaraufbau übernommen. Wir tun es lediglich aus Idealismus, der Traditionserhaltung und des Glaubens wegen. Und dabei helfen auch schon wieder die Kinder und Enkelkinder", stellen die beiden glücklich fest, dass die Fortsetzung der Tradition gesichert zu sein scheint.

Sie erinnern sich auch an einen dramatischen Vorfall. Als während des Zweiten Weltkriegs ihr Haus gebrannt habe, habe der Altar, wie durch ein Wunder, das Flammeninferno unbeschadet überlebt.

Die Prozession in Pressig

Der Fronleichnamsprozession am Donnerstag, 30. Mai 2013, gehen eine Kirchenparade um 8 Uhr und die Eucharistiefeier um 8.15 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche voran. Zelebrant ist Pater Helmut Haagen. Anschließend findet die Prozession zu den Altären im Ort statt.