In ihrem Abschlussbericht gab Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD) vor dem Reichenbacher Gemeinderat einen Überblick über wichtige Maßnahmen und Beschlüsse. Die Gemeinde beschäftigte sich 2017 insbesondere mit der Städtebauförderung.

Ein wichtiges Thema der vorbereitenden Untersuchungen war das Bürgerhaus. Hierfür befürwortete die Gemeinde als Standorte die alte Schule und alternativ das Anwesen Rennsteigstraße 16. "Eine Sanierung und ein Umbau der alten Schule sowie der Standort Rennsteigstraße würde jedoch von der Regierung aufgrund der dezentralen Lage und der Unwirtschaftlichkeit nicht befürwortet", bedauerte die Bürgermeisterin.

Damit komme nur der Abriss der alten Schule in Betracht, der über die Förderoffensive Nordostbayern mit 90 Prozent gefördert wird. Der Vorschlag der Regierung mit dem Standort Hauptstraße 22, der den Zielen der Städtebauförderung am ehesten entspricht, wird von der Gemeinde nicht befürwortet. "Die Folgekosten für drei gemeindliche Gebäude sind für Reichenbach nicht zu schultern", verdeutlichte Ritter. Daher sei man zum Ergebnis gekommen, den Erwerb und Ausbau eines Gebäudes für ein Bürgerhaus nicht weiter zu verfolgen.

In den Festlegungen der vorbereitenden Untersuchungen ist die Turnhalle als Veranstaltungssaal vorgesehen. Eine Sanierung der Turnhalle ist mit Mitteln der Städtebauförderung über das "StbauFP Kleinere Städte und Gemeinden" angedacht. Wenn das Nutzungskonzept feststeht, kann die Planung vorgenommen werden. Für die Sanierung, den Umbau und den Anbau der Turnhalle wurde bereits bei einem Ingenieur-Büro eine unverbindliche Kostenermittlung in Auftrag gegeben.


Strabs: 35 Prozent Beteiligung

Erworben wurde - nach dem erfolgten Zuwendungsbescheid der Regierung von Oberfranken für den Grunderwerb - das leer stehende landwirtschaftliche Anwesen Rennsteigstraße 16. Ein Nutzungskonzept mit den Themen "Sport und Erlebnis" könnte beispielweise Übernachtungs- beziehungsweise Aufenthaltsmöglichkeiten, E-Bike-Ladestationen oder Bike-Garagen umfassen.
Der Ausbau der Gartenstraße wird nicht über Mittel des Finanzausgleichs gefördert, da sich die finanziellen Verhältnisse Reichenbachs gebessert haben und keine angespannte Finanzlage mehr vorliegt. "Da der Ausbau aber dringend erforderlich ist, werden wir die Maßnahme trotzdem ausführen", kündigte die Bürgermeisterin an.

Wie bereits bei den vorausgegangenen Baumaßahmen wie der Fichten- und Frankenwaldstraße werde man die Anwohner unter Anwendung der Straßenausbaubeitragssatzung mit 35 Prozent beteiligen. Für vier Straßen erfolgten Kanalbefahrungen; entsprechende Sanierungsmaßnahmen wurden bereits ausgeführt.

In Kooperation mit dem Bayernwerk wurde die Straßenbeleuchtung ergänzt. Auch ein neuer Straßenbeleuchtungsvertrag mit dem Bayernwerk ab dem 1. Januar wurde beschlossen. Die Gemeinde unterstützt aktive Feuerwehrleute, die den Führerschein der Klasse C machen, mit einem Pauschal-Zuschuss von 1000 Euro. Zudem erhöhte sie die Versicherungssummen der Dienstunfallversicherung.


In Eigenregie renoviert

Weitere Beschlüsse waren der Abschluss eines neuen Betriebsführungsvertrages für die Kläranlage mit der Firma Südwasser für 2018 sowie die Vergabe der Erstellung eines Breitband-Masterplans an ein Ingenieurbüro. Erfreulicherweise konnte die von der Gemeinde erworbene beziehungsweise zurückgekaufte und in Eigenregie renovierte ehemalige Lehrerwohnung ab Juli 2017 vermietet werden.

Erfreulich sei weiterhin die finanzielle Lage der Gemeinde, die laut Ritter "keinen Grund zur Klage" gebe, obwohl man wieder einige größere Investitionen getätigt habe. Wahrscheinlich werde der vorhandenen Rücklage in Höhe von 700 000 Euro nichts entnommen werden müssen. Nachdem wieder eine ordentliche Tilgung über 16 000 Euro geleistet werden konnte, betragen die Restschulden nun 103 000 Euro.

Ihren Rückblick schloss die Bürgermeisterin mit einem Dank an Geschäftsstellenleiter Thomas Weber, Kämmerin Sabine Suffa, die Beschäftigten der Gemeinde Reichenbach, der Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz sowie alle ehrenamtlich tätigen Reichenbacher.